Abschied.
Einige wenige Minuten sitze ich allein im Dorf und genieße die Stille. Wie selten man mal einige Minuten für sich hat!
In mir ist eine große Berührung, die sich körperlich auswirkt.
Ich bin voller Dankbarkeit. Dankbar, dass wir den Schutz hatten und Schutz geben konnten.
Dankbar für die vielen Gespräche und Berührungen.
Noch einmal mehr hat sich der innere seelische Kraftring geschlossen, neben allen Fragen, die man wieder und wieder an die Schöpfung hat, neben allen Turbulenzen der Seele, die sich wieder und wieder fragt: Wie ist es möglich, dass Menschen dazu kommen andere zu zerstückeln? Was muss in der Seele abgelaufen sein, dass man zu solcher Grausamkeit fähig ist? Bei alldem zeichnet sich in aller Einfachheit nur der eine Weg ab: Es sind die Liebe und die Herzöffnung, die glücklich machen, selbst in schwierigsten Situationen.
Es gibt nur einen einzigen Weg des Überlebens, dass Menschen zurückfinden zu dieser schlichten Wahrheit und Solidarität, die aus dem Herzen kommen.
Um zu begreifen, wie tief die Trennung geht, und um zu begreifen, wie schlicht die göttliche Quelle und die Wahrheit der Liebe sind, ist es gut für jeden Friedensarbeiter, einmal in einem solchen Krisengebiet gewesen zu sein. Einmal zu erfahren, was in der eigenen Seele geschieht, wenn man die Menschen trifft, die so grausam behandelt werden!
Was geschieht in der eigenen Seele, wenn man sie zu lieben beginnt und wenn die Seele nach Antworten sucht, wie denn wirklich Hilfe aussieht.
Was heißt in diesem Zusammenhang ein Magnetfeld der Heilung zu schaffen?
Alle von uns, vor allem diejenigen, die das erste Mal hier waren, mussten durch das Zweifelstor gehen. Alle von uns mussten mit Erschütterung feststellen, in was für einem wohlbehüteten Feld wir leben, und gleichzeitig erkennen, dass man keine Ausreden mehr zulassen darf. Unsere Welt, die westliche Welt, ist mitverantwortlich für das, was hier geschieht! Viel mehr, als manche von uns wahrhaben wollen.
Immer wieder neu wird sichtbar, wie radikal der Ausstieg sein muss, der hier so offensichtlich ist und bei uns viel verborgener stattfindet!
Woher kommen die Produkte, die wir kaufen? Wieviel Menschen werden dafür gequält, gefoltert, gepeinigt, vertrieben, damit wir unseren Wohlstand haben? Wie müssen die planetarischen Gemeinschaften vernetzt sein, damit sie wirklich zu der globalen Feldbildung kommen, die wir so sehr ersehnen?
Gestern habe ich einen Brief bekommen vom österreichischen Versöhnungsbund. Sie schlagen vor, dass wir uns mit ihnen zusammentun, um mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, San Jocecito kennenzulernen. Ja, ich bin dankbar, wenn sich hier eine Bewgeung formiert. Nicht nur wir helfen ihnen, auch sie helfen uns, dass wir uns auf die schlichten Grundwahrheiten des Lebens und der Liebe besinnen, die überall gelten.
Wie machtvoll sind die wahrhaft geöffneten Herzen, die nicht mehr zurückschrecken vor dem Dikat großer Konzerne und Regierungen. Wie machtvoll wir die Bewegung, wenn Vertrauen, Wahrheit und Solidarität die Basis werden.
Es dauert lang, bis das volle Vertrauen gewonnen ist.
Erste Gespräche finden statt, wo auch Indigene sich behutsam öffnen und ihre wahren Geschichten erzählen. Bereits mit 12 Jahren werden Jugendliche verführt und mit Geld gelockt, um für die Mafia des Drogenhandels zu arbeiten und Coca zu schmuggeln.
Wenn sie mal darein verwoben sind, gibt es kaum mehr einen Ausweg. Sie leben ständig in Lebensgefahr. Fliegt es auf, werden sie vom Stamm aufs härteste bestraft. Wollen sie aussteigen, stehen sie auch unter Lebensgefahr: Weil sie zu viel wissen, werden sie beseitigt. Was ist unsere Verantwortung, wie handeln wir im Namen der Heilung, der Vergebung?
Was ist, wenn junge Menschen vom Paramilitär aufeinmal erkennen, welchem Wahnsinnssystem sie dienen? Wie gibt es einen Weg für sie zurück?
Es sind fast noch Kinder, die verführt werden, andere umzubringen, weil man Kopfgeld bezahlt. Und sie werden dazu angeregt von einem Präsidenten, von dem viele im Land glauben oder geglaubt haben, dass er dem Frieden dient.
Eine Friedenssäule ragt in seinem Garten, die gleiche, die viele in der Friedensbewegung aufgestellt haben. Was ist das für eine Friede, der mit Drohungen, Morden und sogenannter „Sicherheit“ der Bewaffneten erkauft werden soll?
Die Friedensgemeinde in San Jocecito gleicht fast dem kleinen gallischen Dorf im Asterix, die in aller „Naivität“ aus dem System der Gewalt aussteigen. Es ist berührend, wenn man nach stundenlanger Wanderung durch den Dschungel plötzlich auf das Schild trifft, dass am Eingang der Gemeinde von La Union geschrieben steht und auch an den Toren von San Jocecito: „Privatgelände. Es ist verboten, in diesem Dorf Waffen jedeweder Art zu tragen. Wir nehmen in keiner Weise teil an keiner Form von Krieg.“
Tagebuch Globaler Campus Kolumbien 2010
Political Network
Tagebuch Sabine Lichtenfels
Samstag, 6. März 2010
Political Network
Tagebuch Sabine Lichtenfels
Donnerstag, 4. März 2010
Morgens um sechs Uhr haben wir Mulatos verlassen. Wir sind angekommen in La Union nach einem Sechstundenmarsch, für mich nicht ohne, denn ich komme relativ bald an körperliche Grenzen. Aber das Gebet und die Vision halfen mir über mein körperliche Schwäche hinweg. Immerhin habe ich vier Tage so gut wie gar nichts gegessen.
Aber gegenüber unserer Pilgerschaft vom letzten Jahr hält sich das alles noch in Grenzen, und es ist eine gute Übung für die innere Visionsarbeit. Arley hat mich gebeten, zusammen mit Bladimir vorne zu gehen, das tat mir gut, so muss ich irgendwie bei Kräften sein und es bleibt gar keine Zeit für innere Einbrüche.
Drei Stellen zeigen sie uns, wo Menschen etwas vom Weg abgewichen und auf eine Mine getreten sind. Es ist so eine absurde Situation: Wir laufen durch die schönsten Wälder, die Natur umgibt uns in ihrere Fülle und Pracht, und dennoch ist sie nicht zugänglich. Unterwegs kommen wir an Militärcamps vorbei, und in den Büschen versteckt sich wahrscheinlich irgendwo die Guerilla.
Oh Mensch, wie weit geht deine Entfremdung!!!
Ansonsten ist der Weg wunderschön, große rote fleischige Blumen sind am Wegensrand. Einzelne große Bäume erinnern an den ursprünglichen Urwald. Bladimir zeit uns seinen Geburtsort, einen kleinen Bretterverschlag. Luis Eduardo hat in unmittelbarer Nachbarschaft gelebt.
Der Abschied war bewegend. Man merkt, wie viele Herzen sich geöffnet haben in der Zeit.
Nach meinem Vortrag über die Liebe, den ich mit einem Zitat vom 1. Korinther 13 begonnen habe, gab es einige Turbulenzen. Einige reagierten sehr aufgebracht, besonders ein Mann, der neu im Censejo ist. Er sbefürchtet, dass das die Jugend viel zu sehr aufmöbelt. Dabei habe ich mit Engelzungen und sehr vorsichtig gesprochen. Aber ich kann inzwischen damit leben, dass unsere Themen eben immer eine Grenze berühren. Ich war um so dankbarer, als mir Arley später erzählte, dass er sehr glücklich und zufrieden ist und dass er gemerkt hat, dass das Thema der Jugend gut getan hat. Ein Mitglied des Consejo gesteht mir später, dass die Tage mit uns hier die glücklichste Zeit seines Lebens waren.
In einer Frauenrunde am Abend mit Bori und Phoebe war es ganz leicht, die Liebesthemen anzusprechen. Die Frauen wissen, wie sehr das Thema im Zentrum ist. „Die meisten Frauen hier werden ganz früh schwanger,“ sagen sie. Ich frage, ob sie denn mit den Männern zusammen bleiben, und sie verneinen. Nein, der Mann ist dann meistens über alle Berge. Lucia sagt: „Eigentlich ist es absurd, dass wir so viel schweigen. Es ist nur eine Frau im Rat. Wir müssen unbedingt lernen zu reden, und vor allem müssen wir die Jugend unterstützen.“ Lucia ist eine wunderschöne Frau von 31 Jahren mit zwei Töchtern, die auch bereits 15 sind.
