Geschichte

Die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts markieren den Höhepunkt des Kalten Krieges, der erste Mann landet auf dem Mond und die westliche Welt erlebt die Aufstand der jungen Generation gegen den Vietnamkrieg und das weltweite Unrecht des Imperialismus. In dieser Zeit der großen Umwälzungen prägt Dieter Duhm den Slogan „Revolution ohne Emanzipation ist Konterrevolution“. Er führt den Gedanken in seinem ersten Buch „Angst im Kapitalismus“ aus, das zu einem Bestseller in der deutschen Linken wird. Trotz ihres anfänglich hohen Einsatzes verliert sich die Bewegung früh in nervenzerreibenden Nahkämpfen. Nach ihrem Zerfall arbeitet Dieter Duhm weiter an einer realistische Alternative zum bestehenden System der Gewalt.

1978: Beginn des Projekts

Im Mai 1978, nach einigen Jahren der Suche, beginnt Dieter Duhm zusammen mit Sabine Lichtenfels, Charly Rainer Ehrenpreis, Sarah Vollmer und acht weiteren GenossInnen mit der Grundsteinlegung für ein erstes Projekt in Süddeutschland. Sie geben ihm den Namen  „Bauhütte“ in Anlehnung an das Bauhüttenwesen der Templer im gotischen Kathedralenbau. Ihr Ziel ist der Aufbau eines interdisziplinären Forschungszentrums, das SpezialistInnen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten wie Bionik, Architektur, Ernährung oder neue Technologien anziehen soll. Doch sie merken bald, dass sie ohne eine tragfähige menschliche Basis keine nachhaltigen Lösungen erarbeiten können. Sie sehen sich gezwungen, zunächst die zwischenmenschlichen Konflikte in der Gruppe zu lösen. Die Kernfrage des Projektes lautet ab jetzt: „Wie können Menschen dauerhaft in Vertrauen zusammenleben?“

1983: Soziales Experiment

Die Gruppe vergrößert sich bald von einigen wenigen auf 50 Menschen. An ihrem neuen Ort im Südschwarzwald geben sich die Teilnehmer die Hand darauf, drei Jahre lang nicht mehr  auseinanderzugehen, um herauszufinden, wie eine funktionierende Gemeinschaft entsteht. Sie finden Wege, ihre berstenden jugendlichen Kräfte in kreatives Leben umzusetzen. Sie betreiben Wirbelforschung, beschäftigen sich mit Abwasserreinigung und neuen Baumethoden. Sie wagen sich auch an diejenigen menschlichen Fragen heran, die sonst oft ignoriert werden, wie zum Beispiel Sexualität, Liebe und Geld. Ihr Motto: „Nichts Menschliches soll uns mehr fremd bleiben”. Sie setzen Kunst und Theater ein, um hinter der Entfremdung unserer westlichen Kultur die Wahrheit des Lebendigen wiederzufinden und entdecken dabei die Heilkräfte des Lebens. So stoßen sie auf erste Grundlagen für den Aufbau funktionierender Gemeinschaften.

Entwicklung des SD-Forum

“SD” ist eine Abkürzung für “Selbstdarstellung”. Die Gruppe trifft sich täglich zu einem Forum, einer Veranstaltung, in der sich die Gruppenteilnehmer mitteilen, was in ihrem Inneren oder untereinander vorgeht. Das Forum ist ein geschützter Raum, der frei ist von Verurteilung. Hier können Konflikte angesprochen und Freude ausgedrückt, Liebeserklärungen gemacht oder heimliche Lüste offenbart werden. Es ist ein Raum der Solidarität. Die TeilnehmerInnen lernen es, ihre Konflikte und Emotionen so zu gestalten, dass sie sich nicht mehr mit ihnen identifizieren. Dazu benutzen sie oft Elemente des Theaters oder der bewussten Übertreibung. So befreien sie sich aus dem ewigen Kreisen um die eigene Person. Sie erleben, dass Wahrheit und Selbstoffenbarung Vertrauen erzeugen – gesehen werden heißt geliebt werden.

