Israel-Palästina

Nach der zweiten Intifada im Jahr 2000 begannen wir die Zusammenarbeit mit FriedensaktivistInnen in Israel-Palästina. 2001 luden wir Israelis, Palästinenser und Internationale zu einem Nahost-Friedenscamp nach Tamera ein. Seitdem haben wir im so genannten Heiligen Land mehrere Pilgerschaften durchgeführt und dazu mit israelischen und palästinensischen Friedensaktivisten zusammengearbeitet. 2012 veranstalteten wir ein internationales Wassersymposium in Jericho. 2014, auf dem Höhepunkt des Gaza-Krieges, luden wir ein zu einem Friedenscamp in der Westbank mit dem Titel „Wir weigern uns, Feinde zu sein“. Zwischen 2012 und 2014 arbeitete eine Gruppe von Israelis, Palästinensern und internationalen Studenten aus Tamera in der Gegend von Jerusalem an der Vorbereitung eines Friedensforschungsdorfes. Diese Vision für den Nahen Osten begleitet uns weiter.

„In Nahost entscheidet sich mehr als die Zukunft zweier Völker. Wenn hier Friede gelingt, dann wird etwas Neues für die Menschheit gelungen sein.“

DIETER DUHM

Friedenscamp im Nahen Osten

Unser Engagement für Israel-Palästina begann während der zweiten Intifada im Jahr 2000. Damals machte eine Gruppe in unserem politischen Ashram die spirituelle Übung, sich die Nachrichten anzuschauen, ohne ihr Herz zu verschließen. Genau das war die Zeit, wo das Fernsehen Bilder von Widerstand, brutalen Polizeiaktionen und Vergeltungsakten übertrug. Dieser schreckliche neue Zyklus von Gewalt ließ uns nicht gleichgültig, wir erkannten, dass wir handeln müssen, um das Herz geöffnet zu halten. Sabine Lichtenfels entwickelte in einer Meditation fünf Visionsbilder, wie Frieden zwischen Israelis und Palästinensern entstehen könnte. Das Institut für globale Friedensarbeit (IGF) sandte sie an die Friedensnetzwerke der Region und erhielt von AktivistInnen beider Seiten überwältigende positive Antwort.

2001 veranstalteten wir ein Nahost-Friedenscamp in Tamera mit rund 100 israelischen und palästinensischen TeilnehmerInnen. Es entwickelten sich tiefgreifende Verbindungen, Kooperationen und wirkliche Solidarität. Es diente nicht nur der Versöhnung, sondern auch der Entwicklung einer Vision – der Aufbau eines Heilungsbiotops oder eines Friedensforschungszentrums in Israel-Palästina. Dies soll ein lebendiges Modell für eine neue Kultur des gewaltfreien Zusammenlebens zwischen verschiedenen Ethnien und Religionen im Nahen Osten sein – ein Zentrum der Hoffnung für die Welt.

Grace-Pilgerschaften

In den Jahren 2005 und 2007 führten Sabine Lichtenfels und Benjamin von Mendelssohn zwei Grace-Pilgerschaften mit bis zu 180 Teilnehmern zu Fuß durch Israel und das besetzte Westjordanland. Es gab kollektive Erfahrungen, die sowohl vom Schmerz als auch von der Möglichkeit der Versöhnung und Heilung in diesem Land zeugten. (Darüber schrieb Sabine Lichtenfels ihr Buch: “Grace – Pilgerschaft für eine Zukunft ohne Krieg”.)

An der Pilgerschaft 2007 nahmen auch erstmals Mitglieder der Friedensgemeinschaft San José de Apartadó aus Kolumbien teil.

Im Rahmen unserer internationalen Treffen und Pilgerschaften kam eine Gruppe von Israelis, Palästinensern und Internationalen zusammen, um die ersten Schritte zur Gründung eines Friedensforschungszentrums im Nahen Osten vorzubereiten. Zehn ihrer Kernmitglieder kommen seit 2007 immer wieder zur Ausbildung nach Tamera, während sie ihre Arbeit im Nahen Osten fortsetzten.

