Die Politische Theorie im Überblick

von Dieter Duhm

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Das Projekt der Heilungsbiotope folgt einer Theorie der Verbreitung und Verwirklichung, die wir kurz als „Politische Theorie“ bezeichnen wollen. Im Folgenden gebe ich eine kurze Darstellung ihrer Grundgedanken und ihrer logischen Struktur.

Die weltweite Friedensarbeit braucht ein globales Konzept, um den bestehenden wirtschaftlichen und militärischen Konzepten der Globalisierung gewachsen zu sein. Nur ein globales Konzept kann die Macht haben, die globale Matrix der Gewalt außer Kraft zu setzen. Das Friedenskonzept, welches hier vorgelegt wird, geht davon aus, daß die Gaia-Erde mit allen ihren Bewohnern eine lebendige Einheit, ein Organismus ist. Ein einheitlicher Organismus kann durch die Eingabe einer geeigneten Information beeinflußt und verändert werden. Diese Eingabe kann von einem oder wenigen Orten der Erde aus erfolgen. Wenn sie mit den Grundgesetzen des Lebens übereinstimmt, wirkt sie feldhaft im gesamten Organismus. Der Übergang von der alten in die neue Matrix erfolgt nicht im Sinne eines alten Kräftevergleichs oder Machtkampfes, sondern im Sinne einer Informationsveränderung. Eine heilende Information, eingesetzt an einer Stelle, die bisher durch Informationen von Angst und Gewalt blockiert war, kann im Gesamtorganismus eine große Veränderung hervorrufen. Durch das aufkommende holistische Weltbild stehen wir vor neuen Heilungsmöglichkeiten, die für den ganzen Planeten wirksam werden könnten.  Wir leben in einer Zeit, wo es möglich wird, die größtmögliche Ambition des Menschen  – nämlich Friede und Harmonie wieder herzustellen auf der Erde – in Übereinstimmung mit wissenschaftlichem Denken zu verwirklichen. Wir befinden uns dabei im Wettlauf mit den Gegenkräften, es eilt objektiv. Die Politische Theorie bietet ein Konzept, mit welchem der Wettlauf gewonnen werden könnte. Sie enthält sechs Teile:

  1. Die holistische Struktur der Wirklichkeit
  2. Die einheitliche Informationsstruktur des Lebens
  3. Das Feldgesetz
  4. Die neue Information
  5. Die Wirklichkeit der konkreten Utopie
  6. Das Projekt der Heilungsbiotope.

1. Die holistische Struktur der Wirklichkeit

Das holographische oder holistische Weltbild geht aus von der Einheit alles Seienden. Die Welt ist ein einheitliches Ganzes. Die Struktur des Ganzen, seine Information und Gesetzmäßigkeit, kehrt in allen seinen Teilen wieder und kann auch von allen seinen Teilen her beeinflußt werden. Dazu ein Zitat von George  Leonard aus dem Buch „Der Pulsschlag des Universums“:

„Da jedes Partikel des Universums ständig Wellenfelder produziert und jede organisierte Kombination von Partikeln auch ihr eigenes unverwechselbares Feld aussendet, ist die Zahl der sich schneidenden Wellen praktisch unendlich groß. Theoretisch könnte man an jedem Punkt des Universums eine Art von Superhologramm erstellen, welches Informationen über das ganze Universum von diesem Blickpunkt aus enthält.“

Mit anderen Worten: An jedem Punkt des Universums ist (theoretisch) die Gesamtinformation des Universums abrufbar. Wären wir in der Lage, eine einzige Stelle des Universums bis in ihre innersten Tiefen zu sehen und zu verstehen, so sähen und verstünden wir in ihr das ganze Universum. Und: Das Geschehen an einem einzelnen Punkt des Universums wird bestimmt durch das Gesamtgeschehen des Universums. Und: An jedem Punkt des Universums kann das Gesamtuniversum beeinflußt werden. Das sind logische Schlußfolgerungen aus obigem Zitat.

