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Join the global food revolution

 

Come together locally,

cultivate abundance,

grow your own food without chemicals,

share and exchange with your neighbours,

generate income with the surplus,

save the seeds,

recycle your waste and make compost,

learn to treat water as a living being,

cook with solar energy (or biogas),

plant trees,

build sustainable models

and join the global food revolution.

Philip Munyasia, Kitale, Kenya


Die globale Nahrungsmittelindustrie vergiftet ganze Regionen der Erde, baut ihre monopolartige Kontrolle über Saatgut, Anbaugebiete und Absatzmärkte aus, steuert über die Medien unser Essverhalten und speist uns mit genmanipulierten und geschmacklich aufgeputschten Nahrungsmitteln ab. Doch weltweit bildet sich eine Alternativbewegung, die nachhaltige und gewaltfreie Ernährungsmodelle für die Zukunft entwickelt.

Es entstehen weltweit Modellregionen, Nachbarschaften, Transition-Towns, Subsistenzwirtschaften und Kooperativen, deren Beteiligte unsere Nahrung als Geschenke der Gaia-Erde achten und in Solidarität und Kooperation mit allen Mitgeschöpfen arbeiten. „Nachhaltigkeit“ ist dabei zu einem Schlüsselbegriff geworden für eine Wirtschaftsweise ohne Ausbeutung, für eine Win-Win-Situationen zwischen der Erde, die unsere Nahrung hervorbringt, den Menschen, die sie erzeugen und allen Lebewesen, die mit uns diesen Planeten teilen.


In der Zukunftswerkstatt Tamera ist seit einigen Jahren eine Abteilung für eine nachhaltige, dezentrale und mittäterfreie Ernährung im Aufbau. Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, eine Modellregion aufzubauen, in der die Menschen sich wieder selbst versorgen können. Es soll eine real gelebte Alternative zu den sinnlos gewordenen Megasystemen entstehen, die im Prinzip übertragbar sein soll auf viele andere Regionen der Erde. Die Grundgedanken und Prinzipien, an denen wir uns bei diesem Modell orientieren, heißen:


Regional (dezentral):

Alle Nahrungsmittel kommen soweit wie möglich aus eigenem Anbau oder aus dem Regionalnetz unserer Nachbarn und Freunde oder zumindest aus Portugal und nur in besonderen Fällen aus internationalem Fair-Trade-Handel.


Saisonal:

Wir leben mit den Rhythmen der Natur und lernen es, immer mehr mit den Gaben und Früchten zu leben, die uns zu den jeweiligen Jahreszeiten geschenkt werden.


Mittäterfrei (nachhaltig):

Durch unseren Umgang mit den Pflanzen, dem Anbau und der Ernte sollen Menschen, Tiere und die Erde nicht ausgebeutet oder geschädigt, sondern im Gegenteil bereichert und geheilt werden. Im tiefsten Sinn „nachhaltig“ ist das, was sich nicht gegen die übergeordneten Lebenskreisläufe richtet, sondern sie kennt und mit ihnen kooperiert. Dann entstehen Systeme, wo es keine Verlierer mehr gibt. Die Natur dankt uns diese Vorgehensweise mit stabilen und hohen Erträgen, mit gesunder Nahrung und mit einer Fülle, die auch unsere menschliche Seele wieder öffnet und nährt.


Möglichst vegan:

Wir verzichten in unseren Gemeinschaftsküchen auf tierische Produkte, überlassen es aber jedem Einzelnen privat, in Tamera noch Milchprodukte oder Eier zu essen. Wir haben uns darauf geeinigt, Fleisch, Fisch und Geflügel vorläufig nicht in Tamera zu essen, weil wir auf dieses Thema noch keine wirkliche Antwort haben. Wir werden jedoch weiter an der Frage forschen, ob Tiere in der Zukunft zu unserer Ernährung gehören werden und wie ein dementsprechendes humanes Halten und Töten von Tieren aussehen könnte. Auch wenn dieses Thema durch die Gewalt der derzeitigen Tierhaltung sehr belastet ist: Es geht uns nicht um Dogmen, sondern um Entscheidungen, die auf authentischen Erfahrungen beruhen.


Vollwertig:

Was nährt uns wirklich? Welche Nahrung macht uns nicht nur satt, sondern lebendig und gesund? Es ist oft nicht die Menge, und es sind auch nicht nur materielle Inhaltsstoffe, sondern es sind Licht und Seelenkraft sowie die Freude bei der Zubereitung und dem Essen, die ein wahres "Lebensmittel" ausmachen.


Um diese Grundgedanken konkret in die Praxis umzusetzen, arbeiten wir in folgenden Bereichen und fügen sie zu einem Gesamtsystem zusammen:


Permakultur:

In der an den Prinzipien von Sepp Holzer orientierten Permakultur von Tamera wird bereits eine Vielfalt von Obst und Gemüse, von Kräutern, Gewürzen und Heilkräutern sowie Oliven und Mandeln angebaut und geerntet. Getreide und Hülsenfrüchte sollen in den kommenden Jahren dazukommen.


Saatgutgewinnung:

Unmittelbar verbunden mit der Permakultur ist die Gewinnung von eigenem, hybridfreien und an die regionalen Bedingungen angepassten Saatgut. In Tamera wurde dafür ein Samengarten und das dazugehörige Saatgutlager angelegt.


Regionalnetz:

In Kooperation mit benachbarten Bauern, Farmern, Imkern und anderen erzeugen wir Früchte und Gemüse sowie Reis, Getreide, Kichererbsen, Bohnen, Honig, Olivenöl, Eier, Käse, Brot und mehr. Wir teilen unser Wissen aus Permakultur, Retentionslandschaften und Technologie und lernen von den einheimischen Bauern und ihrer Erfahrung. Ziel ist eine Kooperative, an der sich viele Menschen aus der Region an den neuen Nahrungskreisläufen wieder beteiligen können.


Einkauf und Koordination:

Die gesamte Versorgung, der Einkauf, der Betrieb der verschiedenen Küchen sowie der Aufbau des Regionalnetzwerkes werden von Lina Wrobel und Birger Bumb koordiniert.


Verarbeitungsküche:

In der von Ina Voigt und Petra Mockert geleiteten Verarbeitungsküche werden alle notwendigen Konservierungs- und Veredelungsschritte geleistet. Es werden Kräuter, Tees, Marmeladen, Trockenfrüchte, Essig, Olivenöl, Kochtomaten, Gewürze, Sauerkraut, Chutneys, Heilkräuter, Seifen, Shampoo hergestellt, konserviert und gelagert.

In der Verarbeitungsküche werden viele Verarbeitungs- und Kochprozesse mit Solarenergie (Schefflerspiegel, Solartrockner, Kochkisten) und aus Küchenabfällen gewonnenem Biogas durchgeführt.



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