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Infrastruktur und Handwerk

"Du kannst auch beim Spülen dem Herrgott oder dem Teufel dienen." Prentice Mulford

"Jesus war schließlich auch Schreiner." Peter Koll, Mitarbeiter von Tamera


Zum Bau einer Kathedrale gehören nicht nur geniale Visionäre und Konstrukteure, sondern auch Maurer und Zimmerleute. Wie eine große Vision in die materielle Wirklichkeit gebracht wird, ist ein eigener Forschungsbereich. Dazu gehören alle Fragen der Umsetzung und Manifestation. Auch wie die Menschen zusammenarbeiten, wie sie sich verständigen und alltägliche Entscheidungen treffen, wie sie ihre Werkzeuge pflegen und wie sie das Große auch im Kleinsten wieder sichtbar machen, sind Forschungsfragen für den Aufbau einer neuen Kultur. Die Nachhaltigkeit eines neuen Gesellschaftsmodells zeigt sich - unter anderem - am Zustand seiner technischen Anlagen, der Wege, Wohn- und Werkstätten sowie an der Schönheit, Zweckdienlichkeit und Mittäterfreiheit seiner Versorgung.


Die Herausforderung der Handwerkergilde von Tamera besteht darin, im ganz alltäglichen Chaos eines multifokalen und komplexen Projektes für Funktionalität und Kohärenz zu sorgen, mit Fantasie und Kreativität begrenzte Mittel auszugleichen und die täglichen Herausforderungen mit dem Geist der Freude und Leichtigkeit anzugehen. Dazu braucht es Sachkenntnis, Flexibilität und Beharrlichkeit.

Eine unerschrockene Gruppe von UmsetzerInnen hat sich der Aufgabe angenommen, in Tamera eine funktionierende, stabile und ökologisch sinnvolle Infrastruktur aufzubauen. Sie sorgt dafür, dass in Tamera ein Modell für nachhaltige und mittäterfreie Versorgung entsteht. Für dieses Ziel brauchen wir noch Unterstützung.


Zwei Bereiche



Wasser:

Wasser ist das wichtigste Grundnahrungsmittel. Sauberes, lebendiges Wasser ist ein Menschenrecht. Die Wasserrechte in der eigenen Hand zu behalten oder zurück zu gewinnen, ist eine Empfehlung an alle Gemeinden und Gemeinschaften.

In Tamera kommt alles Wasser, das wir zum Trinken oder Waschen benutzen, aus eigenen Quellen und Brunnen, wird gefiltert und - meistens durch Solarenergie - in unsere Leitungen gepumpt. Durch die Wasserretentionslandschaft (link) wird der Wasserhaushalt des Geländes dennoch angereichert.

Abwasser wird in Pflanzenkläranlagen gereinigt und in Beete und Wiesen abgegeben.

Da wir - mit wenigen Ausnahmen - nur Komposttoiletten benutzen, ist der Wasserverbrauch wesentlich niedriger als in normalen Haushalten.

Unser nächstes Ziel in der Wasserversorgung ist der Aufbau einer Ringleitung, konzipiert mit der Hilfe von Sepp Holzer, die ganz Tamera mit sich ständig bewegendem, vitalen Trinkwasser aus einem Brunnen versorgen soll: Von einem hochgelegenen, in die Erde eingelassenen, runden oder eiförmigen Behälter aus gebranntem Lehm fließt frisches und hochwertiges Brunnenwasser vorbei an allen Abnehmern - Haushalten, Bädern und Küchen von Tamera - zurück zu einem zweiten Behälter, der ein wenig tiefer gelegen ist als der erste. Ob die Abnehmer Wasser entnehmen oder nicht – das Wasser bleibt immer in Bewegung. Vom zweiten Behälter wird es durch eine kleine Pumpe zurück in den ersten gepumpt. Alle Wasserhähne, die an die Ringleitung angeschlossen sind, werden klares, lebendiges Wasser in Trinkwasserqualität liefern.


Energie:

Die zukünftige Energieversorgung der Menschheit wird dezentral sein und mit den vorhandenen, erneuerbaren Energiequellen der Natur kooperieren.

Für die Stromversorgung konnte Tamera mit Hilfe von Darlehen und einer Geldspende aus seinem Netzwerk im Jahre 2011 ein so genanntes "Netzgekoppeltes Inselsystem" aufbauen: Unsere bestehenden 20kW nachgeführten Photovoltaik-Anlagen versorgen Tamera direkt mit Strom, wobei der geerntete Überschuss gespeichert wird.

Seit 2012 können wir unseren Strombedarf im Sommer zu 60% und im Winter zu 40% durch Solarenergie abdecken. Der Rest kommt aus dem öffentlichen Netz. Für eine vollständige Autarkie wäre nicht zuletzt durch die jahreszeitlich bedingten Schwankungen ein sehr groß dimensionierter und teurer Energiespeicher notwendig.

Deshalb streben wir in Tamera vorläufig eine 80%ige Versorgung durch erneuerbare Energiequellen an. Wenn dieses Ziel erreicht ist, kann ggf. bei einem Zusammenbruch oder Ausfall der Versorgungssysteme durch Verhaltensänderung eine vollständige Energie erreicht werden.

 

Warmwasser: Die zum Spülen, Duschen oder Baden erforderliche thermische Energie wird an den Stellen größten Verbrauchs zu 50% durch Solarkollektoren bereitgestellt, derzeit noch in Kombination mit Gasdurchlauferhitzern. Das nächste Ziel ist, in der Campus-Küche den Anteil des solar erwärmten Wassers zu erhöhen.


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Solarstrom für Tamera

Im Jahre 2011 konnten wir mit Hilfe von Darlehen und Spenden aus unserem Netzwerk ein sogenanntes „Netzgekoppeltes Inselsystem“ auf-bauen. Dafür möchten wir Ihnen im Namen der ganzen Tamera Gemeinschaft herzlich Dankeschön sagen !!! Im Herbst 2014 haben wir die Dachfläche unserer Werkstatt mit 12 kW Photovoltaik bestückt. Das bedeutet, dass auch die gesamte Werkstatt: Schreinerei, Metall und Forschungsabteilung, größtenteils solar betrieben werden. Unser durchschnittliche Deckungsrate beträgt nun ca.60%. Für unser Ziel, 80% im Jahresdurchschnitt zu erreichen, suchen wir noch Investoren. more

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