Unsere Anlage

Wir haben ca. 140 ha Land, mit vielen Gebäuden, Gärten, Wegen, einer Schule für die Kinder und ein Ausbildungszentrum für Erwachsene. Es erfordert viel Fantasie und Kreativität, die Anlagen eines solchen vielfältigen und komplexen Projektes mit den begrenzten Mitteln, die wir haben, zu erhalten. Es ist ein eigener Forschungsbereich, herauszufinden, wie große Visionen mit einfachen Mitteln in eine schöne, materielle Realität übersetzt werden können.

Mit Hilfe des sog. PIER-Prozesses haben wir einen Antrag auf Änderung des Bodennutzungs- und Bebauungsplans unseres Geländes gestellt, denn in Zukunft wollen wir Gebäude und eine Infrastruktur für mehrere hundert Bewohner aufbauen. Das heißt, wir brauchen die passende Infrastruktur für eine neue Kultur und auch die Möglichkeit, größere Konferenzen, Treffen und Ausbildungsseminare im Rahmen unserer globalen Friedensarbeit durchzuführen.

Gebäude

Unsere Aula ist der größte Strohballenbau der iberischen Halbinsel und der Versammlungsort für die Gemeinschaft und unsere sonntäglichen Matinées.

Die Aula wurde im Jahr 2008 gebaut, in den 8m hohen Holzrahmen wurden Strohballen gestapelt, die von innen und außen mit Lehm verputzt wurden. Für den Verputz der äußeren Wand wurde der Lehm mit Kalk versetzt, um die Wand vor Regen zu schützen. Das Gebäude hat ein Gründach aus Gras und Kräutern, das eine sehr gute Isolation abgibt. Im ersten Jahr wurde das Dach bewässert, nun lassen wir es im Sommer austrocknen und gelb werden. Es ergrünt wieder, wenn der erste Regen fällt.

Lehmbauten sind eine traditionelle Baumethode in Portugal. Wir verwenden aus ökologischen und politischen Gründen vor allem lokales Material, auch weil wir eine regionale Autonomie verwirklichen wollen. Wir kombinieren traditionelles Design mit neuen Bautechniken und Solararchitektur was es uns ermöglicht, moderne Architektur mit futuristischem Design, Domen und Gewölbe  zu verbinden.

Die Mehrzonen-Architektur, die wir planen, erlaubt es der Gemeinschaft und unseren Gästen je nach ihren unterschiedlichen Bedürfnissen auszuwählen, wie viel und welchen Kontakt sie sich mit der Natur und den Elementen wünschen. Diese neue Bauweise beinhaltet den Gebrauch von geräumigen, Membran-ähnlichen Regendächern, die auch als Schatten-Spender an Versammlungsplätzen und in der Werkstatt der „Casa Sandra“ genutzt werden. Auf ihrer Außenseite fügen sich die Häuser harmonisch in die umgebende Landschaft mit Terrassen, im Inneren kann die Temperatur unabhängig vom Wetter passiv reguliert werden.

Campus und Gästezentrum

Unser Campus ist das Ausbildungs- und Aufenthaltszentrum für unsere Gäste und beinhaltet:

  • Zelthalle mit vier Seminarräume und großen Gruppenschlafräumen
  • Rezeption und Willkommens-Café
  • Campus-Küche
  • Gästehaus
  • Pilgerhütten
  • Schwimmteich

Energieversorgung

Wir glauben, dass unsere Zukunft als Menschheit auf dezentralen erneuerbaren Energiequellen beruht, die wir in Kooperation mit der Natur erschließen. 2011 haben wir mit Hilfe von Darlehen und einer Spende aus unserem Netzwerk ein Energiesystem etabliert, das wir als ein „ans Netz angeschlossenes Inselsystem“ bezeichnen könnten.

Unsere bestehende 20kW Photovoltaik-Anlage versorgt uns direkt mit Energie; der Überschuss wird gespeichert. Laut vorsichtiger Schätzung decken wir seit 2012 im Sommer etwa 60% unseres Elektrizitätsbedarfs durch Solarenergie, im Winter etwa 40%. Der Rest kommt (noch) aus dem öffentlichen Netz, da wir einen großen Energiespeicher benötigen werden, um trotz der saisonal bedingten Schwankungen in der Sonneneinstrahlung vollständige Energieautonomie zu erreichen.

