Solare Küche
Im Herzen des solaren Testfelds ist eine Küche für ca. 50 Menschen. Hier werden verschiedene Technologien zur Energieerzeugung eingesetzt, zum Beispiel der Scheffler-Spiegel, eine Biogasanlage, solare Kochkisten, solare Wassererhitzer und einen Solartrockner für die Haltbarmachung von Nahrungsmitteln. Es ist ein Teil unserer Forschung, diese Technologien im täglichen Gebrauch zu testen. Dadurch finden wir heraus, wie der Bedarf unter Praxisbedingungen abgedeckt werden kann und können die Anlagen Schritt für Schritt weiterentwickeln.
„In unserer Solarküche erleben wir die Realität von Energieüberfluss, denn wir haben uns entschieden, dieses Geschenk anzunehmen, das wir fortwährend empfangen“
JANOS VALDER, ehemaliger Technologe im Testfeld
Vision
In der Küche verbinden wir die Kreisläufe von Nahrung, Wasser und Energie miteinander. Die Nahrung kommt aus unseren Gärten, wir kochen mit Sonnenenergie oder mit Biogas und verwenden das Wasser aus unserem Brunnen. Es gibt keinen „Abfall“, denn alles wird weiterverwendet. Die Biogasanlage verwandelt Küchenabfälle in Methangas zum Kochen und in wertvollen Dünger für die Felder.
Auch unsere Komposttoiletten sind Produktionsstätten für wertvollen Dünger. Dadurch wird auch der Mensch Teil eines größeren Kreislaufs, in dem er nicht mehr Problemerzeuger ist, sondern zum Wohl des Ganzen beiträgt.
Unsere Küche ist das Herzzentrum der Gemeinschaft, die im solaren Testfeld lebt. Wir bereiten nahrhaftes veganes Essen zu aus Pflanzen, die zum großen Teil in unseren Permakulturgärten im Testfeld oder Südtal angebaut wurden. Unser Dorfplatz ist ein Versammlungsort, an dem wir Gemeinschaft erleben und studieren.
Wir lernen auch, mit Energie sinnvoll umzugehen. Alle, die im solaren Testfeld leben, wissen, wie wir mit erneuerbaren Technologien rücksichtsvoll umgehen müssen. Es gibt eine enge Beziehung zwischen unserem täglichen Energiebedarf und der Entwicklung entsprechender solarer Systeme.

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Unsere Solare Küche in Aktion (2017)
Solare Technologie im Einsatz
- Der Scheffler-Spiegel ist ein Fix-Fokus-Sonnenreflektor, der zum Kochen verwendet wird. Die Form und das Nachlaufsystem des Spiegels sind so konstruiert, dass das Sonnenlicht auf einen statischen Kollektor auf einen Punkt außerhalb des Spiegels zentriert wird. Die Leistung eines Reflektors mit einer Oberfläche von 10 Quadratmetern reicht je nach Jahreszeit von 2.2kW im Sommer zu 3.3kW im Winter, bei einer Sonnenstrahlung von 700W/m². Das System des Fix-Fokus-Spiegels ermöglicht es auch, mit viel höheren Temperaturen zu kochen. Mehr erfahren…
- Wir verwenden den Solartrockner, um den Überschuss an saisonalem Erntegut haltbar zu machen. Es ist ein Tunnel, dessen eine Bodenhälfte schwarz gestrichen ist. Hier sammelt sich die Sonnenhitze. Ein solarbetriebener Lüfter bläst die heiße Luft, die aus der schwarzen Membran aufsteigt, durch den Tunnel und dehydriert so die Nahrung.
- Wir betreiben eine Biogasanlage nach den Bauprinzipien von T.H. Culhane (Seite auf Englisch). Sie ermöglicht es uns, auch an bewölkten Tagen oder in der Nacht zu kochen. Die Anlage fermentiert geschredderte Küchenabfälle in warmem Wasser und produziert daraus Methangas zum Kochen.
- Hier können Sie eine Bauanleitung für eine 3m³ Biogasanlage (System der schwimmenden Trommel) herunterladen: Englisch – Portugiesisch.
- Solare Kochkisten: Reflektoren, die wie ein Parabol geformt sind, lenken das auffallende Sonnenlicht auf eine kleine Stelle, um dort genügend Hitze zum Kochen zu sammeln. Wegen ihrer geringen Größe eignen sie sich hervorragend für den Familienbedarf. So können Sie zum Beispiel am Morgen einen Topf Reis mit Wasser aufsetzen, der zum Mittagessen gar ist. Oder Sie backen einen Kuchen bei 150°C.
- Solarkocher mit Parabolrinne – Die von uns genutzten Modelle wurden von Ivan Yaholnitsky entworfen, in Tamera gebaut, weiterentwickelt und dokumentiert. Sie sind täglich im Einsatz, vor allem zum Kochen von Gemüse, und eignen sich auch zum Brotbacken.
- Solare Wassererhitzer: Kollektoren aus flachen Platten oder Vakuumröhren.