Wasser, sanitäre Anlagen, Abwasser und Hygiene

Da sich diese Arbeitsfelder stark überschneiden, betrachten wir sie zusammen: Wasser, Abwasser, sanitäre Anlagen und Hygiene. Wir haben gemerkt, dass es sinnvoll ist, die Erfordernisse jedes dieser Gebiete ganzheitlich und zusammenhängend zu behandeln. Durch den Aufbau unserer Wasserretentionslandschaft haben wir eigenes Wasser für die Landwirtschaft, zum Trinken und als Brauchwasser, ohne auf die öffentliche Wasserversorgung angewiesen zu sein. Durch unsere Komposttoiletten verbrauchen wir weit weniger Wasser als andere menschliche Siedlungen und vermeiden die Produktion von stark verschmutztem und möglicherweise mit Keimen kontaminiertem Wasser, wie es aus Wasserklosetts kommt (sog. “Schwarzwasser”). Grauwasser aus Küchen, Duschen und Wäschereien wird auf natürliche Weise in unseren Pflanzenkläranlagen gereinigt.

Wasserversorgung

Dezentrale Wasserautonomie ist ein wichtiger Nebeneffekt ökologischer Restaurierung. Die Natur versorgt uns in Fülle mit allem, was wir brauchen, wenn wir den Schaden heilen, den wir ihr zugefügt haben.

Durch verschiedene Regenwasserretentionsmaßnahmen auf unserem Land konnten wir den Abfluss von Regenwasser reduzieren. Seitdem das Regenwasser vom Erdboden aufgenommen wird, hat sich unsere Wasserversorgung stabilisiert. Unser Grundwasser wird während der Regenzeit aufgefüllt und versorgt uns dann während der trockenen Sommersaison mit ausreichend Wasser. Wir brauchen nicht mehr wie zuvor Wasser aus dem Tiefbohrbrunnen zu pumpen. Die großen Retentionsräume versorgen uns mit Wasser zur Bewässerung. Brauch- und Hahnwasser kommen von einem relativ flachen Brunnen in der Nähe eines Retentionssees; und das Trinkwasser kommt aus unserer Trinkwasserquelle.

Für die Zukunft planen wir ein Ringleitungssystem als Modell für eine neue Art der Wasserversorgung in Dörfern und Gemeinschaften, in der das Wasser gemäß seiner natürlichen Bewegungsmuster konstant in Bewegung ist – anstatt mit Druck durch die Leitung gepresst zu werden.

Wir können durch unsere Wasserretentionslandschaft Trockenzeiten und heftige Regenfälle abpuffern, ohne dass unser Land, die Straßen oder Häuser Schaden nehmen.

Wir kümmern uns jetzt auch in Kooperation mit Nachbarn und Behörden um die regionale Entwicklung von Wasserretentionslandschaften, um auch für unsere Nachbargemeinden langfristige Wasserautonomie sicherzustellen.

Abwassermanagement

Wir haben verschiedene Modelle von Trockenklos und Komposttoiletten erfolgreich erprobt und weiterentwickelt. Die neueste Generation von Komposttoiletten ist geruchsfrei, ihre Bakterien und Würmer transformieren unsere Fäkalien in fruchtbare Erde, und es entsteht kein aufwändig zu reinigendes „Schwarzwasser”.

Unser Grauwasser wird in verschiedenen Pflanzenkläranlagen und Dreikammeranlagen gereinigt, die an unsere gemeinschaftlichen Badehäuser und Küchen angeschlossen sind. Pflanzenkläranlagen sind lebendige Biotope, die mit spezifischen Pflanzen bepflanzt sind, die über ihre Wurzeln Schadstoffe aufnehmen, aufbrechen und als Dünger verwenden können; am Ende geben sie sauberes Wasser ins Grundwasser und die Vorfluter.

Zusätzlich kooperieren wir mit Jay Abrahams, einem englischen Mikrobiologen und Permakulturdesigner. Sein WET-System (Wetland Ecosystem Treatment) verbindet speziell entwickelte Erdwälle und Teiche und nutzt soweit wie möglich natürliche und regionale Materialien. WET-Systeme werden ein Element von Blueprint sein, dem entstehenden Modell für regenerative Siedlungen.

Abrahams sagt: „Abwasser und Schlämme müssen nicht als schwierige Schadstoffe betrachtet werden, sie können fantastische Rohstoffe sein. Abwasser und Schlämmwasser können entweder als Problem oder als wertvolle Ressource gesehen werden. Früher hat man nur das Problem gesehen. Aber es als Rohstoff zu betrachten führt zu einem System, das in der Lage ist, Abfallstoffe in wertvolle, nützliche oder mindestens unschädliche Stoffe umzuwandeln.”

In Bildern

 

www.tamera.org