Die Entdeckung der sexuellen Freiheit

Der tiefste und vielleicht entscheidenste Aspekt ihrer Forschung besteht darin, Liebe und Sexualität von der Angst zu befreien. Es geht ihnen um die Heilung der Liebe. Das Vertrauen, das sich in der Gemeinschaft entwickeln konnte, wird zum Nährboden für Erfahrungen, die außerhalb dieses Vertrauensraumes schwer vorstellbar sind: die Teilnehmer können sich voreinander ihre erotischen Wünsche mitteilen und ihnen folgen; Männer, die die gleiche Frau begehren, begegnen sich solidarisch und umgekehrt. Sie legen eine Grundlage für Liebeserfahrungen, die frei von Eifersucht oder Lüge sind.

Doch die deutschen Medien reagieren empört und starten Mitte der 80er Jahre eine Hetzkampagne gegen das Projekt. Eine Lawine von Verleumdungen und Falschmeldungen kommt ins Rollen. Die Gemeinschaft reagiert darauf mit einer positiven Offensive, veröffentlicht Richtigstellungen und immer wieder auch die gewonnenen Erkenntnisse zu einer erotischen Friedenskultur.

Der Plan der Heilungsbiotope

Aus dem sozialen Experiment entwickeln sich erste Konturen für eine umfassendere Friedensvision. Dieter Duhm stellt sie auf wissenschaftliche Grundlage und integriert sie in seine „Politische Theorie“. Die Theorie basiert unter anderem auf der Entdeckung der Quantenphysik, dass sich, je tiefer wir in sie hineinschauen, alle Materie in schwingende „Felder“ auflöst. Diese Felder werden durch Information gesteuert und lenken u.a. unser kollektives Verhalten. Dieser Gedanke wird zum strategischen Ausgangspunkt für die Verwirklichung eines globalen Friedensplanes. Der Gedanke ist, ein Netzwerk von Heilungsbiotopen oder Friedensgemeinschaften aufzubauen, die gemeinsam ein starkes Feld für eine gewaltfreie Lebensweise auf dem Planeten erzeugen, welches das alte Feld der Gewalt abzulösen vermag.

1991: ZEGG – “Zentrum für Experimentelle Gesellschaftsgestaltung”

Die Gruppe erwirbt eines der ersten Gelände im wiedervereinigten Deutschland 80 km südöstlich von Berlin und gründet das ZEGG, eine Gemeinschaft und ein gemeinnütziges Ausbildungszentrum, das sich bald in eine eigene unabhängige Richtung entwickelt. Etliche Menschen, die heute in Tamera leben und arbeiten, waren frühere Mitarbeiter des ZEGG.

“Der unerlöste Eros“ wird veröffentlicht

Dieter Duhm’s Buch „Der unerlöste Eros“ wird vom Verlag Meiga herausgebracht.

1992: Vertiefung

Dieter Duhm, Sabine Lichtenfels und eine kleine Gruppe eröffnen das „Big Sur“ auf Lanzarote, ein Haus der offenen Tür, ein Ort für Lebensfreude, Kunst und Heilung auf Lanzarote. Andere gründen in der Nähe “La Massilia”, ein Vorläufer der späteren “Liebesschule”. Eine weitere Gruppe betreibt die “Kairos”, ein Segelschiff für Delphinforschung vor den kanarischen Inseln.

Sabine Lichtenfels gründet das wandernde Wüstencamp, das auf einer kleinen Insel vor Lanzarote und später auch an der portugiesischen Küste stattfindet. Das Wüstencamp ist eine spirituelle Schule jenseits aller Religionen. Durch diese Arbeit kommt Sabine Lichtenfels in Berührung mit einer Quelle urgeschichtlichen Wissens, vor allem in Portugal. Portugal war zur Zeit des antiken Griechenland als das „Land der Schlangen“ bekannt und trägt bis heute eine Erinnerung an weibliches Urwissen.