Es ist ein sehr öffnendes Treffen und wir bedauern, dass es nicht früher möglich war. Eine Frau sagt, dass sie eingetreten ist in die Gemeinschaft, weil sie die Hoffnung gehabt habe, dass sie zusammen für die Gemeinschaft und einen gewaltfreien Kampf eintreten. Mein Auftritt, als ich im Kiosko Venceremos gesungen hatte, habe sie wieder daran erinnert. Sie erzählt, dass ihr eigener Sohn vor einigen Tagen in Appartadó angegriffen und mit einem Messer von hinten verletzt wurde. Der Mann wollte ihn töten, aber es waren andere dabei, die ihm geholfen haben. Sie gingen dann zu dem Haus, wo der Mann wohnt. Die Mutter kam raus und sagte, dass sie wisse, dass ihr Sohn kein guter Mensch sei und öfter böse Dinge tut. „Wenn ihr ihn töten wollt, tut es bitte nicht in meinem Haus.“
Silvia hat ihr dann erklärt, dass sie den Mann nicht töten wollen, da sie von der Friedengemeinschaft komme. Sie wolle keine Rache, sie sei froh, dass er fliehen konnte und dass nichts Schlimmeres passiert sei. Sie würde fürs Leben kämpfen. Was für urchristliche Seelen hier!!!!
Zurück zum letzten Tag in Mulatos.
Wir haben es tatsächlich geschafft, die Arbeiten an den Kosmogrammen für den Steinkreis noch abzuschließen! Nun steht ein Stein für die Balance der Kräfte, ein Stein für den Ring der Kraft, einer für die Vereinigung der verschiedenen Kulturen und eine Stein für die Jugend. Wir haben eine schöne Feuerstelle eingerichtet für den Ring der Kraft. Das ist ein toller Anfang!
Auf dem Stein unten am Fluss, wo Luis Eduardo gefangengenommen wurde, ist ein Kraftemblem von Bladimir, ein Baum, der ein wenig wie ein Mensch aussieht. Er wird gefällt, aber seine Wurzeln sind so stark, dass man ihn nicht töten kann, und ein neuer Keimling geht daraus hervor. Am Eingang ist dann ein Fackelträger abgebildet, der auf einem Samen sitzt und die Fackel zum Licht trägt. Enorm, welche Kraft diese beiden Abbildungen haben!
In der Gruppe zu Ökologie, Architektur und Technologie haben Bori, Christoph und Bernd einen Lageplan hinterlassen. Sie haben sich hier zu echten Städteplanern entpuppt.
Unter der Leitung von Ben, Roberto, Juliane und Saskia hat die Jugendgruppe die ganze Schule schön gemacht. Man hat einen „globalen Eindruck“ mitten im Dschungel. Berührend, wie gern die Jugend mitgearbeitet hat.
Wir schließen mit einem Abschlussgebet an den Steinen. Dann geht es zum Packen über und es gibt noch alle möglichen Abschlussgespräche. Plötzlich werden wir alle noch einmal in den Kiosko gerufen, den großen Veranstaltungsort. Jetzt kommt noch eine überraschende und bewegende Abschlussfeier. So viele überströmende Herzen, dass man es kaum aushält. Es ist schon enorm, was in diesen wenigen Tagen an Herzöffnung und Vertrauensbildung geschehen ist. Es scheint ein Bündnis zu wachsen, das sich kaum noch trennen lässt. Möge es keimen. Möge hier ein wahrer und umfassender Ort des globalem Campus entstehen.
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Tagebuch Sabine Lichtenfels
Dienstag, 2. März 2010
Die Tage neigen sich dem Ende entgegen. Man fühlt sich gelegentlich schon wie in einer Gefühlswaschmaschine. Gestern die Rede des ehemaligen Bischof Dario Soto aus Medellin, der mit seiner Frau zu Besuch kam und auf dessen Besuch die Gemeinschaft seit langem gewartet hat. Ein sehr engagierter Mensch. Für sie war der Aufstieg so schwierig, dass sie zwei Tage gebraucht haben und Jesus Emilio die letzten Kilometer die Frau auf den Schultern getragen hat.
Seine Rede war bewegend. Eduar kennt den Bischof, seitdem er 17 Jahre alt war, und er ist wohl auch ein Freund von Padre Javier Giraldo. Er beschreibt, wie er mit Straßenkindern gearbeitet hat, wie er sich immer mehr aus der Institution der Kirche gelöst hat und nun dabei ist, ganz eigene Gemeinschaften zu gründen. Er hat vor einigen Jahren eine Frau geheiratet und sagt, dass das Gesetz, im Zölibat leben zu müssen, nicht zu akzeptieren sei. Er hielt eine lebendige Rede über Jesus als Revolutionär und dass man sich von der Bibel zwar anregen lassen kann, aber dass Jesus jetzt weiter lebt in allen Menschen, die dabei sind, lebendige Gemeinschaften zu gründen.
Er sprach über Schwule und Ausgestoßene, über Frauen und ihre Möglichkeit, als Priesterinnen zu arbeiten. Ein echter Revolutionär. Er sprach darüber, dass es natürlich Schwierigkeiten gibt mit Rom, aber dass es dort auch einige gibt, die ihm unter der Hand Mut machen und ihm sagen, dass er genau auf dem richtigen Weg sind.
Die Frau sagt bewegt, dass sie hier eine lebendige Christengemeinschaft vorfindet und dass ihnen solche Gemeinschaften Mut machen, auf ihrem Weg weiter zu gehen. „Die Erde kann nur überleben, wenn sich lebendige Gemeinschaften entwickeln, die den Geist der Einheitlichkeit achten und wirklichen Respekt vor allem Lebendigen aufbauen.“ Sie sprechen auch über den Kontakt zu Mutter Natur.
Montag ist der Tag des Ring der Kraft. In einer Rede führe ich den Ring der Kraft ein, stelle die Arbeit am Steinkosmogramm vor und spreche über die Bewegung für eine freie Erde. Früh am Morgen zünden wir das Feuer, und ich habe den Eindruck, dass sich der Ort langsam mit Energie auflädt.
Dann folgt ein Tag mit dem Conseijo. Wir fragen uns gegenseitig aus. Eduar drückt noch einmal sein tiefes Vertrauen aus, dass er uns gegenüber hat und dass er das Gefühl hat, dass uns nichts mehr scheiden kann. Eduar redet bewegend darüber, dass er viele Gemeinschaften besucht habe, die fast alle an dem Thema Liebe gescheitert sind.
Ich habe noch einmal versucht zu erklären, wie tief der Geschlechterkampf geht und dass es ein Weltenthema ist, hier wirklich zu Wahrheit und Vertrauen zu kommen.
Am Abend im heiligen Kreis baten wir Eduar, die Vision von Mulatos in drei Jahren zu beschreiben. Wie tief er den planetarischen Gedanken aufgreift! Er sagt, dass er weiß, dass es zu schwierigen Situationen kommen wird, dass er auch nicht weiß, ob sie noch alle hier sein werden, wenn wir das nächste Mal kommen. Aber seit sie in so naher Verbindung mit Tamera sind, wissen sie, dass ihre Vision weiterleben wird, was auch immer geschieht.
Ben und Martin übergeben unsere Geschenke, ich mache eine kleine Performance in erfundener Sprache zu dem Thema „Mulatos in drei Jahren“. Ich habe es einfach satt, die Sprache nicht zu können, und eine künstlerische Darstellung hilft mir über diesen Engpass hinweg.
Dann übergibt mir Eduar das Kreuz, das sie nach dem Mord an Luis Eduardo Guerra gezimmert haben. Er sagt, dass uns nichts mehr trennen kann und dass sie uns deswegen gern das, was ihnen am heiligsten ist, mit auf den Weg geben möchten.
Ich nehme es entgegen, sehr bewegt, und suche nach Worten. Es wird wohl einen Platz auf unserem Altar finden. Die Seele von Luis Eduardo ist uns tatsächlich sehr nah gekommen. Er hat umfassend begriffen, wie tief man aus dem System aussteigen muss, wenn man die Gewalt auf der Erde beenden möchte. Wir gehen früh schlafen, denn dieser Tag hat wieder einmal viel bewegt in unseren Seelen.
Ich schenke Eduar zum Abschied meine Kette vom Ring der Kraft. Er hat sich das Emblem gewünscht, und es war für mich nach einigem Ringen sehr klar, dass ich ihm etwas schenken möchte, das mir sehr am Herzen liegt. Er möchte jeden Montag mitmachen im Ring der Kraft.
Heute wurde die Bombe im Dorf entschärft, die Kinder vor einigen Tagen gefunden haben. Es ist Guerilla in der Nähe. Das Militär kommt, um die Bombe zu entschärfen. Jahel von Defonseria del Pueblo sollte allein los, um sie hin zu lotsen. Jetzt standen wir der Frage, ob wir jemanden als Begleitung mitschicken. Man sagte sehr offen, dass es gefährlich sei, da die Guerilla in der Nähe ist. Doch Mafu und Andrea waren sofort bereit mitzugehen. Meine innere Stimme hat klar gesagt, dass nichts geschehen wird.
Wir gingen in Gebet. Was ist, wenn doch was geschieht? In dieser Situation leben sie täglich. Unterwegs begegnet ihnen eine Schlange.
Nach zwei Stunden sind sie wohlbehalten zurück. „Eine Rauchbombe,“ sagt man ihnen gelassen. Doch es ist die selbe Art von Bombe, mit der schon Menschen hier ums Leben kamen.
Sonntag, 28. Februar 2010
Der erste Teil des Globalen Campus ist vorüber, nach der Einschätzung der Menschen hier sind die meisten sehr zufrieden und alle sagen, dass sie viel gelernt haben. Ihr Hunger nach Wissen bezieht sich, verständlicherweise mehr auf den praktischen Bereich, denn sie müssen wirklich wissen, wie bekommen wir Licht, wie pflanzen wir an, wie bauen wir?