Das Ganze steckt in allen seinen Partikeln; das Superhologramm der Welt zeichnet sich ab in jedem ihrer Details: im Aufbau eines Atoms, in der Spiralstruktur eines Schneckenhauses, in den Neuronenverbindungen des Gehirns, in der molekularen Zusammensetzung des genetischen Codes. Überall befindet sich der Abdruck der Welt als eine Art Kosmogramm in einer äußerst verdichteten Form. Alles ist ein Aspekt desselben einen Seins und desselben einen Bewußtseins, welches im Ganzen ist. Wir können im religiösen Sinn auch sagen: Die Weltenseele, die im Ganzen wirkt, wirkt auch in allen seinen Teilen.

2. Die einheitliche Informationsstruktur des Leben

In der Biosphäre gibt es eine Stelle, wo die Gesamtinformation des Lebens in einer ganz besonderen Weise abgedruckt ist: im genetischen Code des Zellkerns. Der genetische Code ist – in seiner mathematischen Grundstruktur – in allen Lebewesen derselbe. Er unterscheidet sich lediglich im Grad der Differenzierung. In der Muschel steckt demnach dieselbe Grundinformation des Lebens wie im Kirschbaum oder im Menschen! Es lohnt sich, sich wieder zu wundern. Was die moderne Naturforschung ans Licht gebracht hat, entspricht einem wahren „Kurs in Wundern“. Die Politische Theorie nimmt Kenntnis von solchen Wundern. Wir haben hier einen sicheren Hinweis auf die Einheitlichkeit des Biokörpers, dem alle Wesen angehören. Es gibt nur ein Sein und ein Bewußtsein. Deshalb können wir uns – die richtige Frequenz vorausgesetzt – mit der Schlange, mit der Kröte oder der Ratte, ja sogar mit Blumen und Bäumen verständigen. Die von uns angestrebte Inter-Species-Kommunikation, die Kooperation mit Tieren im Sinne der globalen Friedensarbeit, ist vom Schöpfungsplan her vorgesehen. Ihre Möglichkeit ergibt sich aus der Tatsache einer in allen Wesen wirkenden universellen Bewußtseinsstruktur.

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, daß vor dreißig Jahren eine interessante Entdeckung gemacht worden ist: nämlich die auffallende Parallelität im mathematischen Aufbau des genetischen Codes und des chinesischen I Ging-Orakels. In zwei so verschiedenen Bereichen eine fast identische Weltformel! Besser könnte die Einheit des Seins nicht belegt werden.

2. Das Feldgesetz

Eine neue Information, die in einen einheitlichen Organismus eingegeben wird, wirkt in allen seinen Teilen. Eine neue Information, die in einen Teil des einheitlichen Organismus eingegeben wird, wirkt im gesamten Organismus. Eine neue Information, die in eine Population eingegeben wird, wirkt in allen ihren Individuen. Eine neue Information, die in ein Individuum eingegeben wird, wirkt (latent) in allen Individuen der betreffenden Population. Alle Mitglieder dieser Population haben teil an diesem Lernvorgang. Es entsteht für alle eine Vorbahnung, die ihnen das Erlernen der neuen Verhaltensweise erleichtert (zum Beispiel das Besteigen des Mount Everest ohne Sauerstoffgerät – eine wichtige Information für die Population der Bergsteiger. Nachdem Reinhold Messner es geschafft hatte, schafften es auch viele andere.). Bestimmte Bahnen im Neuronenmuster des Gehirns, bestimmte Schaltungen in der Molekülkette des genetischen Codes werden aktiviert, es entsteht eine erhöhte Verhaltensbereitschaft in der neuen Richtung. Das Prinzip der „morphogenetischen Feldbildung“ läßt sich auch auf kulturelle, politische, globale Entwicklungen übertragen. Wenn die Population aus der ganzen Menschheit besteht, dann werden neue Verhaltensweisen, welche für die ganze Menschheit bedeutsam sind, auf globaler Ebene neue Verhaltensbereitschaften auslösen. Die Biosphäre der Erde ist ein einheitlicher Organismus. Wenn ich in sie eine geeignete Information eingebe, dann wirkt diese Information in allen ihren Elementen, also in allen Menschen, Tieren, Pflanzen, Gewässern etc. Wenn es sich um eine Information der geistigen Matrix handelt, dann wird sie in offener oder verborgener Weise alle Wesen erreichen, denn alle Wesen einschließlich der Menschen stehen – wenigstens latent – in Resonanz mit der heiligen Matrix.