Aufbau eines Friedensdorfes

Auf den Wüstencamps taucht immer wieder die Frage auf, an welchem Ort das globale Projekt der Heilungsbiotope gegründet werden soll. Portugal scheint aus verschiedenen Gründen ein geeignetes Land zu sein. Einmal aufgrund einer traditionellen Gastfreundschaft und Toleranz gegenüber Fremden, mit der radikale Bewegungen immer wieder willkommen geheißen wurden. Zum anderen, weil die ökologische Zerstörung weit fortgeschritten ist und man deswegen zeigen kann, wie auch unfruchtbares Land in ein Paradies verwandelt werden kann.

1995: Gründung von Tamera

Die Gruppe wählt Monte do Cerro, ein 140 ha großes Stück Brachland in der dünn besiedelten portugiesischen Region Alentejo. Das Grundstück hat die Form eines Adlers. Während einer Meditation an einer der Quellen von Monte do Cerro empfängt Sabine Lichtenfels den Namen „Tamera“. Später stellt sich heraus, dass dies ein altägyptisches Wort ist, das als „Land des Wassers“ übersetzt werden kann und auch als früher Name für Ägypten selbst verwendet wurde. Dank der Großzügigkeit einiger privater Spender kann das Land 1995 gekauft werden.

Den „Traum“ des Landes wahrnehmen

Anstatt einem vorgefertigten Bebauungsplan zu folgen, nimmt sich eine erste kleine Gruppe viel Zeit, um als Künstler und Tiefenökologen den „schlummernden Traum“ des Landes wahrzunehmen, der hier realisiert werden möchte. In einer ersten Vision sehen sie einen großen See, können sich aber noch nicht vorstellen, wie ein solches Projekt auf der trockenen iberischen Halbinsel verwirklicht werden könnte. Das Tierreich begrüsst die neuen menschlichen Mitbewohner mit erstaunlicher Freundlichkeit. Sie kommen mit ungewöhnlichem Vertrauen auf die Menschen zu. Die Gruppe nimmt eine kontinuierliche Kommunikation zu den sichtbaren und unsichtbaren Wesen des Ortes auf, um weitere Weisungen für den Aufbau des Heilungsbiotops zu erhalten. Aus diesen ersten Kommunikationsexperimenten entwickelt später das Projekt Terra Deva.

Infrastruktur

Der  Aufbau der notwendigen Infrastruktur beginnt, es entstehen Werkstätten, Büro- und Seminarräume, sowie Unterkünfte. Es werden Gärten angelegt und zur Wiederaufforstung viele Bäume gepflanzt. All dies wird durch private Gelder und Spenden möglich. Es beginnen erste ökologische und technologische Forschungsexperimente.

Erste Sommeruniversität

Im Sommer 1995 treffen die ersten 100 BesucherInnen aus vielen verschiedenen Ländern in Tamera ein. Sie legen den Grundstein für die späteren Ausbildungsprogramme und Konferenzen.

1996 Weiche Macht wird veröffentlicht

Der Verlag Meiga veröffentlicht „Weiche Macht“ von Sabine Lichtenfels, ein Buch über die Vision einer neuen Frauenbewegung, die auf einer neuen Liebe zu den Männern beruht.

1999: Das große Feuer

In der Nacht des 31. Januars 1999 bricht ein Feuer in der großen Halle aus, dem damaligen Hauptgebäude der Gemeinschaft. Die Gruppe muss mitansehen, wie die Halle bis auf die Grundmauern niederbrennt. Sie verlieren fast alle ihre Besitztümer in den Flammen. Doch es herrscht eine große Dankbarkeit darüber, dass niemand verletzt wurde. Durch die Kraft einer solidarischen Gemeinschaft kann schon kurze Zeit später mit dem Neuaufbau begonnen werden. Auch aus unserem Netzwerk erhalten wir viel Hilfe. So können schnelle Ersatzlösungen geschaffen werden, Zelte werden aufgeschlagen, Container und Wohnwägen aufgestellt und Holzhütten errichtet. Ein erstes größeres Gebäude wird verwirklicht: das Institut für globale Friedensarbeit.