Patrick hat einen wunderbaren Vortrag gehalten über das Thema Gesundheit, einfach und doch sehr komplex, wo auch der soziale und politische Bereich sehr sichtbar wurde.
Am Samstag war dann ein Abschiedstag und auch ein Tag, an dem die einzelnen Gruppen ihre Dinge fertig gemacht haben.
Der Padre hat uns verlassen. Umringt von vielen Indigenen ritt er hinunter ins Tal. Was für ein Mann! Wie er revolutionäres Handeln verbindet mit Bescheidenheit und der Kraft, zu versöhnen und zu verbinden. Das ist schon einmalig. Er ist ein wahrhaft suchender Menschen. Der Vortrag von Bernd über das Wasser hat ihn so begeistert, dass er sofort am nächsten Tag das Wasser in seine schlichte, aber wunderschöne Morgenandacht eingebaut hat.
Er ließ eine Schale von Wasser herumgehen. Jeder war aufgefordert, einen einfachen Satz des Dankes an das Wasser zu sagen. Dann bat er jemanden von den Indigenen, etwas über die Erde zu sagen. So findet er auch immer eine schöne Art, andere einzubeziehen, so dass sie sich nicht ausgeschlossen fühlen.
Man hat die Hoffnung, dass es jetzt etwas ruhiger wird. Die kommenden Tage werden vor allem der Jugend gewidmet sein. Was ist es, was sie sich wünschen von den Generationen, die nach uns kommen?
Ein Gespräch mit zwei Frauen der Friedensgemeinde. Es war gestern für mich berührend zu sehen, wie tief sie innerlich am Thema der Versöhnung arbeitet und welche Bedeutung Jesus für sie in diesem Zusammenhang hat. Ich fühlte mich plötzlich zurückversetzt ins Urchristentum. „Wir müssen es lernen zu verstehen, dass Gott auch
in den schwierigen Situationen bei uns ist, er ist auch in der Dunkelheit, nicht nur im Licht. Es gibt nur ganz wenige Menschen, die dann immer noch Wissen, dass sie nicht allein sind.“
Von hier bezieht sie auch die Kraft: „Vegebet euren Feinden, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
Sie spricht mit Hingabe über die Versuchungen Jesu in der Wüste. Sie leuchtet immer mehr auf und beschreibt, wie sie einen kleinen Keimling beobachtet hat und voller Dankbarkeit festgestellt hat, dass Gott immer und überall wirkt, dass wir es nur meistens nicht bemerken.
Die andere Frau, die eine Weile still dabei gesessen ist und dem Gespräch gelauscht hat, beginnt jetzt auch zu sprechen. Sie spricht von der verzweifelten Situation, als ihr Mann ermordet worden war, sie blieb allein mit drei Kindern und wurde plötzlich sehr krank. Sie hatte unendliche Schmerzen im Gesicht und Kopf, und niemand konnte ihr helfen. Schluchzend beginnt sie zu erzählen, wie ihre Kinder vor ihr saßen, sie umarmen und sagen: „Mama, du darfst nicht auch noch sterben.“
Plötzlich sagte eines der Kinder: Wenn es Gott gibt, dann kann er doch helfen, wir müssen nur richtig beten. Lass und auf die Knie fallen und beten. Sie holten Wasser vom Fluß und bereiten eine Gebetssitutaion vor. Sie legten ihr die Hand auf den Kopf mit etwas Wasser und beteten mit aller Inbrunst. Plötzlich fühlte sie etwas wie einen Windhauch am Kopf, etwas wurde aus ihrem Kopf gezogen und der Schmerz sei vollkommen verschwunden. Es sei unglaublich gewesen. Auch anschließend seien wieder schwierige Situationen entstanden, aber sie weiß seitdem, dass Gott existiert.
Ich fühle mich mitten im Urchristentum. Es ist immer wieder berührend mit welcher Authentizität, Autonomie und auch Intelligenz die Menschen hier denken und sprechen.
Ich möchte gern die Steinsetzung hinterlassen zusammen mit einer schön eingerichteten Feuerstelle und das Feuer vom Ring der Kraft immer mehr zu einer gemeinsamen Einrichtung werden lassen. Es sind immer mehr Menschen, die den planetarischen Gedanken aufgreifen. An der Spitze steht Eduar, aber auch einige andere greifen diese Gedanken nach und nach von sich aus immer mehr auf.
Natürlich denke ich oft an die Fragen: Wie entsteht denn wirklich der volle Schutz?
Es für mich schon fast nicht mehr vorstellbar, dass es uns nicht gelingt, diese Menschen hier vor dem Untergang zu bewahren.
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Tagebuch Sabine Lichtenfels
26. Februar 2010
Es ist früher Morgen. Um uns herum das Tönen der vielen pfeifenden Urwaldvögel und die krähenden Hähne. Die ersten plappernden und singenden Menschen. Man taucht auf aus seinen Hängematten mit mehr oder weniger Schlaf. In den Nächten versuchen Leib und Körper, in irgendeiner Weise zu verdauen, was sie am Tag erfahren haben. Einige von uns sitzen bereits mit mir zusammen in dem kleinen Schulhaus zur Früheinstimmung und Morgenbesinnung. In einer Stunde beginnt dann die Morgenandacht für alle.
Wir befinden uns im Prozess der Völkerverständigung. Ich beginne mit dem Treffen mit den Nasa. Es wird klar, dass sie alle darauf hoffen, dass wir ihnen genauso helfen, wie wir der Friedengemeinschaft hier helfen, und es dauert eine Weile, bis verstanden wird, dass es die größte Hilfe für alle ist, wenn wir mithelfen, dass Mulatos zu einer ersten Ausbildungsstätte für alle wird. Aber es scheint, als würden sie immer mehr sehen, dass auch wir eine kleine außergewöhnliche Friedengemeinschaft sind, die sich mit aller Intelligenz in einem großen globalen System der Gewalt behaupten muss.
Nach einem kraftvollen Start des Globalen Campus und den ersten Einführungsreden von Padre Javier und mir, die ich in fiebrigen Zustand gehalten habe, begann die Gruppenaufteilung. Die größte Nachfrage besteht natürlicherweise auf Solartechnologie, Ökologie, Gesundheit.
Jeden Tag treffen wir uns eine Stunde intensiv mit dem Trägerkreis, der Mulatos aufbauen möchte. Es werden Pläne gezeichnet, die Wasserlage wird geprüft, es ist eine richtige Bauplanung, fast wie ein Masterplan für das Gelände. Alle sind engagiert dabei, auch die Indigenen denken intensiv mit: Wo ist der Platz der Tiere, wie verlässt das Wasser den Ort gereinigter und lebendiger, als es ihn betreten hat? Welche Pflanzen sind Heilpflanzen? Geplant ist ein Klostergarten bei der Kapelle, eine kleiner Dorfplatz, Schule und Bibliothek, Küche, Restaurant und Wohnbereich. Natürlich darf der Fußballplatz nicht fehlen. Das alles mitten im Urwald ohne Zufahrtsstraßen, mit erstem Minimalstrom. Man fühlt sich wie in den ersten Pionierzeiten von Tamera und noch etwas extremer. Sehr gewünscht ist eine Art Naturkapelle und Meditationsort.
So arbeiten Saskia, Bernd und ich an der Vorbereitung eines kleinen Naturtempels mit einer Feuerstelle, wo sie auch das Feuer für den Ring der Kraft am Montagmorgen machen können.
Samstag, 27. Februar 2010
Ich sitze abends noch im Restaurant, um die letzten Worte aufzuschreiben, denn morgen früh steigen unsere Freunde wieder auf den Berg um die nächsten Nachrichten loszuschicken.
So viele weitere Kernerfahrungen purzeln durch meinen Kopf.
Kinder, die eine Bombe finden, mitten auf dem Weg!!!
Das Militär, das hier im Flusstal vorbei läuft.
Falschmeldungen, die wieder aus der Presse vorgelesen werden von einem vollkommenen verdrehten Bericht über den Tod von Luis Eduardo Guerra.
Daneben die unglaubliche Aufbruchskraft. Die fröhliche Stimmung und die Freude der Menschen am Lernen und studieren.
Es gibt so viel zu sagen. Bei allen merkt man, dass wir einen tiefen Durchlauf machen. Immer wieder mit Fieber oder leichtem Durchfall verbunden. Es ist für uns schon ein neuer Zustand, dauernd so nah am Tod zu sein. Und gleichzeitig so nah am Leben.
Bewegend war die Rede von Eduar, der uns über das Leben von Luis Eduardo Guerra erzählt. Gespräche in kleinen Runden über die Frage, was geschieht nach dem Tod?
Und bewegend seine Rede über die Zukunft. Er ist wohl geistig dem planetarischen Gedanken sehr nah.
Ich grüße euch in Liebe.
Political Network
Tagebuch Robert Gasse
26. Februar 2010
Der vierte Tag des Globalen Campus geht zu Ende, und wieder ist viel passiert.
Die Morgenandacht von Benjamin hat uns in den Tag gebracht. Wie wohltuend, den Körper bewusst zu begrüßen als unseren Geistträger hier auf der Erde. Simple Körperübungen haben bei allen Heiterkeit hervorgerufen, und schon in den wenigen Tagen, in denen wir hier sind, hat die Morgenandacht viel Zuspruch gefunden. Indigene und Campesinos genießen es, sich am Morgen Zeit zu nehmen, um die Welt wahrzunehmen und etwas bewusster in den Tag zu gehen. Immer wieder kommt ein direkter und sehr herzlicher Dank.
