Kunst, Musik & Theater

Wir wollen die Kunst in ihrem eigentlichen Sinn wiederbeleben und als lebendiges Zentrum kultureller Neuschöpfung zelebrieren. Je tiefer wir uns auf die Kunst einlassen, desto tiefer verstehen wir, wie die Schöpfung arbeitet und wie wir mit ihr kooperieren können. Anstrengungslos lassen wir uns von dem großen Mysterium leiten. Darstellende Kunst, Bewegung und Gesang sind Wege, uns mit den kreativen Lebensenergien wiederzuverbinden und das Universum durch uns wirken zu lassen. Durch Kunst in der Gemeinschaft entsteht Humor, Glück und Lebensfreude. Die Welt, die wir erschaffen und die Welt, die uns erschaffen hat, rücken näher aneinander.

„Wer spricht, wenn ich spreche? Wer denkt, wenn ich denke? Wer malt, wenn ich male? Staunen wir noch über das Wunder unserer eigenen Existenz? … Was durch Kunst in unser Leben kommen möchte, kommt aus einem Raum der Wahrnehmung, in dem alle Definitionen schweigen. Wir zelebrieren Kunst als eine spezielle Aktivität, um uns mit dem Leben zu verbinden, dem großen Atelier der Schöpfung.”

MADJANA GEUSEN, KÜNSTLERIN IN TAMERA

Vision

„Tamera Art” ist eine entstehende Abteilung für Kunst unter der Schirmherrschaft von Tamera-Mitbegründer Dieter Duhm. Seit fast 40 Jahren initiiert und inspiriert er Kunstkurse. Wir wollen Kunst als das Zentrum kultureller Neuschöpfung wiederbeleben, denn in der bestehenden Konsumkultur des Kapitalismus hat Kunst ihre eigentliche Bedeutung fast völlig verloren.

Kunst hat seit Beginn unseres Projektes eine Schlüsselrolle eingenommen. Wir lieben und zelebrieren künstlerische Aktionen in der Gemeinschaft, z.B. durch Kunstkurse. Sie sind wie ein Schlüsselloch, durch das wir in die Zukunft eines befreiten Lebens auf der Erde schauen können, in der wir im Einklang mit den Schöpfungskräften leben:.

Wir beginnen die Welt mit anderen Augen zu sehen, wenn wir einen authentischen Ausdruck für unsere schöpferische Lebenskraft finden – beim Malen, Bildhauen, Tanzen, in der Darstellung oder im Gesang. Wir finden Wege, mit der Welt in direkten Kontakt zu treten. Kunst befreit uns von dem üblichen Ping-Pong zwischenmenschlicher Beziehungen. Wir beginnen, Andere zu sehen – sei es den Baum, den Teich, den Kieselstein oder den Freund neben uns. Wir beginnen, sie als Ausdruck des einen großen Kontinuums des Lebens zu sehen, aus dem alles, einschließlich uns selbst, entstanden ist.

Künstlerische Arbeit in Tamera

Kunst

Heilung heißt, unseren inneren kreativen Schatz wiederzuentdecken. Im Bereich der Kunst kommen wir in Berührung mit einer beinahe jubilierenden Freude. Wir suchen nach einer Lebensweise, in der Kreativität, Gebet, Zelebration und Eros wieder eins werden. Durch die jahrtausendelange Kriegsgeschichte haben wir die archetypischen Bilder von Kreuzigung und Sünde, von Verdammnis und Hölle tief verinnerlicht. Die Menschheit wird heute weitgehend von diesen unterbewussten Schreckensbildern gesteuert. Im Medium der Kunst arbeiten wir an Ikonen der Zukunft, welche die alten Bilder des Leidens auflösen und ersetzen können: Ikonen für freien Eros und Anteilnahme, für Gemeinschaft, Sinnlichkeit und Liebe. Unsere Skulpturen und Kunstwerke geben Tamera ein künstlerisches Gesicht. So setzen wir auf unserem Gelände Signale der Zukunft, um die Vision einer neuen Lebenskultur – Terra Nova – sichtbar zu machen.

Wir arbeiten auch an verschiedenen Ausstellungen, im Moment vor allem in Tamera. Wir wollen mehr Ateliers aufbauen und planen einen größeren Ort für eine Werkgalerie, in der wir an neuen Kunstwerken arbeiten und sie gemeinsam reflektieren können. Diese Galerie soll allen Interessierten den Zugang zur Kunst in Tamera erleichtern und sich so zu einem kulturellen Zentrum in unserem Gemeinschaftsleben entwickeln.

Musik

Der Tamera-Chor singt unter der Leitung von Robert Gasse eine Reihe verschiedener Hymnen und Lieder. Unsere A-cappella-GruppeThe Moonriders“ wurde 2003 gegründet und verbindet die Kraft der Gemeinschaft mit Humor und Kreativität. Sie schreiben ihre eigenen Stücke und dichten neue Texte für Lieder aus aller Welt, um die Freude einer neuen Kultur wiederzugeben. Die Band sucht im Moment eine/n ArrangeurIn und eine/n LiedermacherIn. Wenn Sie sich angesprochen fühlen, nehmen Sie bitte Kontakt auf mit: Meike Müller unter meikemm (at) tamera.org.