2000: Beginn der globalen Friedensarbeit

Das Institut für globale Friedensarbeit wird eingeweiht. Es beginnt der Aufbau eines weltweiten Netzwerks aus engagierten AktivistInnen, VordenkerInnen, Pionieren, Friedensgemeinden, Ausbildungsprojekten und sozialen Bewegungen. Es ist ein Netzwerk der gegenseitigen Unterstützung. So wird zum Beispiel mit Hilfe von Kampagnen ein öffentliches Forum für mutige Initiativen im globalen Süden geschaffen, wie z.B. der Friedensgemeinde San José de Apartadó in Kolumbien.

2001: Naher Osten

Nach dem Ausbruch der Zweiten Intifada in Israel-Palästina war es den Mitarbeitern in Tamera nicht länger möglich, nur untätig zuzuschauen. Sabine Lichtenfels empfängt in einer Meditation verschiedene Visionsbilder, wie Frieden im Nahen Osten erreicht werden könnte. Die Gruppe verschickt diese Vision an engagierte Menschen und Friedensinitiativen in Palästina und Israel. Die Aktion wirkt wie ein Katalysator in der internationalen Netzwerkarbeit.

„Die Heilige Matrix” wird veröffentlicht

Dieter Duhms Buch „Die Heilige Matrix“ erscheint im Verlag Meiga. Es ist ein Grundlagenbuch für den Übergang von der Matrix der Gewalt zur heiligen Matrix des Lebens. Der Übergang wird durch den Aufbau von Heilungsbiotopen geschaffen. Sie werden beschrieben als regional autarke Zukunftsgemeinschaften, „Gewächshäuser des Vertrauens“ oder „Akupunkturpunkte des Friedens“. Mit diesem Buch will der Autor sein gesammeltes Wissen an die nächste Generation weitergeben.

Generationswechsel: 2001–2006

Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels beginnen, die nächste Generation auszubilden. Eine Gruppe entsteht um Benjamin, Robert, Vera, Mara und Juliane herum. Die jungen Menschen beschäftigen sich intensiv mit den Grundgedanken von Tamera und bieten dann selbst Ausbildungskurse an, um Jugendliche zu unterrichten und das Projekt einer internationalen Ausbildungsplattform, den  „Global Campus“, vorzubereiten. Unterstützt durch die erfahrene ältere Generation übernehmen die jungen Leitungskräfte nach und nach verantwortliche Positionen in Tamera.

2002: 1. Internationales Friedenscamp

Aus einem dreiwöchigen Friedenscamp, zu dem Israelis, Palästinenser, Internationale und VertreterInnen aus Tamera zusammenkamen, entwickelt sich die Vision eines Friedensforschungsdorfes in Nahost. Eine intensive Zusammenarbeit beginnt: Von Tamera aus werden Reisen nach Israel-Palästina unternommen; es finden weitere Friedenscamps mit Vertretern beider Seiten statt; es formiert sich eine Gruppe aus Palästinensern und Israelis, welche die Idee des Friedensdorfes in Nahost aufgreifen möchte. Sie nutzen Tamera als ihren Ausbildungsort.

2003: Global Ecovillage Network (GEN)

TTamera wird Mitglied bei GEN – eine lösungsorientierte Allianz von ökologischen Dörfern und Gemeinschaften, in der Informationen und Praktiken ausgetauscht und konkrete Beispiele gesetzt werden. GEN will eine globale Basis schaffen, um dem wachsenden öffentlichen Interesse an nachhaltigen Prinzipien und Praktiken entgegenzukommen, Lösungen aufzuzeigen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

“Wir weigern uns, Feinde zu sein”

