Aufruf zur Unterstützung für 2021: Helfen Sie uns durch diesen finanziellen Engpass!

In diesen Zeiten der globalen Krise steht Tamera, wie unzählige andere Projekte auch, vor einer herausfordernden Situation. 2020 blieben die Tore unserer Gemeinschaft für Gäste und StudentInnen geschlossen, was uns in einen großen finanziellen Engpass geführt hat. Um unsere Forschungsarbeit weiterzuführen und der Welt anbieten zu können, bitten wir Sie und euch, uns mit Spenden für das Jahr 2021 zu unterstützen.

Das Tamera-Projekt wurde vor über 40 Jahren gegründet, um ein Modell für eine gewaltfreie Gesellschaft zu entwickeln. Von diesem politischen und menschlichen Gründungsimpuls geleitet, folgen wir seitdem der Vision der Heilungsbiotope: exemplarische Antworten zu entwickeln auf die großen inneren und äußeren Fragen unserer Zeit und die menschliche Welt wieder in Übereinstimmung zu bringen mit der Matrix des Lebens.

Seit der Gründung ist das Projekt durch viele Phasen gegangen, ist von einer kleinen Pioniergruppe in den 1970er und 80er Jahren auf fast 200 Gemeinschaftsmitglieder im Jahr 2020 angewachsen. (Mehr über unsere Geschichte) Vier Generationen leben inzwischen gemeinsam in Tamera, einige tausend StudentInnen haben ihr Leben und ihre Gemeinschafts-Unternehmungen von Tameras Arbeit und dem Plan der Heilungsbiotope inspirieren lassen, und viele AktivistInnen haben Tamera als einen Ort der Sammlung und Inspiration inmitten der Komplexität unserer erschütternden globalen Situation aufgesucht.

Wir wenden uns in diesem Moment an euch, unser Netzwerk von FreundInnen und UnterstützerInnen, und bitten euch um Hilfe. Um mit der drastischen Veränderung unserer finanziellen Situation durch die Corona-Krise umzugehen und um unsere begonnene Umstrukturierung weiterzuführen, werden wir im Jahr 2021 etwa 800.000 € benötigen.

Wenn ihr könnt, bitten wir euch, uns zu unterstützen.

Aufruf zur Unterstützung von Mitbegründerin Sabine Lichtenfels:

Wie wir uns in der Welt engagiert haben

Abgesehen von der Aufmerksamkeit auf unsere inneren Vorgänge hat 2020 uns herausgefordert, unsere Kommunikationsstrategie mit der Außenwelt schnell anzupassen. Hier sind einige Höhepunkte des vergangenen Jahres:

  • Onlinekurse: Über 300 StudentInnen aus vielen Ländern nahmen an intensiven Lernangeboten teil. Die Themen waren „Heilung der Liebe“ und „Plan der Heilungsbiotope“, die Kurse wurden durch LehrerInnen und ModeratorInnen aus Tamera begleitet.
  • Deutschsprachige Online-Kurse: Seit Dezember bieten wir auch deutschsprachige Onlinekurse an. Der erste mit Sabine Lichtenfels heißt: „Spirituelle Lebenspraxis und Gebetsforschung”, hat bereits fast 500 TeilnehmerInnen und kann jederzeit auf der Plattform homodea gebucht werden. Weitere deutschsprachige Onlinekurse sind in Vorbereitung.
  • Transformation Diaries: In einer Serie von intimen Interviews stellen sich seit Mai 2020 Mitglieder von Tamera vor und geben einen Einblick in über 40 Jahre radikales soziales Experiment.
  • Ring der Kraft: Die wöchentliche Sonnenaufgangsmeditation, vor 18 Jahren von Sabine Lichtenfels initiiert, geht in eine neue Phase der Verbreitung.
  • Facebook Live-Videos: Unter dem Titel „Von der Angst zum Vertrauen“ führten Lee Ziv und Leila Dregger fast 40 Live-Interviews mit einem großen Spektrum an Tamera-MitarbeiterInnen, die vor allem während der Lockdown-Phasen auf der Tamera Facebook-Seite veröffentlicht wurden.
  • Mit Terra Nova entstand ein neues deutschsprachiges Studiennetzwerk von Menschen und Gemeinschaften aus ganz Deutschland, Schweiz, Österreich, die wöchentlich Studientexte erhalten und in regionalen Gruppen damit arbeiten und studieren.
  • Welt-Tierschutz-Tag: Wir haben uns mit einer einfachen Kampagne beteiligt, die aus Liebe und Mitgefühl für unsere tierischen Freunde geboren wurde: Für den Verzicht auf tierische Produkte aus der Massentierhaltung.
  • Die Defend the Sacred Allianz – ein internationaler Kreis von etwa 100 AktivistInnen und LeiterInnen indigener Gemeinschaften, sozialen Bewegungen und System-Alternativen – hat einen nächsten Schritt in ihrem Wachstum getan. 2020 ist die Allianz zu einer unabhängigen Entität geworden und hat neben anderen Dingen einen Solidaritätsfond eingerichtet, um ihren Mitgliedern – vor allem denen aus dem globalen Süden und indigenen VertreterInnen – durch dieses schwierige Jahr zu helfen.