50% unseres Warmwassers für Duschen und Waschen kommt aus Solarthermieanlagen, die anderen 50% noch von Gasheizungen.

Unser Ziel ist es, bis 2020 100% unseres Energiebedarfs aus erneuerbaren Energiequellen zu decken.

Wasserversorgung

Wir glauben, dass ein Schlüssel für jede autonome Gemeinschaft darin liegt, dass wir unser Recht auf Wasser wahrnehmen und eine eigene Wasserversorgung entwickeln. Unser gesamtes Trink- und Brauchwasser kommt aus eigenen Brunnen und Quellen, wird gefiltert und in unsere Wasserleitungen gepumpt. Die meisten Pumpen werden mit Solarenergie betrieben.

Unsere Wasser-Retentionslandschaft stellt sicher, dass die Grundwasserspeicher durch Regenwasser aufgefüllt und gesättigt werden. Wir leiten unsere Abwässer durch Feuchtgebiete, wo sie  gereinigt und danach in spezielle Beete und Wiesen entlassen werden. Weil wir nur Komposttoiletten verwenden (mit wenigen Ausnahmen), ist unser Wasserverbrauch viel niedriger als in normalen Haushalten.

Gesundheit

In unserer Gesundheitsstation „Posto de Saúde“ arbeiten Ärzte und Heilpraktiker zusammen. Sie beziehen auch das Heilwissen mit ein, das in 40-jähriger Gemeinschaftsforschung erworben wurde. Unsere Erfahrung lehrt uns, dass Krankheiten vor allem durch blockierte Lebensenergien entstehen. Heilung heißt für uns deswegen in allererster Linie, Lebensbedingungen zu schaffen, in denen diese Energie wieder frei fließen kann. Neben den verschiedenen praktischen Fähigkeiten und Methoden, enthält unser Heilungskonzept:

  • Vertrauen zwischen Menschen
  • Glaube in eine göttliche Welt und ihre Führung
  • Verbindung mit der Natur und unseren Mitgeschöpfen
  • Freude, Vitalität, Geist und Lebensperspektive

Unsere Heilungsarbeit ist eng verbunden mit anderen Bereichen von Tamera, wie dem Politischen Ashram, der Liebesschule, anderen Kursen und den kleineren sozialen Gruppen, aus denen die Gesamtgemeinschaft aufgebaut ist.

Unser Team besteht aus:

  • Ärzten
  • Homöopathen
  • Heilern
  • Körpertherapeuten
  • Kräuterspezialisten
  • Hebammen

Für die Zukunft visionieren wir ein größeres Gesundheitszentrum, in dem weit mehr HeilerInnen mit verschiedenen Schwerpunkten und Disziplinen auf Grundlage der Heilungsgedanken von Tamera praktizieren werden. Wir wollen unseren ganzheitlichen Gesundheitsdienst damit auch für Menschen aus der Region zugänglich machen.

Unser Kräuterhaus im „Aldeia da Luz“ versorgt ganz Tamera mit Kräuter- und Medizintees aus kultivierten und wild wachsenden Pflanzen. Wir erforschen traditionelle Kräuterkunde mit modernem Heilungswissen.

Foto: Lee von der Bussche, Homöopathin, und Dr. med. Amélie Weimar, koordinierende Ärztin im „Posto de Saúde

Verwaltung und Finanzen

Unser Team sorgt für:

  • Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben von Spenden, Subventionen und Seminargebühren in den beiden Vereinen
  • Verwaltung des Einnahmen und Ausgaben (inkl. Unterkunft und Essen) der ILOS Lda., die Besitzerin des Geländes, der Gebäude und der Infrastruktur für die Seminare, Essen und Unterbringung
  • Personalmanagement und Verwaltung, einschließlich Unterstützung in behördlichen Angelegenheiten für die Gemeinschaftsmitglieder
  • Aufarbeitung von finanziellen Informationen und Erstellen von Geldanträgen an öffentliche Institutionen oder Stiftungen
  • Versicherungsverträge
  • Konzeptarbeit und Entwicklung einer Schenkökonomie, die auf den Prinzipien der Gemeinschaft aufbaut, anstatt auf Wettbewerb und Konkurrenz
  • Aufbau von Vertrauen in der Gemeinschaft durch Transparenz, Information und Ausbildung im Bereich von Geld und Finanzen

www.tamera.org