Eine Gruppe von israelischen und palästinensischen MusikerInnen und einer Theatergruppe aus Tamera begibt sich auf eine gemeinsame Tournee durch Deutschland und die Schweiz. Sie wollen Denkanstöße für eine mögliche Lösung des Konfliktes geben. Das Theaterstück heißt: „Wir weigern uns, Feinde zu sein.“

2004: Bau des Steinkreises

Innerhalb von 5 Jahren werden – in Anlehnung an den prähistorischen Steinkreis bei Évora – auf einem kleinen Hügel in Tamera 96 Steine in einem Oval aufgestellt. Die Steine repräsentieren jeweils archetypische Elemente einer Zukunftsgemeinschaft.  In einige Steine wird ein „Kosmogramm“ gemeißelt, das den jeweiligen Aspekt verdeutlichen und verstärken soll. Der Steinkreis ist ein geomantisches Kunstwerk und Ort für Rituale. An jedem Montag morgen zu Sonnenaufgang findet hier der „Ring der Kraft“ statt.

2005: Erste Grace-Pilgerschaft

Erschüttert von der Bedrohung eines möglichen Kriegs gegen den Iran, trifft Sabine Lichtenfels eine existentielle Entscheidung und begibt sich ohne Geld auf eine Friedenspilgerschaft von Portugal nach Nahost. Monate später erreicht sie Israel-Palästina. Zusammen mit Benjamin von Mendelssohn führt sie 40 TeilnehmerInnen auf einer ersten Grace-Pilgerschaft im Namen von Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung durch den Norden Israels und die besetzte Westbank. Für viele von ihnen wird dies eine tiefe und lebensverändernde Erfahrung.

Sabine Lichtenfels wird als eine der „1000 Friedensfrauen weltweit“ für den Friedensnobelpreis nominiert.

 

2006: Monte Cerro Friedensausbildung

Eine erste internationale Friedensausbildung beginnt: 100 Menschen aus Tamera und weitere 100 AktivistInnen und StudentInnen verschiedenen Ländern treffen sich zu einem dreijährigen Studium und Wissensaustausch.

Bau der Aula

Sabine Lichtenfels und die Gemeinschaft suchen Gelder für den Bau eines großen Versammlungs- und Lehrgebäudes. Schließlich kann von Gemeinschaftsmitgliedern und FreundInnen die Aula gebaut werden, unser Auditorium, ein 8m hohes Gebäude, das Platz für ca. 400 Menschen bietet. Die Aula ist der größte Strohballen-Lehmbau der iberischen Halbinsel. Die Tamera-Gemeinschaft und alle Gäste treffen sich hier zu speziellen Gelegenheiten und Sonntag morgens zur traditionellen Matinée.

 

Das „Aldeia da Luz“ wird gebaut

Acht Frauen über 60 bauen das Aldeia da Luz, das „Dorf des Lichts“; es besteht aus einer Nähwerkstatt, einem Kräuterhaus, einer Töpferei, Wohnräumen und einer zentralen Küche. Die Bauten werden aus Holz und den lokalen Rohstoffen Lehm und Stroh errichtet. Das Aldeia da Luz ist ein weiblicher Kraftort, der eine Art gemeinschaftlicher Großmutter-Energie ausstrahlt. Es ist ein kreativer Versammlungs- und Wohnort für Frauen und Männer.

Gründung des “Global Campus”

Im internationalen Netzwerk haben sich Schwerpunkte und Partnerprojekte herausgebildet. Engagierte Leitungskräfte aus den verschiedenen Friedenszentren  beginnen, miteinander zu kooperieren. Der „Global Campus“ entsteht – mit gemeinsamen Seminare und Friedensaktionen, politischen Pilgerschaften, Solidaritätsaktionen in Israel-Palästina, Kolumbien, Brasilien, Kenia, Togo, Mexiko und Portugal. Im Jahr 2015 kommen über 30 Menschen aus den unterschiedlichen Projekten zu Besuch nach Tamera, um ihre Ausbildung und die Zusammenarbeit zu vertiefen.