(Die Biosphäre besteht nicht nur aus ihren materiell sichtbaren Gestalten, sondern auch aus unsichtbaren geistigen Wesen (Devas) und aus den energetischen und spirituellen Verbindungslinien zwischen den Gestalten. So kann man sich leichter ihre geistige Einheit vorstellen, die Teilhard de Chardin als „Noosphäre“ bezeichnet hat.)

Wenn wir in die Biosphäre bzw. Noosphäre eine neue, gut erprobte und bewährte Information des Vertrauens und der Kooperation eingeben, dann wirkt diese Information im Sinne einer neuen Feldbildung: In allen Elementen des Ganzen wird jetzt eine bestimmte, von der Information des Vertrauens geprägte Verhaltensbereitschaft aktualisiert und die Auftrittswahrscheinlichkeit einer entsprechenden neuen Verhaltensweise gesteigert.

Zusammengefaßt: Die Gaia-Erde ist ein einheitlicher Lebenskörper. Ihre Organe hängen zusammen wie die Organe meines Leibes. Bei einem kranken Leib kann eine Tablette genügen, um alle Zellen und Organe des Leibes in Richtung Gesundheit zu animieren. Die Tablette bringt eine Heilungsinformation in den Leib, der alle Elemente des Leibes feldhaft folgen. Was für den Leib gilt, gilt auch für die Gesamtheit aller Leiber im Lebenskörper der Gaia-Erde. Die Feldwirkung liegt im holistischen Bauplan der Schöpfung begründet. Darin besteht die riesige Chance, die wir heute haben, wir hätten sonst vielleicht keine mehr. Wenn wir ihr folgen, betreten wir eine gänzlich neue Richtung des politischen Denkens. Was also ist die „Tablette“, die wir der Gaia-Erde eingeben müssen, damit wieder Friede und Heilung einkehren können?

4. Die neue Information

Die neue Gesamtinformation, die in den Biokörper hineingegeben werden soll, betrifft zentrale Bereiche des menschlichen Zusammenlebens und des Zusammenlebens des Menschen mit der Natur. Stichworte dafür sind: Gemeinschaft ohne Herrschaft – Solidarität und Wiedervereinigung der Geschlechter – Vertrauen statt Angst – Kooperation mit Natur, Tieren und allen Mitgeschöpfen – mittäterfreie Ernährung, mittäterfreier Konsum – gewaltfreie Technologie – spirituelle Lebenspraxis und universelle Daseinsweise. Aus diesen Erfahrungsbereichen geht die neue Gesamtinformation hervor. Sie ergibt sich dann, wenn die Einzelinformationen dieser verschiedenen Bereiche miteinander zur Deckung kommen, wenn sie anfangen, in gleicher Richtung zu schwingen, das heißt wenn sie kohärent werden. Es entsteht dann eine einheitliche, kohärente Frequenz des Denkens und Handelns, welche als Gesamtinformation in die Noosphäre geht. Es ist eine Information des Vertrauens, der Zusammengehörigkeit und der Kooperation. Es geht um eine grundlegende „universelle“ Daseinsweise, in der alles Leben miteinander verbunden ist, miteinander kommuniziert und kooperiert. Die Friedensarbeiter, die in diesen Bereichen arbeiten, befinden sich untereinander in einer gleichsinnig schwingenden, kohärenten Frequenz des Bewußtseins.