2005 begannen wir die Zusammenarbeit mit Sami Awad, einem palästinensischen Lehrer für Gewaltfreiheit und damaliger Direktor des Holy Land Trust. Er wurde inzwischen ein zentraler Unterstützer der Vision von Heilungsbiotopen im Nahen Osten. Bei seinem ersten Besuch in Tamera sagte Sami: „Als Palästinenser haben wir immer gefragt: „Wie überwinden wir die Besatzung?“ Durch das Kennenlernen von Tamera habe ich mich darauf konzentriert, zu fragen:„ Was ist unsere Vision von dem, was nach der Besatzung passieren wird? “Wenn wir keine Vision für eine friedliche Kultur haben, verinnerlichen wir die Gewalt der Besatzung in unserer eigenen Kultur.“

2012 fand eine weitere Grace-Pilgerschaft mit 80 TeilnehmerInnen durch Israel und die Westbank statt, diesmal initiiert und geleitet von einem Team zum Aufbau eines Friedensforschungsdorfes, unterstützt von Menschen aus Tamera.

Wassersymposium in Jericho

Freunde von Tamera organisierten ein internationales Wassersymposium in Jericho mit der palästinensischen Stadtverwaltung und israelischen Kooperationspartnern. Bernd Müller, Sabine Lichtenfels und Aida Shibli präsentierten das Konzept der Wasserretentionslandschaften und zeigten, wie diese den Aufbau von Gemeinschaft und die Heilung der Liebe ergänzen.

Visionscamp während des Gaza-Krieges 2014

Als die Bombenangriffe begannen und die Zahl der zivilen Opfer anstieg, beschloss Sabine Lichtenfels spontan, in den Nahen Osten zu reisen, um israelische und palästinensische Friedensaktivisten zu einem Visionscamp für den Frieden zusammenzubringen. 50 Menschen versammelten sich im Westjordanland unter freiem Himmel unter dem Motto “Wir weigern uns, Feinde zu sein”. Sami Awad, der israelische Friedensmusiker Gabriel Meyer und der palästinensische Aktivist Ali Abu Awwad führten das Camp gemeinsam mit Sabine. Sie setzten damit der Hypnose der Angst und des Hasses die Erfahrung von Gemeinschaft und Versöhnung entgegen.

Aktuelle Entwicklung

Durch die angespannte und sich verschlechternde Situation in Israel-Palästina haben wir erkannt, dass der Aufbau eines echten Friedensmodells noch Zeit und vertiefte Ausbildung braucht. Einige unserer Kooperationspartner haben sich entschlossen, für längere Zeit nach Tamera zu kommen, um von hier aus den Frieden in ihrem Land zu unterstützen. Andere blieben in ihrer Heimat, besuchen Tamera aber regelmäßig, um sich weiter auszubilden.
Auf israelischer Seite gibt es eine Kerngruppe, die weiterhin mit der Vision des Peace Research Village und dem Plans der Heilungsbiotope verbunden bleibt und ein Netzwerk dafür aufbaut.

Auf palästinensischer Seite unterstützt Tamera die Entstehung ökologischer und technologischer Modelle für Selbstversorgung. In Zusammenarbeit mit dem Global Ecovillage Network haben wir auf der Hakoritna-Farm in Tulkarem und im Dorf Farkha, dem ersten Ökodorf Palästinas, mehrere internationale Seminare abgehalten.

Wir haben weiterhin die Vision, ein Friedensforschungsdorf im Nahen Osten zu verwirklichen. Dazu bedarf es eines Kreises weltweiter Unterstützer und eines starken globalen Feldes für den Plan der Heilungsbiotope.

Zeigen Sie Solidarität mit Friedensarbeitern weltweit! Ihr Beitrag ermöglicht es SchülerInnen aus benachteiligten Verhältnissen, in Tamera zu studieren.

Zeigen Sie Solidarität mit Friedensarbeitern weltweit!
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www.tamera.org