Das Buch “Grace. Pilgerschaft für eine Zukunft ohne Krieg” wird veröffentlicht

Der Verlag Meiga gibt unter dem Titel „Grace. Pilgerschaft für eine Zukunft ohne Krieg“ den Reise- und Erfahrungsbericht von Sabine Lichtenfels über diese erste Pilgerschaft heraus. Es ist ein Lehrbuch für die Wirkungsweise einer weichen Kraft, – Sabine Lichtenfels nennt sie „Grace“ – mit der sich Wege begehen lassen, die lange blockiert waren und scheinbar Unmögliches möglich wird.

2007: Beginn der Wasser-Retentionslandschaft

Im Jahr 2007 beginnt der Bau der Wasser-Retentionslandschaft in Tamera, unterstützt durch den österreichischen Permakulturspezialisten Sepp Holzer. Schon am 31. Dezember 2008 fließt der große „See 1“ das erste Mal über. Es entstehen weitere Seen, Teiche, sog. „swales“ (speziell angelegte Gräben zum Auffangen von Regenwasser) und Terrassen. Gärten und andere Pflanzungen werden nach den Prinzipien der Permakultur angelegt.

Weitere Grace-Pilgerschaften 2007–2010:

2007 in Israel-Palästina, 2008 in Kolumbien, 2009 in Portugal und 2010 wieder in Kolumbien.

2009: Aufbau des Solar-Testfeld

Nach fünfjähriger Zusammenarbeit mit dem Physiker Jürgen Kleinwächter wird mit seiner Unterstützung eine Experimentierstätte in Tamera aufgebaut, in dem Prototypen für eine solare Energieautonomie entwickelt werden. Die Solartechnologie wird ergänzt und kombiniert mit dem neuen Wassermanagement und der Nahrungsmittelproduktion. Die Gemeinschaft testet und benutzt die technologischen Erfindungen im täglichen Leben. Nach und nach schließen sich weitere ExpertInnen und MitarbeiterInnen dem Team oder dem Netzwerk an, zum Beispiel der Biogas-Experte T.H. Culhane und die „Blueprint Allianz“. Mehr Informationen…

2011: Beginn des jährlichen Wasser Symposiums

Das erste jährliche Symposium zum Thema Wasser-Retention findet unter der Leitung von Tameras Wasservisionär Bernd Müller in Tamera statt. Das Symposium versammelt internationale Wasserexperten, Entwicklungshelfer, Regierungsvertreter, Unternehmer, Spender und Journalisten. Aus diesen Treffen entwickelt sich ein globales Netzwerk, das ein neues Wasserparadigma als Antwort auf die weltweit zunehmende Wüstenbildung und den Klimawandel verbreiten und umsetzen will.

2012: Gründung der globalen Liebesschule

PartnerInnen aus aller Welt versammeln sich zur ersten jährlichen Globalen Liebesschule. Die TeilnehmerInnen verpflichten sich, mindestens drei Jahre hintereinander an dieser Ausbildung teilzunehmen. Ziel ist es, ein planetarische Netzwerk von Einzelpersonen und Gemeinschaften, die rund um den Erdball an der Heilung der Liebe arbeiten, auf eine tragfähige ethische Basis von Wahrheit, Vertrauen und gegenseitiger Unterstützung zu stellen.

Buckminster Fuller Institute Honorable Mention

Tamera receives an Honorable Mention for the Water Retention Landscape after applying for The Challenge – an award for “Socially-Responsible Design.”

 

2013: Besuche bei Stationen des Global Campus

Gruppen aus Tamera reisen zu den verschiedenen Stationen des Global Campus, um von den Partnerorganisationen zu lernen, die Zusammenarbeit zu vertiefen und durch ökologisches und menschliches Wissen beim Aufbau der Projekte mitzuhelfen. Weitere gegenseitige Besuche werden vereinbart.