Theater

Theater ist eine Form von Aktivismus und bietet die Möglichkeit, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen, ohne zu verletzen. Durch Theater können wir Gemeinschaft erzeugen, am eigenen Charakter arbeiten und das individuelle Wachstum unterstützen. Indem wir es lernen, mit künstlerischen Mitteln aus der Identifikation auszutreten, werden wir fähig, die Konflikte zu lösen, mit denen wir gerade beschäftigt sind.

2005 haben wir ein Theaterstück zum Israel-Palästina-Konflikt unter dem Titel „Wir weigern uns, Feinde zu sein“ auf beiden Seiten, sowohl in Israel als auch in den besetzen Gebieten der Westbank, aufgeführt. Das Stück stellt den Konflikt mitfühlend dar und verfolgt das Ziel, eine höhere Ebene sichtbar zu machen, die allen Beteiligten eine globale Sicht auf den Konflikt ermöglicht. Nur auf dieser Ebene kann eine Lösung und Versöhnung gefunden werden.

2007 nahmen einige unserer Kinder an der Grace-Pilgerschaft in Israel-Palästina teil und verarbeiteten ihre Eindrücke anschließend in einem eigenen Theaterstück. Sie gaben ihm den Namen: „Der schwarze Schatten“. Es war ihre Reaktion auf das Leiden, das sie miterlebt hatten und die Gewalt, die überall indirekt spürbar war. Sie wollten mit ihrem Theaterstück Anteilnahme und Hoffnung verbreiten. Sie haben es im Verlauf der Zeit in verschiedenen Ländern in vier Sprachen aufgeführt, auf deutsch, englisch, portugiesisch und spanisch – zum Beispiel auf spanisch, zusammen mit Jugendlichen aus dem Friedensdorf San José de Apartadó vor vielen hundert SchülerInnen während der Grace-Pilgerschaft 2010 in Bogotá, Kolumbien.

Ergebnisse

  • Kunst ist Weg, um die Welt, die wir erschaffen, mit der Welt zu verbinden, die uns erschaffen hat. Kunst hilft uns, ein Leben in Dankbarkeit und Gebet zu führen.
  • Kunst ist ein Schlüssel für die Heilung. Doch Kunst zu machen, um Heilung zu erfahren, ist nicht Kunst. Wahre Kunst führt uns in den Bereich jenseits aller vorgefassten Ideen, jenseits von Zweck und Ziel, dahin, wo wir die Funktionsweise des Lebendigen erfahren. Hier können wir Zeuge werden, wie die Schöpfung „von selbst“ arbeitet, ohne persönliche Anstrengung. Als Künstler öffnen wir den Kanal, durch den das Leben selbst wirken kann, kreiselnd, oszillierend, absichtslos und doch in hohem Maß zielorientiert.
  • Kunst ist kein „Event“ und kein Hobby. Gemeinsames künstlerisches Schaffen ist eine Lebensweise, durch die wir Einblick in eine mögliche andere Zukunft gewinnen. In der Kunst stehen wir außerhalb von gewöhnlichen Gesprächsformen und den bekannten Vorstellungen darüber, was wir zu sein glauben. Wir nehmen teil am größeren Energiekreislauf des Lebens.
  • Wir berühren in der Kunst die tiefsten Ursprünge unserer menschlichen Existenz, sinnliche Liebe und universelle Verbundenheit. Wir können das pure Wunder des Lebens entdecken, wenn wir die Frage stellen: „Wer denkt, wenn ich denke? Wer malt, wenn ich male?“
  • Der Wert eines Kunstwerks hängt davon ab, wie authentisch es ist und wie viel Leben es enthält, nicht davon, ob es einem äußerlichen ästhetischen Standard entspricht. Der Weg  des Künstlers führt ihn hin zu wachsender Authentizität, Kraft und Freude.
  • Gemälde, Zeichnungen, Entwürfe, Texte, Gedichte, Skulpturen, Theaterstücke usw. sind Zeugnisse der künstlerischen Entwicklung des Heilungsbiotops.

Videos

The Moonriders

„Live your Dream” (Michael Jackson – Billie Jean)

„Defend the Sacred”: Nein zu Ölbohrungen in Portugal!

Mit fast 1000 Menschen aus 35 Ländern gestalteten wir diese Aktion am Strand von Odeceixe im August 2017; eine Verbindung von Kunst, Gebet und politischer Stellungnahme.

„One Billion Rising”

Tanz-Performance am Strand von Milfontes, Februar 2017

„Amazing Aerial Art for Gaza”

Mit John Quigley und 300 TeilnehmerInnen einer internationalen Sommeruniversität in Tamera, 2014

Global Grace Day 2011

Sacred Earth” – Konzert in Tamera

Theater als Aktivismus

„Wir weigern uns, Feinde zu sein”: Theaterstück, das wir entwickelt und während der Grace-Pilgerschaft 2005 in Israel-Palästina aufgeführt haben

www.tamera.org