In der neuen Gesamtinformation, die wir in die Noosphäre eingeben wollen, darf es keine Widersprüche geben, weil sonst Verwirrung entsteht und ein „Rauschen im Kanal“. Hier sind hohe ethische Anforderungen an die Friedensarbeiter gestellt. Einer unserer Sätze heißt: „Wenn du als Friedensarbeiter etwas tust, was den inneren Frieden stört, so befindest du dich in diesem Augenblick in einem Widerspruch.“

In allen Lebensbereichen ist ein Umdenken erforderlich. Wenn wir zum Beispiel wirklich mit Tieren in eine freundschaftliche Kooperation kommen wollen, müssen wir aufhören, sie als Konsumgüter zu betrachten; wir werden  mittäterfreie (vegane) Produkte benutzen; wir werden nach und nach keine Kosmetika und keine Medikamente mehr benutzen, die in Tierlabors getestet wurden usw. Das ergibt sich nicht aus einer aufgesetzten Moral, sondern aus der Logik der Sache. Jeder Friedensarbeiter, der diese Logik versteht, wird ihr gerne folgen. Man soll diese Dinge wissen, aber nicht zu schnell und zu dogmatisch zum Gesetz erklären, sonst entstehen neue inquisitorische Strukturen. Erst verstehen, dann probeweise handeln, dann tiefer verstehen, dann gründlicher handeln, dann ganz verstehen, dann radikal handeln. Die Geschichte des konsequenten Handelns geht dann weiter: Ich kann nicht vegan leben und gleichzeitig tatenlos zusehen, wie in der Welt draußen die Tiere ermordet werden. Wir werden also die Friedensinformation weiter aufbauen durch bestimmte Aktionen in der Welt, vielleicht schon in unserer Nachbarschaft. Wenn wir in einer ländlichen Gegend leben wie im portugiesischen Alentejo, dann werden wir vielleicht zu einigen Bauern gehen, die ihre Esel und Pferde auf der Weide mit gefesselten Vorderbeinen herumlaufen lassen, und mit ihnen freundlich darüber reden. Diese Aufgabe haben einige in unserem Heilungsbiotop übernommen. Wenn wir solche Dinge nicht tun, befinden wir uns in einem gewissen Widerspruch, es gibt wieder ein Rauschen im Kanal. Die verbindliche Befolgung der Politischen Theorie, die auf globale Veränderung gerichtet ist, verlangt von uns im Kleinen neue Handlungen. Wenn die kleinen Handlungen nicht übereinstimmen mit der großen Gesamtinformation, bewirken sie wenig. Wenn sie aber im Rahmen der großen Gesamtinformation stattfinden, dann stehen sie auch in Resonanz mit dem großen System, in Resonanz mit der Schöpfung, mit dem Biokörper der Erde, mit seiner Informationsstruktur, seinen Grundfunktionen und seinen spirituellen Gesetzen. Sie stehen in Resonanz mit dem Traum der Welt (siehe nächster Punkt). Solche Handlungen, gleichsinnig Tag für Tag von einer starken Gemeinschaft ausgeführt und verbreitet, bilden zusammen eine Kraft, die als einheitliche Frequenz und Information in den Lebenskörper der Welt eingeht und in allen Wesen eine neue Weiche stellt, eine neue Verhaltensbereitschaft erzeugt, eine neue Entwicklungslinie öffnet und eine neue Entscheidung ermöglicht. Dies global zu bewirken ist das Ziel der Heilungsbiotope.

5. Die Wirklichkeit der konkreten Utopie

Die gewünschte Zukunft muß nicht von uns erfunden werden, denn sie ist – in latenter Form – schon in der Gegenwart enthalten. Sie muß abgerufen, gesehen und bewußt gemacht werden: ein echtes Thema der Visionsfindung. Der junge Marx schrieb in einem Brief an Ruge:

     Es wird sich zeigen, daß die Welt längst den Traum von einer Sache besitzt,

     von dem sie nur das Bewußtsein besitzen muß, um sie wirklich zu besitzen.