Die Rede von Bernd heute über das Wasser als Informationsträger und als Lebewesen war für viele sehr neu. Aber die Augen der meisten haben sehr neugierig geleuchtet. Ein Grundlagenvortrag für die Menschen hier, weil die direkte Umsetzung dieser Gedanken gerade für gutes Trinkwasser absolut wichtig ist.
Babette und Ben, sowie Bori und Meike leisten mal wieder intensive Arbeit von morgens bis abends. Neben der Gruppenarbeit und der Arbeit an den Steinen und Kosmogrammen (mit Saskia) führen sie Gespräche mit dem Consejo oder mit den Nasa. Bei alldem kamen wir heute an einen Punkt des tiefen Humors. Sicherlich auch weil nach drei intensiven Tagen und vielen Informationen und Erlebtem eine große Müdigkeit sich breit machte und man sich auch damit nicht identifiziert hat.
Ich fange an, in der Kulturgruppe Elemente von Theater einzubauen, um der Energie einen sinnvollen Kanal zu geben. Das ist eines der Grundthemen: zu erkennen wie sehr wir mit unseren bisherigen Lebensstrukturen oder eben den kopierten, teilnehmen an dem System des Krieges. Ich bin erstaunt, wie offen dieser Ort ist für diese Informationen und wie sehr Luis Eduardo Guerra in diesem Sinne gedacht hat. Er war ja gerade dabei, einen neuen Ort aufzubauen, weil er wusste, dass es neue Lebensstrukturen braucht. Genau in dieser Phase wurde er umgebracht. Nun entsteht dieser Ort.
Ein konkreter Vorgang heute war das Fertigstellen des Solartrockners. Das bringt eine echte Arbeitserleichterung für die Bauern hier, aber was mich noch mehr beeindruckt hat ist, dass Fabian und Mafu kaum einen Finger gerührt haben, damit sie es hier wirklich selber können. Viele Menschen aus ganz Kolumbien haben mit Begeisterung mitgebaut. Neben demTrockner war der Vorgang, dass Menschen hierherkommen, um Lebensalternativen zu lernen, ganz im Sinne dieses Ortes. Ich bete, das dieser Vorgang sich übertragt in alle Bereiche.
Die Auseinandersetzungen mit den Indigenen hat fuer mich schon in Bogotá während eines Rituals begonnen. Da kam ein Punkt des Mitgefühls mit allen Menschen und Völkern, vor allem mit den Indigenen. Wenn weiter von ihnen Hilferufe kommen, die keine sinnvolle Resonanz finden, werden sich die eingefleischten Bilder des Untergangs verwirklichen.
Aber es passiert etwas anderes!
Der konkrete modellhafte Gemeinschaftsaufbau hier in Los Mulatos ist für viele Vertreter von Gruppen aus Kolumbien ein Hoffnungspunkt. Ein richtiges Licht. Auch oder gerade wegen der ungewöhnlichen Kombination von Spiritualität, Technologie, Sozialem, Weltblick, Liebe …
Alle Indigene haben uns eingeladen zu sich und wir sind herausgefordert, die geistige Feldbildung voranzutreiben, denn Kolumbien ist groß und nur ein Land von den über 200 in der Welt.
Einen dicken Gruß aus dem kolumbianischen Dschungeleinsatz. Roberto
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Tagebuch Martin Winiecki
23. Februar 2010
Heute war der erste Tag des Globalen Campus 2010 in Kolumbien, der eigentlichen Mission, wieso wir hierher gekommen sind.
Inzwischen haben wir neben der kleinen Kapelle für Luis Eduardo Guerra einen Ort für den Ring der Kraft eingerichtet, an dem wir auch unsere Morgenandachten abhalten. In dem ganzen hochenergetischen Strom, in dem wir uns hier befinden, ist die spirituelle Verankerung sehr wichtig und nährend.
Ben las aus dem Text „Entscheidung“ von Dieter Duhm über das „Sehen lernen“: „Erkenne den Spiegelcharakter der Welt…“. Und nachdem er diesen Text aufgeschlagen hatte und zum Fluss, zehn Meter vor den Eingang des Platzes trat, zog eine Gruppe von 36 Soldaten und Paramilitärs vorbei. Es ist nichts weiter geschehen, aber in der Umgebung gibt es wohl einige Militärs, Paramilitärs und wahrscheinlich auch Guerillas. Vor zwei Tagen wurden drei Menschen aus der Friedensgemeinde vermisst, sie sind aber inzwischen alle wieder wohlbehalten aufgetaucht, Gott sei Dank.
Der Globale Campus begann um 8.30 Uhr im neugebauten großen Kiosko, es sind etwa vierzig vor allem junge Menschen der Friedensgemeinde, Vertreter der indigenen Stämme der Nasa, Wounam, Kanguamo und wir. Dieser erste Tag auch noch viel ein Suchen und Finden und so waren z.B. viele der Träger der Friedensgemeinde bei der Eröffnungsveranstaltung noch nicht dabei, weil sie ihre Vollversammlung von gestern noch unerwartet fortsetzen mussten.
Zur Eröffnung sprechen Sabine Lichtenfels und Padre Javier Giraldo. Mit kraftvoller und revolutionärer Stimme hält Sabine Lichtenfels eine Ansprache für die Überlebenskraft, die in der Öffnung für Anteilnahme und die Wiedereinbettung im größerem Zusammenhang zu uns kommt. Sie gibt einen tiefen Dank für die Arbeit hier und sagt: „Ihr arbeitet an der Kernstelle der Wiedereroberung des Lebens.“
Sie spricht davon, dass die ganze globale Kultur auf Krieg beruht und wir deswegen ein ganz neues Kulturmodell erschaffen müssen, in dem vor allem die Kernwunde geheilt wird: „Wir haben alle verlernt, in Gemeinschaft zu leben.“
Sie betont die Bedeutung einer klaren Zukunftsvision, um sich nachhaltig mit einer heiligen und schützenden Quelle des Lebens wiederzuverbinden, und zeigt die lebensrettende Kraft der Vision am eigenen Beispiel, als sie in Famara am Rand des Todes war.
Padre Javier Giraldo sprach danach zur Bedeutung und Geschichte der „Universidad de Resistencia“ und wie sehr ihnen, den verschiedenen verfolgten kolumbianischen Friedensgemeinschaften, es darum geht, ein alternatives Ausbildungssystem aufzubauen, das die Jugend für das Leben in den Gemeinschaften vorbereitet.
„Die Jugend wird aus ihren Gemeinschaft in die Städte gelockt“, sagt der Padre. „Das ist wie eine Zeitbombe. Wir müssen lernen, uns wieder in das zu verlieben, was wir haben: Die Gemeinschaft, das Land, die Natur.“
Danach begannen die drei Untergruppen, die sich ab jetzt wie heute jeden Morgen für drei Stunden geistiger Arbeit und am Nachmittag zu praktischer Arbeit treffen. Die Gruppen sind: Gesundheit – Technologie, Ökologie, Bauen – Kultur und Gemeinschaft.
Die Gesundheitsgruppe unter der Leitung von Patrick und Phöbe wird die Arbeit vom letzten globalen Campus fortsetzen, d.h. weiterhin das lokale Heilpflanzenwissen zusammentragen, eine Grundausbildung für die Behandlung von häufigen Krankheiten geben, einen Heilkräutergarten in Los Mulatos anlegen, sowie den Aufbau einer kontinuierlichen Gesundheitsgruppe in der Friedensgemeinde unterstützen, die die Arbeit dann selber weiterführen. Teil der Gruppe sind v.a. auch viele Frauen und einige Indigene, die ihr Wissen einbringen.
Die größte Gruppe, die sich um Technologie, Ökologie und Bau versammelt und von Bori mit Christoph, Bernd und Mafu geleitet wird, hat ebenfalls ein sehr weites Arbeitsspektrum. Ein Ziel ist die Entwicklung einer Vision für den architektonischen, technologischen sowie ökologischen Aufbau von Los Mulatos als ein autarkes Modelldorf für Kolumbien. Diese Gruppe hat den meisten Zulauf, was viel den Drang der Menschen hier nach einem Aufbruch in eine moderne Lebensform und Autonomie wiederspiegelt. Für uns ist es wichtig, verständlich zu machen, dass alle diese Innovationen am Ende nur Sinn machen werden, wenn sie eingebettet sind in eine neue Ethik von gemeinschaftlichem Zusammenleben.
Die Kulturgruppe, geleitet von Benjamin, Robert, Momo, Saskia und Juliane, angedacht als der Schwerpunkt des Globalen Campus, sollte die Gruppe sein, in der sich die Träger des inneren Rates und die engagierten Jugendlichen ausbilden können in allen sozialen Fragen des Gemeinschaftslebens, doch es ist eine Mischung verschiedenster Menschen dabei. Auf der praktischen Ebene haben wir begonnen, das Schulhaus umzubauen in einen Kraftort für die Jugendlichen, an dem sie sich mit der planetarischen Gemeinschaft verbinden können.
Political Network
Tagebuch Meike
Montag, 22.2.2010
In der Gruppe ist eine steigende Energie zu spüren nach all den Ereignissen und Bewegungen. Und so war es heute so, dass viele krank wurden, viele bekommen Durchfall, Fieber. Das Thema Verdauung beginnt, existentiell zu werden. Alles, was man geistig nicht verarbeitet, integriert bekommt, äußert sich sofort leiblich. Aber es ist dennoch weiter eine gute, klare Energie in der Gruppe. In Zwischenräumen geschehen Gelegenheiten, wo man fast nebenher wichtige Gespräche untereinander führt, so dass die Kohärenz bleibt. Die Gefahr, genervt oder individualistisch zu reagieren, weil man berührt ist und es nicht zulässt, wächst, und es ist sehr toll zu merken, wie nah wir uns sind, so dass diese Bewegung kaum aufkommt, sondern immer ganz früh Korrektur erhält. Ich selber merke, das ich eine klarere Kraft habe als die letzten Jahre. Danke noch einmal für die starke Ausbildung in diesem Winter!