Verwurzelt in der kleinen Gemeinde Relíquias im Landkreis Odemira, sind hier einige unserer gemeinsamen Projekte mit der Region in diesem Jahr:

  • Kreatives Engagement im Frauengefängnis von Odemira: Im Rahmen von One Billion Rising haben sich Mitglieder von Tamera gemeinsam mit Insassinnen des Frauengefängnisses von Odemira getroffen, in Council-Treffen über die Überwindung von Gewalt gesprochen und einen Tanz vorbereitet. Mehr in unserem kurzen Dokumentarfilm.
  • Wir haben Vorschläge für die Verwendung des öffentlichen Budgets für „Klimawandel und Umwelt“ gemacht, die auch tatsächlich gewählt wurden, es ging um verbessertes Wassermanagement und Solarenergie.
  • Fontes Vivas”: Lebendige Quellen – ein gemeinsam organisierter Aktionstag, den wir zum zweiten Mal durchführten und der die lokale Tradition aufgreift, die lokalen Quellen zu ehren und zu pflegen.
  • Wir haben nächste Schritte für die Lebensmittelautonomie von Tamera genommen und sind dabei, Tamera mehr in die regionalen Bemühungen um Lebensmittelautonomie zu integrieren. Wir haben den Kontakt zu unseren regionalen Produzenten vertieft und auch lokale Bauern mit Tierschutz- und Sterilisierungskampagnen in Kontakt gebracht.
  • Wir haben das Nachbardorf unterstützt durch Open-Air-Aufführungen von Dokumentarfilmen in Relíquias, haben auf die Anfrage der älteren Bevölkerung hunderte von Gesichtsmasken genäht und kostenlos ausgegeben.
  • Wir haben Redner über regionale Archäologie und Geschichte (Samuel Melro), Nahrungsmittel-Autonomie und Gemeinde-getragene Landwirtschaft-Netzwerke (Community Support Agriculture – CSA) in Portugal (Alfredo Cunhal), regionale Wassermanagement-Praktiken und Bürgerbewegungen gegen die weitere Ausdehnung der industriellen Landwirtschaft an der Südwestküste Portugals (Fátima Teixeira) eingeladen.
  • Wir haben mit großer Freude das Ende der verbleibenden Verträge über die Ausbeutung fossiler Brennstoffe gefeiert – Resultat eines langjährigen Widerstands einer Koalition von Umweltgruppen, von der wir Teil waren.

Warum wir 800.000 Euro brauchen

Wir wissen, dass es eine große Sache ist, um 800.000 Euro zu bitten, besonders in einer solchen Zeit, wo viele unter finanziellem Stress stehen. Unsere Bitte um Geld richtet sich an diejenigen, die in der Lage sind zu geben; wir sind uns bewusst, dass andere viel weniger haben als wir.

Tamera hat ein Jahresbudget von etwa 1.200.000 Euro. Wir möchten es hier etwas herunterbrechen, um zu verdeutlichen, wofür die 800.000 Euro gedacht sind:

75% unserer Ausgaben decken drei Bereiche ab:

  • Die Lebenskosten von 160 MitarbeiterInnen, 40 Kindern und Jugendlichen sowie angestellten MitarbeiterInnen;
  • Die Wartung unseres Geländes von 140 Hektar, unserer gemeinschaftlichen Einrichtungen und Gebäude für etwa 200 Menschen mit etwa 10.000 m2, unsere Straßen etc.;
  • Die Unterstützung lokaler Produzenten durch die Abnahme ihrer Waren.