Aufbau des Netzwerks für Terra Nova

Im Mai 2013 werden erste Versuche unternommen, die Ausbildung für Friedensarbeiter und den Aufbau von Heilungsbiotopen auch auf das internationale Netzwerk auszudehnen. Wir versenden Studienmaterial, mit denen lokale Gruppen die Grundgedanken von Terra Nova regelmäßig studieren. 2016 stellen wir unser Ausbildungsprogramm auf Onlinekurse um. Der Aufbau einer  globalen Medienplattform für dieses wachsende Netzwerk gehört zu denjenigen Projekten, die wir in naher Zukunft verwirklichen wollen.

Mitglied der „United Religions Initiative“http://www.uri.org/

Tamera wird Mitglied der United Religions Initiative, welche die kontinuierliche interreligiöse Zusammenarbeit fördert, um religiös motivierte Gewalt zu beenden und den Aufbau einer Kultur des Friedens, der Gerechtigkeit und Heilung für die Erde und alle Wesen zu unterstützen.

2014: Der “PIER-Vorgang“ beginnt

Wir stellen einen Antrag auf Umzonung unseres Geländes, um Baugenehmigungen für die notwendige Infrastruktur zu erhalten. Der Landkreis Odemira entscheidet sich, uns durch diesen Prozess zu begleiten. („PIER“ ist die portugiesische Abkürzung für „Interventionsplan in  ländlichen Gebieten“). Der von uns eingereichte Plan wird vom Landkreis angenommen, doch das Endergebnis steht noch aus. Mehr Informationen

Verlag Meiga veröffentlicht „Terra Nova: Globale Revolution und die Heilung der Liebe“

Das Buch „Terra Nova: Globale Revolution und Heilung der Liebe” von Dieter Duhm beschreibt die Wirkungsweise eines morphogenetischen Friedensfeldes, wie es im Inneren entsteht und wie es sich im Äußeren so mit anderen Kräften verbindet, dass es dem bestehenden Feld der Gewalt überlegen ist. Auf dem Wege der Feldbildung könnte eine Zukunft ohne Krieg eingeleitet werden. Das Buch wird 2014 im deutschen Original veröffentlicht, 2015 folgt die englische Übersetzung.

2015: Verstärkte regionale Netzwerkbildung

Wir intensivieren unser regionale Netzwerkarbeit, kooperieren mit Landkreisen, mit biologischen Bauernhöfen und entstehenden Gemeinschaften, um die ökologische und soziale Nachhaltigkeit im Alentejo zu stärken. Im Herbst 2016 findet eine Pilgerschaft entlang des Wassereinzugsgebiets des Flusses Sado statt, an der 30 Menschen aus Tamera und lokale Kooperationspartner teilnehmen. Sie wollen auf die prekäre Wassersituation des Landes aufmerksam machen und Lösungen anbieten.

2017: Start der Schule Akron

Es beginnt eine neue Stufe der Ausbildung und ein kontinuierliches spirituelles Training für interne Führungskräfte in unserem politischen ashram.

Internationales Treffen „Defend the Sacred“

Im August 2017 veranstalten wir ein Treffen von AktivistInnen, LeiterInnen verschiedener Bewegungen, indigener Ältester und Jugendlicher aus 40 verschiedenen Ländern, um indigenes Urwissen mit futuristischem Denken zu verbinden. Es entsteht ein gemeinsames Manifest für eine wachsende globale Gemeinschaft, die für den Schutz des Lebendigen und eine lebenswerte Zukunft auf der Erde eintritt.
Im Zentrum des Treffen steht eine politische Kunstaktion am Strand von Odeceixe, bei der 800 Menschen mit ihren Körpern eine Botschaft in den Sand zeichnen, mit der sie Stellung gegen geplante Ölbohrungen vor der portugiesischen Küste beziehen. Seit Januar 2017 sind wir ein aktiver Teil der Bewegung, die in ganz Portugal gegen die Ausbeutung fossiler Brennstoffe aufsteht. Mehr Informationen…

www.tamera.org