Das heißt: Wir müssen uns des Weltentraumes nur bewußt werden, um den Inhalt des Traumes zu „besitzen“, also um den Traum zu verwirklichen. Ähnlich auch in dem schönen Gedicht von Joseph von Eichendorff:

Schläft ein Lied in allen Dingen, träumt in ihnen fort und fort,

     Die ganze Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort.

Also in allen Dingen dasselbe Weltenlied, derselbe Traum. Es geht um die Erkenntnis und Verwirklichung dieses Weltentraums. Ernst Bloch bezeichnete ihn als das „Nondum“, das Noch-Nicht, die „utopische Latenz“ oder die „konkrete Utopie“. Dieses Nondum besitzt latente (verhüllte), aber reale Existenz. Es ist ein feinstoffliches Bild der Wirklichkeit, welches allen ihren Gestalten innewohnt als reale Blaupause und reale Möglichkeit. Es ist wie in der Holographie, wo das ursprüngliche Bild – in latenter, „verhüllter“ Form – immer noch unversehrt hinter den verzerrten Bildern eines holographischen Films steckt. Wenn ich den Referenzstrahl im richtigen Winkel auf den Film richte, erscheint durch die Verzerrungen hindurch wieder das unverstellte Bild. So auch beim Menschen: Wenn ich mit der richtigen Blickeinstellung auf ihn schaue, erscheint durch alle Verzerrungen hindurch sein eigentliches, entelechiales Bild.

Die Existenz der konkreten Utopie erleichtert unsere Arbeit. Unseren Bemühungen um neue Lebensstrukturen kommt vom Inneren her eine Kraft entgegen, die uns lenkt und uns zu Dingen befähigt, die wir sonst nicht tun könnten. Es gibt viele Beispiele dafür. Bei einem Autounfall überkommt uns plötzlich eine vollkommene Ruhe und Sicherheit in der Handlung. Was ist das? In einer aufgebrachten Situation mit einem bisherigen Feind empfinde ich auf einmal Gefühle von Verstehen, Anteilnahme und echtem Mitleid. Was ist das? In einer gewalttätigen revolutionären Szene erfahre ich plötzlich tief, daß dies der falsche Weg ist. Was ist das? – Es ist die reale Anwesenheit unserer „höheren Gestalt“, unserer „Lichtgestalt“. Sie ist ein realer Teil der immer anwesenden „konkreten Utopie“ bzw. der heiligen Matrix. Dies ist wichtig im Sinne des dialektischen und holographischen Denkens: daß die konkrete Utopie nicht nur eine subjektive, willkürliche oder beliebige Vision des Menschen ist, sondern eine reale Blaupause der Wirklichkeit. Im holistischen Begriff der Wirklichkeit gehören die objektive und die subjektive Seite der Welt eng zusammen. Wir hatten das beim Haifa-Manifest: „Es würde keinen Durst geben, wenn es nicht auch das Wasser gäbe, um ihn zu löschen.“

Traum, Vision, inneres Bild, konkrete Utopie: Innenschein einer kommenden Wirklichkeit, die in realer Latenz schon vorhanden ist und unglaubliche Dinge bewirkt. Sie steckt hinter allen Metamorphosen der Natur: Die Pflanze ist bei den Aborigines der „Traum“ des Samens. Der Maikäfer ist der „Traum“ des Engerlings. Der Schmetterling ist der „Traum“ der Raupe. Wir erkennen, was für eine machtvolle Größe hier wirkt.

In der richtig gefundenen und gesehenen Vision kommt ein reales Stück zukünftiger Wirklichkeit zum Vor-Schein. Durch die Vision selbst kommt es der Verwirklichung näher. Wie der russische Mystiker und Naturwissenschaftler Solowjew sinngemäß sagte: Durch alle Handlungen und Gedanken, die sich auf die Harmonie und Einheit der Welt beziehen, fördern wir die Manifestation derselben.