Um die Ausgaben mehr im Details zu verstehen, erfahrt hier, wie wir uns finanzieren.

Als Gemeinschaft leben wir in einer Art Hybrid-Modell. Einerseits sind wir ein Ausbildungs- und Forschungszentrum und bieten die Ergebnisse unserer 40-jähringen Forschung in Seminaren und Studienprogrammen an. Andererseits leben wir auf einem schönen Stück Land mit partieller Autonomie in Wasser, Energie und Lebensmitteln. Wir versorgen uns zu 100% selbst mit Wasser, zu 60% mit Elektrizität, und 10% der Lebensmittel, die wir uns unsere Gäste konsumieren, wachsen auf unserem Land. (Während wir dabei sind, diesen Anteil zu erhöhen, unterstützen wir aber auch ein Netzwerk von lokalen hauptsächlich biologischen Erzeugern, indem wir mit ihnen verbindliche Abnahmeverträge schließen. Wir streben deshalb keine vollständige lokale Lebensmittelautonomie an, sondern arbeiten an der Ausweitung der regionalen Lebensmittelautonomie.)

In den Jahren vor 2020 haben die Einnahmen durch unsere Gäste rund 60% unseres Einkommens ausgemacht, ein Zehntel davon kam durch Onlinekurse. (Die anderen 40% bestehen vor allem aus Spenden und aus Beiträgen von Tamera-Mitgliedern. Da sind noch nicht all die zahllosen ehrenamtlichen Dienste, Sachspenden und Naturalien eingerechnet, die wir sowohl von unseren MitarbeiterInnen als auch von FreundInnen und PartnerInnen erhalten.) Über viele Jahre wurden wir getragen von den Menschen, die uns besuchten und mit uns lernten, und dafür sind wir sehr dankbar.

Mit dem Lockdown und den Gesundheitsmaßnahmen hat sich unser Leben abrupt verändert und so haben wir 2020 eine große Einkommenseinbuße erlitten. Wir versuchen, uns unter diesen veränderten Bedingungen neu zu orientieren und unsere Einkommensquellen anzupassen – es braucht aber Zeit, bis wir wieder auf eigenen Füßen stehen können. Mit einem reduzierten Angebot von Seminaren vor Ort und einem größeren Angebot von Online-Kursen im Jahr 2021 rechnen wir mit einem möglichen Einkommen von 400.000 Euro in der kommenden Saison. Das bedeutet gleichzeitig, dass wir immer noch 800.000 Euro weniger haben werden. Darum bitten wir  Sie und euch als FreundInnen und PartnerInnen, uns zu helfen, diesen außerordentlichen Engpass zu überbrücken.

Jetzt spenden

Unser Weg nach vorne

Nach 42 Jahren Projektgeschichte – davon 25 Jahre als Tamera in Portugal – finden wir uns an einer neuen Schwelle unserer Entwicklung. Wie wir in den nächsten Jahren leben und arbeiten werden als ein wachsendes Mehrgenerationenprojekt, gehört zu unseren häufigsten Gesprächsthemen. Wir fühlen uns aufgerufen, neue soziale, materielle und ökonomische Formen zu finden, die heute zu uns passen und Tameras Wachstum der letzten Jahre einbeziehen. Visionsarbeit hat uns durch das ganze Jahr 2020 begleitet und wird in diesem Winter weitergehen.

Gleichzeitig, angesichts der globalen Krisen, wissen wir, dass wir unsere Forschung und unseren Einsatz für die Vision der Heilungsbiotope intensivieren müssen und wollen. Wir definieren unsere nächsten Schritte und Prioritäten neu. Während das alles noch im Prozess ist, wissen wir, dass diese Erneuerung folgende Schritte umfasst:

  • Ein Wechsel in unserem Ausbildungsprogramm: Ausbildungsangebote für Wandel-AgentInnen und all diejenigen zu machen, die eine neue Kultur aufbauen wollen, ist ein Schlüsselaspekt unserer Mission. Wir wollen unsere Gemeinschaft wieder für BesucherInnen und StudentInnen öffnen, allerdings erscheint es uns unwahrscheinlich, dass wir 2021 (und möglicherweise die nächsten Jahre) wieder eine so große Anzahl von Menschen unterbringen können. Darum weiten wir unsere Online-Ausbildung aus und machen sie für mehr Menschen zugänglich, besonders die Einführungsprogramme. Da niemand vorhersagen kann, wie es mit Corona weitergeht, können wir noch keine festen Zusagen machen und sagen, in welchem Umfang wir 2021 Präsenz-Angebote in Tamera machen können.
  • Höheres Engagement für regionale Lebensmittelautonomie: Die Wirtschaftskrise hat uns wieder die Notwendigkeit regionaler, autonomer Lebensmittelversorgung gezeigt. Seit April haben wir begonnen, die Produktion unserer Gärten zu erhöhen, mit der Kraft der ganzen Gemeinschaft und des Ökologen-Teams, und wir beteiligen uns immer mehr daran, regionale Lebensmittel-Produktions-Netzwerke der Solidarität aufzubauen. Im Alentejo gibt es viele Menschen und Initiativen, die in vielerlei Weise für dieses Ziel arbeiten. Wir sind Teil dieser Bewegung und öffnen derzeit neue Kooperationsverbindungen für dieses Ziel. Mit einigen Produzenten kooperieren wir bereits seit über zehn Jahren. Zusammen mit ihnen sind wir im Gespräch, wie wir CSA-Strukturen (“gemeinde-unterstützte Landwirtschaft”) unter uns etablieren können, um solidarische Ökonomie und mehr Nachhaltigkeit zu ermöglichen.
  • Änderung des Flächennutzungsplans: Wir arbeiten an einer Änderung unserer eingetragenen Flächennutzung, um damit eine legale Grundlage für den Aufbau einer regenerativen Zukunfts-Modellsiedlung zu haben. Zusammen mit der Kreisverwaltung von Odemira gehen wir durch den so genannten PIER Prozess – Plano de Intervenção em Espaço Rural – Interventionsplan in ländlichen Gebieten. In Kooperation mit einem Team von Ingenieuren und Architekten verhandelt unser Landkreis derzeit mit Regierungsgremien, um herauszufinden, welche legale Siedlungsform zu Tamera passt. Hier erfahren Sie mehr über unsere Zukunftspläne.

Neues zum Fundraising

Seitdem wir Ende November unseren Aufruf zur finanziellen Unterstützung veröffentlicht haben, haben uns etwa 250 Menschen Geld gespendet, versprochen oder andere Antworten geschrieben. Wir haben 34.000 Euro geschenkt bekommen und weitere 16.000 Euro stehen in Aussicht. Danke für Ihre und eure Unterstützung, Solidarität, Engagement und Feedback. Wir sind sehr dankbar für alles, was wir erhalten haben. Wir waren sehr berührt über so viele Menschen, die in dieser turbulenten Zeit an unserer Seite stehen, wenn alle herausgefordert ist, den Weg nach vorne zu finden. Unter den aktuellen Umständen zählt eure Unterstützung besonders viel für uns, und wir möchten das beste tun, um etwas davon zurückzugeben – in der oben beschriebenen Form. Auch die Fragen, das Feedback und die Kritik nehmen wir auf; sie informieren unsere weiteren Schritte.

Und – wir haben noch einen weiten Weg vor uns, um unser Fundraisingziel von 800.000 Euro zu erreichen. Wenn Sie können und wenn Sie möchten, dass wir unsere Arbeit fortsetzen, dann spenden Sie uns bitte. Auch wenn wir auf unserer Seite alles tun, um den Herausforderungen zu begegnen und unsere Angebote an die Situation anzupassen, werden wir diesen Übergang 2021 nicht aus eigener Kraft schaffen.

Wir sind dankbar für Spenden in jeder Höhe. Der Eintritt in unseren Förderkreis mit einer monatlichen Spende hilft uns auch, eine solide Basis finanzieller Sicherheit aufzubauen, besonders für die Zeiten, die vor uns liegen. Und größere Spenden von 1000, 10.000, 25.000 Euro etc. sind eine enorme Erleichterung für diese Situation.

Wir möchten mit Ihrer und eurer Unterstützung all unsere Kraft investieren, ein Beispiel zu setzen für Friedensdörfer, die in Kooperation mit den großen Kräften des Lebens zur Heilung dieser Erde beitragen.

Wir danken für eure Solidarität und all die Unterstützung der letzten vier Jahrzehnte!

www.tamera.org