Noch sind hier in Los Mulatos viele Menschen, weil die Friedensgemeinde hier heute und morgen früh noch "Asamblea", Vollversammlung hat. Nach unserer Morgenandacht, eine wunderbare geführte Meditation von Babette inmitten von Schweinen, Hühnern, Hunden, Kindern und werkelnden, scherzenden, redenden Erwachsenen, sammelten wir unter uns ein, was uns bewegt, Träume, Bewegungen Erfahrungen, der Reichtum an Themen ist groß.
Wir werden nun drei Gruppen haben: Gesundheit und Aufbau des Medizinpflanzengartens, Bauen-Ökologie-Technologie, die nun Bernd, Bori, Christoph, Mafu begleiten, und die "Kultur"-Gruppe, Thema Gemeinschaftsaufbau, die sich nachmittags aufteilt in die Jugendgruppe, die auch die Schule weiter aufbauen soll, und eine Gruppe, die an einem Monument aus Steinen und Kosmogrammen bei der Kapelle arbeitet, an der Luis Eduardo, Frau und Sohn ermordet wurden.
Wir werden Frühstudium, Morgenandacht, Frühstück haben und dann eine gemeinsame Rede für alle. Danach ein theoretischer-geistiger Teil in den Gruppen, mit Nachgespräch vom Vortrag, und am Nachmittag die verschiedenen praktischen Arbeiten.
Mafu, Christoph, Bernd und Bori sitzen hier und sprechen über ihre Vorschläge in dem Thema Bau, Wasser, Ökologie, Technologie; rechts sitzen Ben, Phöbe, Patrick und Bori mit den praktischen Koordinatoren und reden über die praktischen Vorbereitungen, die es noch braucht.
Wir haben mit den Nasa-Indianern ein erstes, langes Gespräch geführt. Man merkt, dass dieser Stamm in einer total schwierigen Situaion ist, von Drogenmafia, Guerrilla, großen Konzernen und Politik umrundet und gleichzeitig nahe daran, von innen her zu zerbrechen daran. Möge da im Laufe der Tage noch Situationen entstehen, wo wir wirklich einen exemplarischen Vorgang der Kommunikation, Verständigung und des Vertrauensaufbaus erzeugen können. Melba ist eine Mutter, eine Frau, die sehr viel Schutz um sich aufbauen musste, um für die Frauen einige Rechte zu erringen; bis vor kurzem waren Frauen dort wohl nur als Mütter und Hausfrauen beschäftigt.
Parallel zu dem Treffen hat der Rest unserer Gruppe sich untereinander getroffen und Nacharbeit gemacht, still und im Austausch. Davon waren viele richtig beglückt, es braucht einfach die Besinnung tief in alle dem, was man hier erlebt.
Nach einem Mittagessen gab es einen Vorschlag von Eduar. Es waren nur Indianer, Nasa und Kankuamo da, und Eduar meinte: Erzählt ihnen von Tamera. Es war ein sehr gutes Treffen mit einer tollen Rede von Babette, die viel von der Geschichte und Entwicklung vom Projekt berichtet hat. Alle wollen, dass wir sie besuchen. Aber die Information ist wohl gelandet, dass wir in Tamera nur 200 Leute sind und nicht so viel Kapazität haben.
Und jetzt gab es abschließende vorbereitende Gespräche für morgen, und wir versuchen eine Nacht des Gebetes für unser aller Gesundheit.
Ich grüße euch aus tiefstem Herzen und freue mich zu wissen, wie präsent ihr seid!
Shalom, "vamos todos adelante.."
Political Network
Tagebuch von Momo-Jana Mohaupt
21. Februar 2010 – Fünfter Jahrestag des Massakers an 8 Menschen aus der Friedensgemeinde San Josecito.
Ein bewegender Tag liegt hinter uns. Ich habe diesem Tage eine aus meinen Stichpunkten zusammengefasste Rede von Eduar angefügt, die bei unserer Abschiedsveranstaltung rund um diesen Jahrestag den Höhepunkt gebildet hat.
Heute Morgen haben sich alle (geschätzt 100-120 Menschen) an der Kapelle, die auf dem Todesplatz von Luis Eduardo Guerra, seiner Frau und seinem ältesten Sohn errichtet wurde, versammelt. Ein Gottesdienst besonderer Art fand statt. Wir gingen zusammen an den Stein im Fluss, an dem sie gefangen wurden. Der Padre schilderte die Situation ihrer Gefangennahme. Wir erfuhren auch, dass sein Bruder dabei war, der im Wald entkommen konnte. Wir hörten noch einmal das letzte Interview mit ihm und seine Tochter wiederholte dann ein paar Worte daraus, darunter wieder der Satz: „Heute reden wir noch, doch morgen können wir schon tot sein.“ Und die letzte Szene Jesu mit seinen Jüngern im Garten Gethsemane wurde gelesen. Dann gingen wir den Prozessionsweg hin zur Kapelle, alles zeitgleich zu seiner Ermordung vor fünf Jahren. Hier gab es eine Eucharestie mit Liedern, Texten aus der Bibel. Tamera sang Dans nos obscurité auf französisch und spanisch.
Nach einem kurzen Frühstück sind wir nach Resbaloza gegangen, etwa eine Stunde entfernt in den Bergen. Wir hatten sehr strenge Anweisung, nicht vom Weg zu weichen, weil das ganze Gebiet vermint ist. Schon zehn Zentimeter daneben auf das Gras getreten, kann eine Mine bedeuten.
Was für eine Situation im schönsten Urwald und auch in den Hauptanbauzonen für Kakao und Bananen! Und was für eine Situation für eine Gemeinschaft, da immer mit Kindern oder Eseln durchgehen zu müssen.
In Resbaloza, auch ein Schauplatz des Massakers, gab es einen weiteren Teil der Gedenkveranstaltung. Wieder war eine kleine Kapelle an dem Fundort erbaut worden. Hier wurde eine ganze Familie getötet. Die Todesszenerie konnte auch durch Zeugenberichte der Paramilitärs und Militärs Jahre später rekonstruiert werden. Wir verstehen mehr und mehr, wie fein die Erinnerung aufrecht erhalten werden will, um der Toten zu gedenken und um Kraft für den Widerstand zu gewinnen. Die Kraft eines Märtyrers wird für unsere Ohren zu stark hervorgehoben. Einerseits ist die Kraft in dieser Situation wichtig, andererseits darf diese Kraft den Tod nicht glorifizieren. Es ist ein Drahtseilakt, das richtig zu verstehen, wenn wir nicht in ihrer Haut stecken.
Am Nachmittag waren wir wieder in Los Mulatos. Die Gruppe aus Tamera hat sich versammelt, um den Tag/die letzten Tage einzusammeln, die für uns sehr bewegend und dicht waren. Danach übten wir verschiedene Chorstücke und zogen damit die halbe Gemeinschaft an, um uns zu lauschen. Die Freude tat so gut. Robert ging gegen Ende noch einmal voll in sein Element und lernte mit vielen der Zuschauer Mate Aora und Noyana. Das war eine lichte Situation nach all den Bewegungen des Tages.
Und nun zum Ende des Tages versammelten sich alle noch einmal, weil morgen einige wieder abreisen. Sie sollten die Möglichkeit bekommen, noch letzte Worte sprechen zu können.
Hier einige sinngemäße Auszüge:
Benjamin lud die Internationalen ein, um ein Netzwerktreffen zu machen, in dem man die verschiedenen Möglichkeiten und Ideen des Schutzes durch Öffentlichkeit zusammenträgt.
Ruben, ein Kolumbianer, der in Iralien lebt und das italienische Friedensnetzwerk vertritt, sprach über die Ebenen des Widerstandes: Widerstand gegen die Angst, vor allem, sich nicht von ihr parralysieren zu lassen. Widerstand gegen die Rache – in wichtiger Teil des Widerstandes in Kolumbien – beide Widerstände braucht der gesamte lateinamerikanische Kontinent.
Von den Nasas als Vertreter der indigenen Stimme: Es war stark, eure Kinder hier spielen zu sehen. Sie sind die Zukunft des Landes und brauchen Ausbildung, um die Rache zu beenden.
Eine junge Frau, deren Vater vor 20 Jahren verschwunden ist sagt: Diese Gemeinschaft gibt mir die Kraft weiterzumachen. Mit eurer Arbeit begleitet ihr auch mich und gebt mir Mut.
Vertreter der Wau Nam Indigenas: Wir können euch den spirituellen Teil dazugeben, wie auch Tamera das macht. Wir können euch helfen, auf spiritueller Ebene die Gelände zu heilen.
José aus der Friedensgemeinde: Ein Teil der Erinnerung wird gebaut aus dem Erschaffen des Denkens. Nutzt nach einem solchen Tag den Abend zur Besinnung.
Brigida aus der Friedensgemeinde: Wenn alle Priester wie Padre Javier wären, wäre die Welt voll mit der Gospel, der Gospel der Kraft, des Erschaffens von Leben, des globalen Teilens.
Und eine der Ansprachen war die von Eduar.
