Steinkreis

Der Steinkreis wurde auf einem Hügel im Herzen des Tamera-Geländes errichtet. Er ist eine Naturkathedrale und ein zentraler Ort für Zeremonien. Die Steine stehen symbolisch für 96 Aspekte einer universellen Friedensgemeinschaft. Es ist ein künstlerischer Kraftplatz innerhalb des Landschaftstempels „Marisis“. Hier versammeln wir uns zum Gebet, zu verschiedenen Ritualen und zum „Ring der Kraft“, unserer wöchentlichen Meditation zur spirituellen Verbindung mit der heiligen Allianz des Lebens und mit Menschen aus aller Welt.

Vision

In den Neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts reiste Sabine Lichtenfels auf der Suche nach einem geeigneten Stück Land für die Gründung eines ersten Heilungsbiotops durch Portugal. Dabei stieß sie zufällig auf den Steinkreis von Almendres in der Nähe von Évora. Dieses Denkmal wurde von Menschen einer frühen Stammeskultur im Megalithikum errichtet und ist ca. 7000 Jahre alt. Sabine Lichtenfels fühlte, dass jeder Stein einen Aspekt in einem harmonischen Stammesleben zu repräsentieren schien.

In den darauffolgenden Jahren begann sie den Steinkreis von Almendres zu entschlüsseln. Sie erkannte, dass es sich hierbei nicht einfach nur um ein bemerkenswertes Monument aus einer prähistorischen Zeit handelte. Es kam ihr vor, als sei er eine „lebendige Bibliothek“, der eine Fülle an spirituellem und erotischem Wissen aus einer zutiefst friedlichen archaische Hochkultur in sich barg. Hier traf sie auf die zeitlose übergeschichtliche Matrix für eine gewaltfreie Lebensweise des Menschen auf der Erde. Sabine Lichtenfels nannte sie die „urgeschichtliche Utopie“. Diese Utopie liegt auch in uns selbst, abrufbar in unseren Herzen als tieferes Wissen, so, wie die Information über die Form eines Baumes bereits im Samen enthaltent ist und auf seine Entfaltung, seinen „Abruf“, wartet.

Ihre Entdeckungen und Erfahrungen schrieb sie nieder in ihrem Buch „Traumsteine. Reise in das Zeitalter der sinnlichen Erfüllung“. (Das Buch ist auch ins Portugiesische übersetzt.) Darin schreibt sie:

„Ich setzte mich in die Mitte des Kreises auf einen flach liegenden Stein und schloss die Augen. ‘Erinnere dich an deine Vergangenheit, lange vor dem Urchristentum’, war ein Satz, der sich immer wiederholte und den ich mir merkte. Schlagartig hatte ich das Gefühl, als sei ich zu Hause angekommen und als fiele eine große Anspannung von mir ab. ‘Du findest hier viele Informationen, die du zur Findung des richtigen Ortes und zum Aufbau deines Projektes brauchst. Du wirst noch oft hierher kommen.’ Ich war verwirrt, wurde aber auch immer neugieriger.“

Immer tiefer tauchte sie ein in die Weisheiten einer vor-patriarchalen Friedenskultur, die sie in Malta und an anderen historischen Stätten studierte. Es entstand die Idee, einen modernen Steinkreis in Tamera selbst zu errichten: eine Art Gemeinschaftskunstwerk. Die 96 Steine stehen für 96 Kräfte einer universellen Friedensgemeinschaft in unserer Zeit, die verbunden sind mit dem ursprünglichen Wissen. Der Steinkreis steht symbolisch für ein Beziehungsmuster, das auf Ergänzung beruht statt auf Ausschließung, auf Kooperation statt auf Kampf.

Eine Kooperation entwickelte sich mit dem Erdenheiler Marco Pogačnik und seinem langjährigen Schüler Peter Frank. Sie ließen ihr geomantisches Wissen einfließen, um erste Grundlagen für einen neuen Steinkreis zu erarbeiten. Die „Ikone der Zukunft“ nahm Form an. Am 12. Oktober 2004 wurde auf einem weichen Hügel im Zentrum von Tamera ein erster Stein gesetzt. Heute ist der Steinkreis mit seinen 96 Steinen komplett. In die meisten Steine wurden Kosmogramme eingraviert, das sind universelle Bilder, welche die Grundkräfte einer Zukunftsgemeinschaft symbolisieren und verstärken sollen. Diese Bilder wurden von Mitgliedern der Gemeinschaft oder Besuchern, die sich der entsprechenden Kraft verbunden fühlten, intuitiv empfangen oder in einem kreativen Prozess entwickelt. In manchen Fällen war es ein jahrelanger Prozess, das richtige Kosmogramm zu finden.

Der Steinkreis zeigt uns, dass eine Friedenskultur nicht in Form einer Pyramide der Macht dargestellt werden kann, sondern in Form eines Kreises, dessen Zentrum leer ist. Frieden ist das Ergebnis der richtigen Balance zwischen verschiedenen Kräften und Wesen. Um Frieden zu erzielen, darf kein Aspekt des Lebens ausgeschlossen oder bekämpft werden. Nur wenn alle Kräfte einbezogen sind, nur wenn sie ihre richtige Position innerhalb der Lebensgemeinschaft einnehmen, können sie ihre Energien im Vertrauen, in Synergie und Kreativität entfalten und Frieden hervorbringen.

Erkenntnisse

  • Wie bei allen indigenen Kulturen braucht auch die neue Friedenskultur einen Kraftort, wo Menschen hingehen können, um ihre „Batterien“ wieder aufzuladen, wo sie sich auf das Wesentliche besinnen und mit der göttlichen Matrix in Verbindung treten können.
  • Der Steinkreis ist das spirituelle Herz der Gemeinschaft. Hier versammeln wir uns zu Ritualen, die uns mit den Kreisläufen der Erde, mit dem Kosmos und den eigenen Lebenszyklen verbinden.
  • Jeden Montag morgen zu Sonnenaufgang versammeln sich interessierte Menschen aus der Gemeinschaft im Steinkreis zum „Ring der Kraft“. Hier werden Gedanken der Heilung ausgesprochen und in die Welt geschickt.
  • Der Steinkreis ist in seiner Einfachheit und Vollständigkeit für alle Religionen und Gedankenrichtungen da. Dadurch werden Dogmen überflüssig und Andersdenkende einbezogen.
  • Der Steinkreis steht auch Besuchern offen, die hier Zeremonien durchführen wollen. So hielt zum Beispiel der Befreiungstheologe Padre Javier Giraldo aus Kolumbien hier einen christlichen Gottesdienst ab. Oder tibetanische Lamas aus Dharamsala, Indien, die hier als Zeichen ihrer Verbindung eine Gebetsfahne aufstellten. Oder die amerikanische Friedensaktivistin Starhawk, die uns mit Tanz und Gesang durch ein heidnisches Ritual führte.

Teilnahme am „Ring der Kraft“

Unsere wöchentliche Sonnenaufgangsmeditation ist ein weltweit wachsendes spirituell-politisches Netzwerk, das von Sabine Lichtenfels begleitet wird. Mehr…

Watch

Sabine Lichtenfels presents the teacher archetype in Tamera’s stone circle

(January 15 2018).

www.tamera.org