Energietechnologie

Im solaren Testfeld arbeiten wir an Energieautonomie und ökologischen Lebensbedingungen für sonnenreiche Regionen. Wir arbeiten mit Jürgen Kleinwächter an der Entwicklung regenerativer Technologien zusammen. Die Sonnenenergie ist ein Geschenk der Natur, die allen Menschen zur freien Verfügung steht und in Hülle und Fülle vorhanden ist, besonders im Globalen Süden. Wir arbeiten daran, sie in einem lebendigen Modell einsetzen und nutzen zu können, ohne von der Großindustrie abhängig zu sein. Die Ergebnisse fließen in unsere Gesamtforschung am Aufbau nachhaltiger und regenerativer Siedlungen ein.

„Unsere Forschung im Bereich dezentraler Energiesysteme ist ein wesentlicher Beitrag zum Aufbau neuer Siedlungsmodelle, in denen der Mensch wieder mit der Natur kooperiert. Wir arbeiten an Solartechnologien, die lokal hergestellt werden können. „Dezentral“ bedeutet für uns, regionale, vernetzte und mehr oder weniger sich selbst erhaltende Subsistenz-Ökonomien zu entwickeln. Der weltweite Austausch solcher Regionen wird eine humane „Globalisierung“ möglich machen.“

BARBARA KOVATS, Gruppenleiterin im Dienst des solaren Testfeldes.

Unsere Ergebnisse

  • Wir Menschen haben ein großes Geschenk erhalten: eineUnmenge an Energie aus sauberen erneuerbaren Quellen. Es gibt genug für alle. Die Sonne schickt in jeden Moment 15.000 mal mehr Energie zur Erde, als die Menschheit heute braucht. Indem wir diese Quelle nutzbar machen, können wir eine Überfülle an Energie produzieren. Gleichzeitig heilen wir damit die Erde und beuten sie nicht länger aus.
  • Es ist eine notwendige und existentielle Entscheidung, die Nutzung fossiler Brennstoffe hinter uns zu lassen. Wir bauen Modelle auf, deren Energiebedarf aus unabhängigen und dezentralen Energiequellen gedeckt wird: Sonne, Erdwärme, Wind, Wasser und Biomasse. Diese Modelle sind Katalysatoren für den notwendigen globalen Systemwechsel.
  • In einer gewaltfreien Kultur basiert die Energietechnologie auf Resonanz, Wachstum und Synergie, anstatt auf den Prinzipien von Zerfall und dem Brechen von Widerständen. Diese Technologie wirkt nicht zerstörerisch und führt nicht in den Mangel, sondern zu Fülle und Zusammenarbeit.
  • Gemeinschaft ist die Basis für jede echte Form von Nachhaltigkeit. Wir verfügen heute global über genügend technologisches oder ökologisches Wissen. Was uns fehlt, ist die menschliche Entscheidung, in einer solchen Tiefe und Entschlossenheit zusammenzuarbeiten, dass die neuen Lebenssysteme tatsächlich entstehen. Darum arbeiten wir daran, eine soziale Plattform des Vertrauens und der Solidarität aufzubauen, mit deren Hilfe ExpertInnen ihre Entwicklungen in ein integriertes System einspeisen und miteinander verbinden können.
  • Wir wenden die Prinzipien der Permakultur an, um Modelle für urbane Regeneration zu verwirklichen.
  • Dezentrale Systeme für Wasser, Nahrung und Energie sind untrennbar miteinander verbunden und machen uns unabhängig vom globalen Markt. Eine friedliche Welt beruht auf einem Netzwerk autonomer, dezentraler Gemeinschaften, die miteinander im Austausch stehen.
  • Die Regionen profitieren davon, denn Geld und Arbeit bleiben in der Region und steigern die lokale Produktion.
  • Wir schaffen einen Wissenstransfer in den Kernbereichen, indem wir Menschen einladen, uns zu besuchen, unsere technischen Anlagen kennenzulernen und mit uns in diesen gemeinschaftlichen Systemen zu leben.

Was ist das solare Testfeld?

Unser solares Testfeld wurde 2007 errichtet. Heute leben und forschen dort ca. 50 Menschen, die die Testfeld-Küche, den Scheffler-Spiegel, die Biogas-Anlage sowie die solaren Technologien und thermodynamischen Kreisläufe bedienen. Unser Ziel ist es, funktionierende Modelle für eine weltweite dezentrale Energieautonomie aufzubauen. Wie wollen zeigen, wie regeneratives Öko-High-Tech eingesetzt werden kann, um dorfähnlichen Gemeinschaften sowohl ein einfaches, als auch reiches Leben in einem solaren Zeitalter zu ermöglichen. Ein „erster Entwurf“ für ein nachhaltiges Leben beinhaltet:

  • Energieversorgung
  • Wassermanagement
  • Abfallbehandlung
  • Permakultur
  • Architektur und ökologisches Bauen

Wir kooperieren mit unserem langjährigen Partner Jürgen Kleinwächter. Wir sind inspiriert von seinen Prototypen. Wir entwickeln Systeme, die für neue Technologien als „Proof of Principle“ dienen können. Das Testfeld ist die Spielwiese für unsere Forschung, die sich kontinuierlich weiterentwickelt. Wir testen verschiedene Lösungen in neuen Prototypen, zum Beispiel indem wir Zement durch Kalk ersetzen, indem wir verschiedene Behälter für die Biogasanlage ausprobieren, oder verschiedene Verfahren für die solare Destillation, oder trockene Toiletten bauen, wie die sog. „treebogs“, oder verschiedene Pilzarten anbauen usw. Das Testfeld funktioniert ähnlich wie das offene Lernfeld von Montessori: wir finden heraus, was es bedeutet, im Rhythmus der Natur und in Gemeinschaft mit Menschen zu leben. Es ist ein Experimentierfeld, wo wir neue Erfindungen unter den täglichen Lebensbedingungen eines modernen Dorfes testen, und ist gleichzeitig auch ein Lernort, um Wissen an Menschen weiterzugeben, die im Globalen Süden und überall in der Welt ihren Einsatz für eine bessere Zukunft bringen. Sie erleben mit uns, wie diese Technologien funktionieren. Wir denken gemeinsam darüber nach, wie sie in ihre Lebensbedingungen angewendet werden können. Sobald einzelne Lösungen ausgereift genug sind, werden sie Teil von „Blueprint 200“, einem Projekt für den Aufbau regenerativer Siedlungen. Wir arbeiten zusammen mit TechnologInnen und ErfinderInnen aus aller Welt. Wir laden StudentInnen ein, ihre Diplomarbeiten mit uns zu realisieren. Wenn Sie daran interessiert sind, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.

Der erste Prototyp des ultraleichten Tamera-Membran-Spiegels (September 2016)

www.tamera.org