Das war es für heute. Jetzt gibt es gerade noch ein lebendiges freudiges Feuer. Ich freue mich auf die kommenden Tage, denn wir können Feldbildung live studieren und sind im positivsten Sinne herausgefordert, unser Wissen in den Raum zu geben.
Betet mit uns, dass es gelingt.
Rede von Eduar: Was ist ein Friedensdorf?
Viele sind hier in Los Mulatos und fragen sich: Was ist ein Friedensdorf?
Ein Friedensdorf zu kreieren ist ein kollektiver Prozess. Nach all dem Schmerz und dem Leiden kommt die Wiederauferstehung, wenn es Widerstand gibt. Die Gemeinschaft hat die Auferstehung erreicht. Das Leben muss solidarisch und kollektiv aufgebaut werden. Ein Friedensdorfes hat dies als Basis. Der Widerstand ist aus Solidarität, Kollektivität und Gleichschwingung aufzubauen.
Wir haben von den Menschen aus Tamera gelernt, von ihrem 30 jährigen Widerstand. Sie haben ein politisches Kloster aufgebaut. Er dient in Tamera der Schau in die Welt und der inneren Schau, um auf die Themen wie die freie Liebe, die sie aufbauen, schauen zu können.
Wir hatten sechs Monate des Nachdenkens: Was ist für uns das Zentrum, das uns in den Schritt führt, das Kollektive, die Solidarität, die Überzeugungen und die Kohärenz zu errichten? Das politische Kloster war die Antwort, und das Zentrum soll in Los Mulatos sein, um das möglich zu machen, was wir manchmal nicht mehr glauben. Denn das Leben muss blühen. Der Platz braucht einen Schritt in Richtung einer neuen Welt. Und so bauten wir in den letzten drei Monaten diesen Ort auf.
Und wenn wir hier sind, fragt man sich: Woraus besteht die Alternative? Aus einem Fluss, aus Steinen? Wir brauchen keine Straßen und hohen Häuser aber die Natur, die uns mit dem Leben verbindet.
Der Globale Campus soll ein Start sein für das politische Kloster. Hier wollen wir die letzten fünf Jahre reflektieren und teilen. Dies ist ein Schritt, um eine neue Welt zu errichten. Das ist ein Friedensdorf.
Je heftiger die Realität ist, desto schwieriger ist es für uns, einen Schritt zur Seite zu tun. Und das Wichtigste ist die Gleichschwingung. Es ist die ganze Gemeinschaft, nicht nur die Leiter, die die kollektive Kraft aufbauen. Männer, Frauen und Kinder haben das Dorf gebaut – eine Gemeinschaft des Friedens.
Es braucht den kollektiven Geist. In diesem Sinne will ich Padre Javier danken. Er hat in uns die Kraft und die Gleichschwingung geschaffen, um unsere Schritte zu tun.
Wir glauben an eine andere Welt, die wir heute erschaffen und nicht morgen. Die Zukunft beginnt heute.
Das ist, was wir ein Friedensdorf nennen.
Political Network
Tagebuch von Sabine Lichtenfels
Samstag, 20. Februar 2010
Am frühen Morgen bewegte sich die Pilgergruppe Richtung Los Mulatos. Um fünf Uhr standen wir auf und machten uns auf den Weg. Noch am Abend davor hatte ich nicht gewusst, ob ich in der Lage sein werde, den langen Weg zu machen, da mir jeder Schritt im Rücken weh tat. Ich ging tief in die Vision und ins Gebet.
Irgendwie konnte ich es gut innerlich abgeben, da ich wusste, dass die innere Führung mich hier oben in Los Mulatos haben will, und ich begab mich
voller Vertrauen in die Nacht. Die Gemeinschaft hatte sich rührend um
mich gekümmert, Patrick mit Akupunktur, Ben mit Massage und Rücken
einrenken, Bernd mit seiner spirituellen Unterstützung, Saskia mit Essen bringen und ähnlicher Fürsorge, und Bori spielte die Comandante und achtete darauf, dass ich nicht zu viel mache. Ich habe mich auf schöne Weise geliebt gefühlt, das war wohltuend.
Am Morgen tat mein Kreuz noch weh, aber ich fühlte mich trotzdem besser.
Der Himmel war bedeckt, und in der Nacht hatte es seit Monaten das erste Mal wieder geregnet. Es erschien wie ein Segen nach dem Ritual.
Ich war entschieden, hoch zu laufen, und verband mich mit der Vision, dass ich während dem Laufen immer mehr heile und dass mich die Göttin hoch schieben wird. Mein Kraftsatz hieß: "Ich bin die Kraft, die Leichtigkeit und die Gesundheit, die sich durch mich offenbart, weil ich sie durch mich wirken lasse.“
Es war wie ein Wunder, ich konnte tatsächlich laufen, die Vision dieser Pilgerschaft, auf die ich mich jetzt seit Monaten vorbereitet hatte, weil sie beim letzten Mal an unsere absoluten Grenzen geführt hatte, erfüllte sich. Ich hatte wieder und wieder vor mir gesehen, wie wir alle zwar körperlich etwas erschöpft sein werden und auch herausgefordert sind, aber dass der Weg mit Leichtigkeit und Freude vonstatten gehen wird und viel leichter sein wird als beim letzten Mal.
So war es. Mein Kreuz wurde sehr beweglich, und ich konnte den Berg hinauf mit Schritten gehen, die am Vortag noch unmöglich gewesen wären. Der Weg war für mich ein einziges Dankgebet. Der ganze Tag blieb bewölkt, so dass es auch nicht so unerträglich heiß war.
Mein Dank galt auch der Tatsache, dass wir die Gemeinschaft von San Josecito an diesen für sie geschichtlich wichtigen Tagen begleiten durften. Für den Padre war es wohl der Tag, auf den er schon seit Jahren gewartet hatte. Und für alle hier, war etwas sehr Entscheidendes geschehen: Ein Stück Schmerz der Vergangenheit heilte, es war wie der Aufbruch in etwas Neues.
Sie haben das Ganze sehr systematisch vorbereitet: Erst die Vergangenheit erinnern und heilen, von dort aus den Blick in die Zukunft richten. Wir pilgern der Zukunft entgegen, nachdem wir die Trauer und den Schmerz betrachtet haben und ihn nicht verleugnen. Nach einem etwa siebenstündigen Marsch durch wunderschöne
Urwaldgebiete, die uns vor allem durch ihren vielfältigen Geräusche beeindruckten, kamen wir in Los Mulatos an.
Was war das für eine berührende Überraschung. Mir blieb erst einmal die
Sprache weg. An dem Ort, wo es das letzte Mal nur ein einziges verfallenes Haus gab und die kleine Holzkapelle, an der Louis Eduardo Guerra ermordet worden war, und sonst nur Urwald, an genau diesem Ort war jetzt ein ganzer Dorfplatz vorbereitet. Es wirkte tatsächlich wie ein „Testfeld“ auf mich. Ein großer Kiosko, wo wir alle tagen können, aus Brettern und zum Teil auch Steinen, ein Schulgebäude, das jetzt als Restaurant dienen soll, mehrere kleinere Kioske für verschiedene Menschen, die dort ihre Hängematten unterbringen. Ein Bretterhaus, in dem eine kleine Gruppe von Menschen bereits lebt. Fein säuberlich sind die Wege mit blauen und weißen Steinen eingerahmt. Bänke, einfache Waschkajüten mit Eimern und Plastik eingerahmt, provisorische Klos machen es möglich, dass hier tatsächlich
ein Globaler Campus stattfinden kann. Mir kamen die Tränen, als ich das
alles sah.
Wieder und wieder bedankten sie sich, dass dies alles durch Tamera inspiriert worden sei. Sie möchten hier einen politischen Ashram starten und eine Station für den globalen Campus aufbauen.
Interessanterweise weckt dieser Ort, so wie er bis jetzt eingerichtet ist, sofort die Lust zu denken. Und er hat die revolutionäre Kraft und Ausstrahlung. Dass sie in so kurzer Zeit das alles errichten konnten, das zeugt für mich davon, dass sie wirklich etwas vorhaben. Mutig kraftvoll und entschlossen.
Der Padre hat es etwa so beschrieben: Luis Eduardo Guerra, der hier ermordet wurde, lebt für uns auf diese Weise weiter. Es war immer seine Vision, Alternativen aufzubauen zu dem System der Gewalt. Wenn wir jetzt hier ein Modell errichten, dann zeigen wir damit, dass das Leben unbesiegbar ist. Er lebt weiter mitten unter uns.
Es ist schon toll wie sie daraus Kraft beziehen.
Sonntag, 21. Februar 2010
Heute ist noch einmal ein Tag, wo wir der Toten gedenken. Eine Andacht am Ort, wo Louis Eduardo Guerra festgenommen wurde. Der Padre erzählt sehr detailliert von der Situation, sie versuchen, die Erinnerung so lebendig wie möglich aufzubauen.
Mitten im Flussbecken, an dem Ort seiner Festnahme, hören wir das Interview mit Luis Eduardo Guerra das zweite Mal. Da spricht ein intelligenter Widerstandskämpfer, der versucht, den Bauern und allen Vertriebenen eine Alternative aufzuzeigen.
„Wir werden nicht die einzige Gemeinschaft sein, sondern weltweit werden wir unsere Brüdern und Schwestern finden, die auf ähnliche Weise in Solidarität mit uns ein menschenwürdiges, gemeinschaftliches und solidarische Leben aufbauen,“ sind seine Worte. Die Menschen aus der Tameragemeinschaft schauen sich in stiller Freude an. Ja, das Leben geht weiter, wir stehen im Dienst einer großen weltweiten Bewegung, die dem Leben und seiner Gerechtigkeit gewidmet ist, der Wahrheit und der Anteilnahme unter uns Menschen.