6. Das Projekt der Heilungsbiotope

Heilungsbiotope sind Orte auf der Erde, wo ein Lebenssystem entwickelt wird nach den Grundsätzen von Vertrauen, Zusammengehörigkeit und Solidarität mit allen Lebewesen. Heilungsbiotope sind Geburtsstätten und Sendestationen der neuen Information, Lern- und Erfahrungsstätten der heiligen Matrix, soziale und ökologische Gefäße für die Sammlung (und Verbreitung) heilender Energie. Damit die richtige Information für eine gewaltfreie Daseinsweise in die Noosphäre gesendet werden kann, müssen die Heilungsbiotope über genügend Komplexität, Dauer, Erfahrung und Mitglieder verfügen. (Die Mindestzahl an Mitarbeitern, die erforderlich ist, um die Gesamtinformation hervorzubringen, könnte bei ca. 300 liegen). Es bedarf einer mehrjährigen praktischen Erfahrung, bis die Projektträger und Mitarbeiter klar wissen, worum es geht und welche Veränderungen der eigenen Lebensweise dafür erforderlich sind. Wenn sie mit einem solchen Projekt anfangen, dann beginnt für sie selbst ein Offenbarungsvorgang, der sie zu immer neuen Schritten und Blickrichtungen herausfordert.

Heilungsbiotope entstehen, wenn die Zeit dafür reif ist. Dies scheint heute der Fall zu sein. Die Idee der Heilungsbiotope ist keine private Erfindung, sondern sie liegt als „geistige Blaupause“ im Geist der Zeit. Es steckt darin eine hohe „utopische Latenz“ und ein hoher Drang nach Manifestation. Was als Idee und Wille durch uns hindurch geht, entspricht einer Tendenz im Universum.

Wenn die Information der Heilungsbiotope weit genug entwickelt ist, stehen wir wahrscheinlich vor einer globalen Kettenreaktion: Sobald die neue Information, die im ersten Heilungsbiotop entwickelt wird, eine „kritische Größe an Energie, Dichte und Präzision“ erreicht hat, steigt sprunghaft die Wahrscheinlichkeit, daß ähnliche Zentren auch an anderen Orten der Erde entstehen. Dies ergibt sich von selbst aus dem Feldgesetz (Punkt 3). Sobald sich die neue Matrix an einem Punkt der Erde materialisiert, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, daß sie sich infolge des Feldgesetzes auch an anderen Stellen materialisiert. Es ist jetzt noch schwierig, diesen Vorgang in Zahlen auszudrücken. Vielleicht 10 weitere Zentren in 15 oder 20 Jahren? Es kommt nicht so sehr auf die Zahl der neuen Zentren an, wichtiger ist die Kraft und Kohärenz ihrer Information. Je umfassender die neue Information ist, je stärker und präziser sie durchkommt, desto mehr besteht die Möglichkeit, daß das bestehende System „kippt“. Die Noosphäre ist dann gewissermaßen schwanger mit der neuen Information, die alte Information der Gewalt erhält keine Projektionen mehr, sie erlischt. Der Machtkampf zwischen alter und neuer Matrix wird durch Informationsvorgänge entschieden. Die neue globale Zivilisation wird aus dem Netzwerk der neuen Zentren hervorgehen. Heilungsbiotope sind, sofern sie übereinstimmen mit einer Blaupause des Universums, die realen Keimzellen einer neuen Epoche. Als Ferment der neuen Zeit können sie überall wirksam werden, wo – nach Sackgassen, Kriegen und Zerstörungen – Neuanfänge möglich sind.

Dies ist ein Auszug aus dem Buch von Dieter Duhm: „Die heilige Matrix: Von der Matrix der Gewalt zur Matrix des Lebens

 

 

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