Hundesanktuarium

Bewegt durch das große Leid der Hunde in unserer Region bieten wir Soforthilfe für Notsituationen an. Wir haben ein 1 Hektar großes Hundesanktuarium eingerichtet, um unsere tierischen Freunde zu retten, sie gesund zu pflegen und ihnen eine neue Heimat zu geben. Als Teil unserer Forschung in bewusster Kooperation mit Tieren arbeiten wir mit diesen misshandelten Hunden, gewinnen ihr Vertrauen und unterstützen ihre Heilung in einer gemeinschaftlichen Umgebung: einer Gruppe.

Vision

Hunde waren den Menschen mit ihrer vertrauensvollen und liebenden Natur über Tausende Jahre treue Gefährten. In unserer Region wurden Hunde traditionell eingesetzt, um Weideherden zu hüten und zu schützen. Doch seitdem die Schäferkultur schwindet, dienen Hunde nur noch als Wachposten an den Toren eingezäunter Weiden. Das bedeutet meistens, dass sie mit schweren und kurzen Ketten angebunden sind, oft ohne Schutz vor Sonne und Regen und mit zu wenig oder keinem Wasser und Futter. Viele Bauern haben nicht die Zeit oder die Mittel, sich ausreichend um sie zu kümmern. Die Hunde leiden unter Isolierung, Angst und Misshandlung, unter Mangelernährung und Krankheiten.

Angeregt von unseren Kindern begannen wir im Jahr 2002, die Kettenhunde unserer Umgebung mit dem Nötigsten zu versorgen: Wasser, Futter und einfachen Schutztonnen; das war der Beginn der so genannten Tierfeuerwehr. Wir merkten jedoch bald, dass wir mit dieser Form der Hilfe Teil des Systems wurden, das wir überwinden wollten, denn die Bauern begannen, sich auf unsere Hilfe zu verlassen, und kümmerten sich noch weniger um ihre Hunde. Wir mussten also eine nachhaltigere Vision der Hilfe finden, eine tiefere Beziehung mit den Bauern aufbauen und Strategien entwickeln, die Situation der Hunde dauerhaft zu verbessern.

Nachdem wir die Arbeit von „Canopolis” bei Barcelona und anderen Tiersanktuarien kennengelernt hatten, errichteten wir 2012 ein eigenes Hundegehege, wo sie zwischen Bäumen, Büschen und Hütten viel Platz haben, um herumzuschnüffeln, zu laufen, zu spielen oder einfach mit anderen Hunden zusammen zu sein. Jeden Tag füttern wir sie, versorgen sie wenn nötig mit Medikamenten und geben ihnen den wichtigen sozialen Kontakt und Spaziergänge – alles in der Gruppe.

Für die meisten von ihnen ist es das erste Mal im Leben, dass sie sich frei bewegen können. Im Kern ihrer Heilung steht das Lernen von sozialem Verhalten; sie lernen, in Gemeinschaft mit anderen Hunden zu sein und Menschen zu vertrauen.

Ergebnisse

Unsere Arbeit in der Region:

  • Versorgung von Kettenhunden mit Nahrung und Medizin, Gespräche mit ihren Besitzern zu ihrer Situation
  • Bewusstsein wecken für die Rechte und Bedürfnisse von Hunden
  • Einladung an Schulklassen, um über die Situation von Tieren und unsere Arbeit zu informieren
  • Angebote an Bauern für erschwingliche Kastration ihrer Hunde
  • Promotion von elektrischen, solarbetriebenen Gattern als Alternative zu Kettenhunden
  • Zwischen 2012 und 2016 haben wir über 55 Hunde aufgenommen und konnten die meisten von ihnen an neue Besitzer vermitteln. Diejenigen, die bei uns bleiben, bilden eine soziale und fürsorgliche Gruppe, die freundlich zu Neuankömmlingen ist und ihnen hilft, den Weg in ihr neues Hundeleben zu finden.
  • Wenn ehemalige Kettenhunde mit unterentwickelten Beinmuskeln frei herumlaufen können, machen sie eine völlig neue Heilungserfahrung.
  • Tiere zu heilen, bedeutet oft, unsere eigene Seele zu heilen. Wir haben beobachtet, wie der Kontakt mit diesen liebevollen, spielerischen und loyalen Tieren Kindern und auch Erwachsenen hilft, ihr Vertrauen zu finden und ihr Herz zu öffnen. Der Hund ist der „beste Freund des Menschen”; das ist ein großes Versprechen und eine Heilungsmöglichkeit. Zu beobachten, wie ein gequältes Tier von einem Trauma heilt, hilft Menschen, ihr eigenes Trauma zu heilen und gibt ihnen Vertrauen, dass Heilung selbst in den schlimmsten Situationen möglich ist.

Möchten Sie Tamera besuchen und Ihren Hund mitbringen?

Im Allgemeinen bitten wir unsere Gäste, ihre Haustiere zu Hause zu  lassen. Aber wenn Sie länger als einen Monat kommen und glauben, dass Ihr Hund in unsere Gruppe passt, können Sie mit ausreichender Vorlaufzeit (mindestens einen Monat vor Ihrer Ankunft) nachfragen, und wir werden sehen, ob wir ihn oder sie integrieren können. Die Hunde werden eine aufregende Zeit zusammen haben.

Wie Sie helfen können

Wir sind allen dankbar, die das Leiden von Hunden lindern wollen, indem sie Geld spenden, um dem Projekt zu helfen, oder indem sie einen Hund adoptieren.

Einen Hund adoptieren

Vieler unserer Hunde suchen nach einem neuen Heim und einem neuen Besitzer, und jeder Hund, der adoptiert wird, schafft Platz für einen neuen Hund in Not. Um sie auf ihr neues Heim vorzubereiten:

  • geben wir jedem neu ankommenden Hund – wenn nötig – eine Grundbehandlung gegen Parasiten, kastrieren ihn, impfen ihn, machen Bluttests und behandeln ihn gegen mediterrane Hundekrankheiten;
  • trainieren wir die Hunde, an der Leine zu gehen und einfachen Kommandos zu folgen – und helfen ihnen, sich an eine liebende Umgebung zu gewöhnen.

Als neuer Besitzer unterschreiben Sie einen Schutzvertrag mit uns, um sicherzustellen, dass der Hund nicht verkauft oder an Dritte weitergegeben wird. Wir verpflichten uns, den Hund zurückzunehmen, wenn Sie nicht mehr in der Lage sind, für ihn zu sorgen.

Begleitung eines Hundes

Sie können uns helfen, indem Sie eine Flugpatenschaft für einen Hund übernehmen, damit er zu seinen neuen Besitzern in Deutschland oder der Schweiz gelangt. Dies ist eine kleine Aktion mit großer Wirkung. Wir arbeiten dazu zusammen mit „Casa Animales e.V.” –  für mehr Informationen laden Sie bitte unser Informationsblatt herunter.

Unterstützung & informiert bleiben

Bitte schreiben Sie uns an dogs(at)tamera.org, wenn Sie uns unterstützen möchten, mehr Informationen wollen oder einfach immer wieder über unsere Aktivitäten – zum Beispiel über eine Rettungs- oder Kastrationsaktion –  informiert werden wollen oder wenn Sie einfach mit uns die erfolgreiche Rettung eines neuen Hundes feiern wollen!

www.tamera.org