Gleich gehen wir weiter nach La Respalosa, wo eine andere Familie ermordet worden war. Der Padre sagt: „Jeder, der es wagt etwas wirklich Neues aufzubauen, muss mit großen Widerständen rechnen, wir müssen lernen, ohne Angst zu leben und uns nicht einschüchtern zu lassen.“
In seinen Reden stellt er Luis Eduardo Guerra als jemanden vor, der der Botschaft Jesu gefolgt ist. „Niemand kann mein Leben nehmen, ich gebe es, wenn es an der Zeit ist, um es wieder zu erlangen.“
Immer wieder kann ich nur voller Respekt darauf schauen, wie sie versuchen, sich mit dem Tod zu arrangieren, ich wüsste in dieser Situation auch keinen besseren Weg. Sie zerbrechen nicht daran, sondern sie nehmen es als Kraftquelle, um sich mit einer größeren Vision und Idee zu verbinden, die normalerweise keine Chance hätte in dieser schwierigen Situation.
Heute Morgen kam ein junger Mann zu uns, Julio, dem man ins Bein geschossen hat. Er kam mit fröhlicher Energie zu uns und meinte, dass er unbedingt einmal nach Tamera kommen möchte. „Das was ihr hier seht,“ sagte er, „ist ein Geschenk an euch, denn es wurde durch euch inspiriert.“
Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir an kleinen Beispielen schon das Prinzip des Magnetfeldes studieren können. In der Zeit, als sie mit dem Bau begonnen haben, haben wir studiert, wie sich durch eine neue Information alle Teile eines Ganzen neu organisieren. Jedes Teilchen kennt seinen Platz und weiß, wo es hingehört. Genau das scheint hier zu geschehen. Die ganze Gemeinschaft formiert sich neu. Sie hat eine neue Ausrichtung und eine neue Begeisterung gewonnen. Das gab ihnen die Kraft, in so kurzer Zeit ein kleines Wunder zu erschaffen und ein halbes Dorf aufzubauen.
Political Network
Tagebuch Sabine Lichtenfels
Sonntag, 21.2.
Wir sitzen hoch in den Bergen an der Casa Julio nach einem ca. zweistündigen Aufstieg. Ein Ort, an dem Alfonso ermordet wurde (ein Mitglied der Friedensgemeinschaft). Hier von der Höhe können wir die Technik nutzen und schicken euch einen Gruß aus dem Dschungel Kolumbiens. Es ist erschütternd mitzuerleben, wie die Friedensgemeinschaft ihre ermordeten Genossen bedenkt und daraus immer neue Kraft bezieht für den gewaltfreien Widerstand gegen ein korruptes System und für den Aufbau neuer Lebensperspektiven. Inspiriert durch ihren Besuch in Tamera haben sie mitten im Dschungel innerhalb der letzten zwei Monate ein kleines "Dorf" errichtet für den Aufbau eines "Politischen Klosters", wie sie es nennen.
Wir danken für das Wunder der feldbildenden Kraft.
Political Network
Tagebuch von Martin Winiecki
20. Februar 2010
Nach dem gestrigen Tag, der der Trauer für die verstorbenen Mitglieder der Friedensgemeinschaft gewidmet war und ihrem würdigen Andenken, hat heute die Pilgerschaft in eine andere Zukunft begonnen. Frühzeitig am Morgen, zum Sonnenaufgang, bricht die Gruppe in San Josecito auf – unser Ziel: Los Mulatos, der Ort, an dem vor genau fünf Jahren das Massaker an Luis Eduardo Guerra und sieben Begleitern stattgefunden hat und dem nun die Friedensgemeinde inspiriert durch Tamera ein intensives Gemeinschaftsexperiment starten will. Wir sind richtig gesegnet auf unserem Weg, der Himmel ist bewölkt, die Wege sind trocken, manchmal gibt es sogar leichten kühlen Nieselregen.
Es ist, als wollten sich die Geister der Natur uns offenbaren, und viele von uns werden besonders durch die vielfältige Geräusche des Dschungels erreicht von den seelischen Schichten, die die Natur hier birgt. Wenn man sich öffnet, spürt man die enorme Naturkraft, in der man sich bewegt, und wie sie den Menschen, der sich wieder aufmacht für eine größere Anteilnahme und Friedenssuche, unterstützen will.
Bernd Müller und ich sind eine Stunde vor der Hauptströmung noch im Dunkeln leise in San Josecito aufgebrochen, in Begleitung von Eduar und Padre, um sie auf Umwegen sicher an San Jose und dem dort befindlichen Polizeiposten vorbei zu bringen. Immer wieder kommt einem die Existenzialität und die Ernsthaftigkeit der Situation hier sehr nahe.
Nach einer sicheren und fröhlichen „Caminata“ kommen wir nach Los Mulatos: „Bienvenidos a la Aldea de Paz Luis Eduardo Guerra“ steht auf dem Eingangsschild, „Willkommen im Friedensdorf Luis Eduardo Guerra“. Die, die den Platz von letztem Mal kannten, wo hier quasi nur Bäume und ein Haus waren, können ihren Augen kaum glauben. Ein großer, weiter Platz ist entstanden mit einem großen Treffpunkt (Kiosko), verschieden Unterkünften, einem Schulhaus, Studienorten und Küche.
Es ist wie ein weiteres Testfeld, ein großes offenes und leeres Gefäß, das sich füllen will mit etwas total Neuem, und allein hier zu sein lässt den Glauben an das Entstehen eines Friedensforschungsdorfes im Kolumbien kräftig wachsen. Sofort kommen Bilder, was hier alles stattfinden kann. Es unglaublich, wie Eduar und Padre, angesteckt, durch das, was sie in Tamera im Sommer erlebt und gesehen haben, diese Vision empfangen und umgesetzt haben.
Padre nennt das Experiment hier „monasterio politico“, politisches Kloster, das der Gemeinschaft als Ausbildungszentrum dienen soll. Was für ein Zeichen ihrer Entschlossenheit! Es herrscht eine sehr große Hoffnung und hohe Energie in den Menschen der Friedensgemeinschaft, besonders den jungen, die wir so lieben. Einige beschäftigte Menschen nageln noch letzte Bretter an und treffen Vorkehrungen für die Einweihung.
Ich kann von hier aus nur unsere Dankbarkeit ausdrücken darüber, hier in diesem neuen Los Mulatos zu sein, ausdrücken. Dankbarkeit für die Segen dieses Tages und für das, was hier immer mehr aus der Latenz einer großen Heilungskraft ans Licht der Welt tritt.
Political Network
Tagebuch von Jana Mohaupt
19.2.
Ein bewegender Tag liegt hinter uns, und ich hoffe, ich finde schon passende Worte dazu.
Am Morgen sind wir mit einem großen Teil der Gemeinschaft nach San José de Apartadó (Anmerkung der Red: der ehemaligen Standort der Friedensgemeinde, die 2005 dem staatlichen Druck wich und San Josecito gründete) gegangen, um eine öffentliche Prozession mit etwa 150-200 Menschen für die Toten der Friedensgemeinschaft zu machen. Wir hatten die Überreste des Massakers mit uns - acht Menschen, drei Kinder und fünf Erwachse, die jetzt nachträglich richtig bestattet werden sollen. Wir trugen Bilder von den vielen Verstorbenen der letzten dreizehn Jahre und eine Liste mit den mittlerweile über 200 Namen der Ermordeten.
Auf den Hauptplatz in San José sprach Padre Javier ein Gebet, und wir sangen den Canto "Nuestra Tierra", sehr improvisiert und doch sehr passend zu der Situation.
Wir gingen zum großen Versammlungsraum in San Josecto und stellten darin die Särge mit den Bildern der Verstorbenen auf. Ein weiteres Gebet und viele Lieder der Trauer und des Gedenkens folgten. In der Situation verstehen wir immer mehr, wie wichtig dieser Vorgang für die Gemeinschaft ist und wie sehr er ihnen Kraft gibt, um in die Zukunft, in eine neue Zukunftsvision zu gehen. Unsere Übung war es, die langen Zeremonien offen zu begleiten und uns nicht vom Mitleid und vom Schmerz wegreißen zu lassen.
Ein Mitglied des Rates dazu: „Die würdige Erinnerung an unsere Toten gibt uns Hoffnung für den Aufbau einer besseren Zukunft. Es hilft uns, dass wir uns von unserem Trauma befreien können.“
Am frühen Abend trafen wir uns zu einer langen Eucharistiefeier mit vielen Gebeten, vielen Gesängen, die eher kommunistisch und weniger kirchlich anmuteten. Wir hörten ein letztes Interview mit Luis Eduardo Guerra, dass etwa 30 Tage vor seinem Tod stattfand. Berühmt sind daraus die Worte: Heute reden wir noch, doch morgen können wir schon tot sein. Dieses Interview sollten wir bald in unserem Netzwerk verbreiten, denn es schildert die Beweggründe einer solchen Friedensgemeinschaft, sich inmitten des Konfliktes niederzulassen.
Der Padre fand bewegende, fast poetische Worte zu den acht Ermordeten und schilderte die letzten Minuten ihres Lebens, die sie vor allem aus den Verhören der Mörder kannten.
Am Ende standen ca. 20 Vertreter verschiedener Friedensinitiativen und Gemeinschaften Kolumbiens auf, um einerseits ihre Solidarität mit der Gemeinschaft zu bekunden. Andererseits zeigten sie auch auf, dass überall in Kolumbien Stämme und Gemeinschaften ein ähnliches Schicksal erfahren. Wie viele Tote für einen solch sinnlosen Kampf der globalen Großmächte. Die ganze Welt und das Schicksal der Menschheit schienen anwesend zu sein.
Dann trugen wir mit einem Gebet die Särge in ihre Gedenk- und Grabesstätte, und Sabine Lichtenfels sprach und sang ein mutiges, heilendes und visionäres Gebet am Schutzstein des kleinen Steinkreises, der sich im Moment direkt neben der Grabstätte befindet. Die Menschen kamen danach und stellten ihre Kerzen rund um den Schutzstein.
Die innere Situation in uns ging auf und ab - Trauer-, Kraft-, Freudemomente gaben sich die Hand. Die Stimmung in der Gemeinschaft war ernsthaft und freudig oder humorvoll und licht zugleich. Morgen früh gehen wir los nach Los Mulatos. Ein langer Marsch liegt vor uns, und jeder sammelt noch einmal seine Kräfte.
In Los Mulatos wird am 21. Februar, dem Gedenktag des Massakers, noch eine Zeremonie im großen Kreis stattfinden. Am 24. Februar wird dann der Globale Campus beginnen, eine Friedensausbildung zum Thema „Modelle schaffen für den Frieden“.
Einen großen Dank für eure Unterstützung. Sie gibt uns Kraft.
(copy 2)
Political Network
Tagebuch Sabine Lichtenfels
13.2.2010
Am späten Samstag Abend kamen Barbara Kovats und ich in Bogotá an und wurden wärmstens empfangen von unserer Gruppe in der Pension Amandamahi. Margerida, der Leiterin der Pension, ist es gelungen, mitten in der Stadt eine Oase der Ruhe und der Kraft aufzubauen. Wir waren die letzten unserer Gruppe, neben den Menschen aus Tamera waren Fernando von den Nasa-Indianer und Claudio aus Brasilien bereits angekommen. Noch am Abend gab es einen ersten Austausch. Die Gruppe berichtete von einem Besuch bei Taita Orlando Gaitan, der sie zu einem Ritual eingeladen hatte, das hier in Bogotá regelmäßig durchgeführt wird. In einem wunderschönen neu errichtenten Tempel, in dem die Prophezeiungen der Mayas genauso an den Wänden küstlerisch gestaltet geehrt werden, wie auch die Zeichen urchristlicher Werte, feierten sie eine ganze Nacht lang die Zusammenkunft in verbundener Weise mit den heiligen Kräften von Mutter Erde.
14.2. 2010
Nach einer ersten Nachtruhe feierten wir am Sonntag Morgen eine kleine Morgenandacht im Innenhof der Pension, einem wunderschönen kleinen Garten, wo unzählige Heilkräuter und Blumen an einen Klostergarten erinnern.
Ich lege mir ein Blatt einer blühenden Scharfgarbe in den Mund. Die schöne Umgebung gibt mir das wunderbare Gefühl, zu Hause angekommen zu sein. Groß und mächtig fühle ich die Seele des Landes aufsteigen.
Die Gruppe ist in aufgeräumter Erwartungsstimmung. Letzte Dinge werden besorgt. In einer geistigen Stunde führt Martin auf schöne Weise in die Geschichte Kolumbiens ein. Wir umkreisen wieder und wieder die Frage: Was wird unser Beitrag hier zur Heilung sein? Wie kann eine kleine Gruppe von Menschen mithelfen, dass Menschen in Lebensgefahr geschützt sind?
Am Nachmittag fährt eine kleine Gruppe auf einen Berggipfel, den Monserrate, wo auf 3200 m Höhe eine Kirche zu Ehren der schwarzen Madonna errichtet wurde. Die Madonna wurde wohl aus Spanien hierher gebracht. Überall erzählt dieses Land die Geschichte der Kolonialisierung. Auf dem Gipfel des Berges sind lauter Sendetürme errichtet, zwei davon merkwürdigerweise in der Form einer Pentagramme.
In der Kirche vor der Madonna verweile ich eine ganze Weile. Es ist für mich eine schöne Gelegenheit, mich mit der Seele Kolumbiens zu verbinden. Es ist, als würde sie sich mit den Anden verbinden, und man fühlt sich tief in die Fruchtbarkeit dieses Erdteiles hineingezogen. In stiller Meditation saßen wir eine ganze Weile vor der schlichten Madonna mit Kind auf dem Schoß, das souverän seine drei Finger nach oben weist, um zu erinnern an die Deieinigkeit.
Plötzlich fühle ich die Aufforderung, eine kleine Figur zu erwerben, um auch in Tamera vor unserem kleinen Altar an diesen Kraftort erinnert zu werden. Ich ziehe los, finde einen kleinen Laden, trete ein, und direkt hinter mir wird die Tür abgeschlossen. Ich bin also gerade noch vor Ladenschluss her gekommen. Und dort sehe ich dann auch eine kleine schwarze Madonna, die direkt neben einer Figur steht, die der Fatima aus Portugal verblüffend ähnlich sieht.
Am Abend trifft sich die Gruppe, um spanische Lieder einzuüben. Bori und ich führen nachdenkliche Gespräche über die Frage: Wie ist unser gesundes Verhältnis zu den Indigenen.
15. 2.2010
Ring der Kraft im Innenhof. Momo-Jana macht eine kraftvolle Einstimmung. Es ist schön, sich mit Tamera verbunden zu wissen.
Gleich am Morgen führen wir ein Gespräch mit Fernando. Er erzählt, wie es ihm erging, seitdem er aus Tamera zurück ist. Da trafen sich Welten aufeinander. Wir erhalten immer mehr Einsicht in die komplexe Welt, in die Schwierigkeiten und Hoffnungen, durch die er sich durcharbeitet. Er kam im Glauben, dass er nicht mit uns reisen kann.
Aber wir konnten ein erstes Wunder erleben. Fernando öffnete sich immer mehr, und mit dem iefen Entschluss, uns alles zu erzählen, öffneten sich auch andere Tore. Endlich gelang es, den Cabildo, die Regierung der Nasa, telefonisch zu erreichen. Sie hatte vorher Fenrnados Kommen nach San José nicht befürwortet, da er kein öffentlicher Vertreter sei. Jetzt stimmte der Vorgesetzte sehr offen zu und meinte, dass sie helfen wollen, die Missverständnisse aufzulösen.
Auch der kranke Großvater wurde so weit gesund, dass jetzt der Entschluss gefasst ist, dass Fernando uns begleiten wird und wir gemeinsam mit den anderen Nasa-Vertretern Gespräche führen können.
Mir scheint die Geschichte tief geführt. Es ist, als würde das Leben uns solche Begegnungen zuspielen, damit wir gemeinsam auf die nächst höhere Ordnungsebene steigen.
16. Februar
Eine Stunde vor der Busreise nach San José. Weiter in Stichworten: kraftvolle Begegnung mit Gloria Guartas, die jetzt für die linke Partei in den Wahlkampf einsteigt. Wir waren wieder einmal beeindruckt von ihrem globalen Denken. Auch spürbar, wie viele Impulse, die sie in Tamera erhalten hat, in ihr politisches Handeln einfließen. Sie hat Hoffnung, zusammen mit ihrer Freundin Piedad Corduba, eine Frau mit charismatischer Ausstrahlung, als Senatorinnen in die Politik eintreten zu können.
Sie weiß auch, dass die Chance nicht so besonders hoch ist, aber lachend sagt sie, dass man nichts unversucht lassen darf. Sie ist eine echte Politikerin mit Herz. Ihr Engagement kommt aus dem Mitgefühl. Erschütternd ihre Berichte, wie junge Menschen jetzt dazu öffentlich angehalten werden, als Informanten zu agieren. Es wird ihnen Geld dafür angeboten, Freunde zu verraten, die in der Gurilla sind.
Gloria zeichnete ein bewegendes Bild von ganz Südamerika auf. Das positivste Beispiel für politisch wirksames Handeln sieht sie in Bolivien. Hier fördert die Regierung öffentlich den Vorgang autarker Gemeinschaftsbildung. In der Constitution der Regierung ist ausdrüklich formuliert, dass es um eine Kooperation mit den Kräften der Natur geht. Die großen Konzerne werden ausgelagert.
Am Abend ein bewegender Besuch bei Taita Orlando Gaitan. Er hat sich sehr offensichtlich gefreut, mich zu sehen. In der Kommunikation war es nicht ganz so leicht für mich, weil wir spanisch englisch deutsch kommunizieren mussten. Er hat viele Weisheiten formuliert und bildet in Kolumbien sehr offensichtlich ein Tor für die Transformationsvorgänge.
Heute hatte ich eine bewegte Nacht mit vielen Träumen. Dreimal bin ich erwacht, weil ich übermäßig ausatmen musste. Das hat zur Folge, dass ich mich eher sehr durchlässig und schwach fühle, spirituell allerdings sehr geöffnet. Ich bin gespannt, wo das hinführt.
Die Morgenandacht, aus der ich gerade komme, war wunderschön, und als Zeichen der Resonanz mit der Seele des Landes hat sich in dem Moment, wo ich die Meditation abgeschlossen habe, ein kleiner Kolibri über uns in den Kreis gesetzt. Miguel meinte, dass dies sonst eher Vögel seien, die sehr scheu sind.
Ich nahm es wahr wie eine schamanische Seele, die neugierig schaut, was wir da machen.
Fortsetzung folgt







