Netzwerkarbeit in der Region und Portugal

Unser Leitbild für Versorgung ist Regionalautonomie. Der Aufbau von regionalen Netzwerke ist Teil unserer Vision von dezentralen, autonomen, regenerativen Gemeinschaften. In Zusammenarbeit mit unseren regionalen Partnern möchten wir ein regionales Modell in Portugal aufbauen, das auch für andere Regionen Europas und der Welt beispielhaft werden kann. In Portugal sind große Landstriche ökologisch geschädigt, viele Menschen verlassen die Region. Bei allem Schmerz über diese Krise ist es gleichzeitig eine Chance und Herausforderung herauszufinden, wie Land und Gemeinden revitalisiert werden können. Wir kooperieren mit vielen Bewegungen, die für einen globalen Systemwechsel arbeiten, und bieten ein Stipendium für portugiesische TeilnehmerInnen unseres Ausbildungsprogramms. 

Konzept

Als Heilungsbiotop im Aufbau arbeiten wir an sozialen und ökologischen Lösungen, die in der ganzen Region, im Land und weltweit angewendet werden können, um die Natur und die Regionalautonomie zu restaurieren und lokale Kreisläufe, die durch globalen Handel zerstört wurden, wieder aufzubauen. Wir müssen uns der Tatsache stellen, dass es eines Tages, vielleicht nach Peak Oil, dem Klimawandel oder einer erneuten Finanzkrise, keine globalen Kontakte sind, die uns helfen zu überleben, sondern belastbare und vertrauensvolle Netzwerke in der Nachbarschaft und der Region.

Unsere Region, der Alentejo, ist bekannt als Landschaft der „sterbenden Dörfer“. Junge Menschen gehen in die Städte, um Arbeit zu finden, Landschaften trocknen aus, Lokalmärkte sind selten geworden, für Bauern ist das Überleben schwierig, und die Kooperativen unterliegen so harten Gesetzen, dass die meisten aufgeben mussten.

Aber wie wir durch unsere eigene Arbeit an der ökologischen Restaurierung sowie an Lebensmittel– und Energieautonomie erkannt haben, hat diese Region das absolute Potential, ein Modell für Landschaftsheilung und regenerative ökologische Gestaltung zu werden: Im Winter fällt immer noch meistens ausreichend Regen, die Region hat die längste Sonnenscheindauer Europas, und das Klima ist im Winter so mild, dass ganzjährig fast alles gedeiht.

Als Ausbildungszentrum teilen wir unser Wissen mit den Gemeinschaften der Region. Und wir wollen eine Bewegung vor allem von jungen Leuten unterstützen, die auf dem Land leben, mit der Natur kooperieren und die Dorfgemeinschaften reaktivieren wollen – als Modelle für eine nachkapitalistische Gesellschaft. Zu diesem Zweck arbeiten wir an einem regionalen und landesweiten Netzwerk von AktivistInnen und AgentInnen des Wandels, in dem wir unsere Kräfte verbinden für den Übergang zu einer regenerativen Gesellschaft in Portugal, als portugiesischer Teil einer weltweiten Bewegung für „Defend the Sacred“. Mit unseren offenen Samstagen, Theaterstücken, Konzerten und Konferenzen bringen wir Kultur in die Region, was im ländlichen Raum besonders wertvoll ist.

Regional-Arbeit

Das Ziel unserer Forschung in Anbau und Selbstversorgung ist eine möglichst hohe regionale Autonomie an Lebensmitteln. Wir beziehen derzeit mehr als 80% unserer gekauften Nahrung aus der Region. Wir stehen in einem Netzwerk aus Nachbarn, Biobauern und Kleinproduzenten im Alentejo. Die von uns mitgestaltete Landkarte für Regionale Autonomie in Südportugal zeigt mehr als 100 lokale Initiativen von Gemeinschaften, Lebensmittelproduzenten, Heilern und Sozialaktivisten. Sie zeigt Angebot und Nachfrage all dieser Projekte, vor allem im Bereich von Lebensmitteln sowie von Dienstleistungen und Tauschangeboten z.B. Maschinen, Lastwagen, Küche und Lagerraum. Der langfristige Plan besteht darin, diese Interaktionen in einem Zentrum für Regionalautonomie zusammenzufassen, so dass Waren und Dienstleistungen zusammen mit Ausbildung, gegenseitiger Unterstützung, Lebensmittelverarbeitung und Kulturangeboten getauscht und angeboten werden können.

Im Jahr 2016 pilgerte eine größere Gruppe aus Tamera gemeinsam mit Freunden aus der Region von Tamera aus entlang des Sado-Flusssystems bis zum Meer. Die Pilgerschaft fand oarallel zur Walking Water Pilgerschaft in Kalifornien statt und folgte dem Beispiel unserer früheren Grace-Pilgerschaften in Krisengebieten. Motiviert durch den Beschluss der UNO von 2010, den Zugang zu Wasser zum Menschenrecht zu deklarieren, nahmen wir Kontakt zu Bauern, Landbesitzern, Staudammbetreibern, Aktivisten entlang des Flusses auf und sprachen mit ihnen über mögliche Lösungen für die Verbesserung der Wassersituation. Vor allem verbanden wir uns mit dem Traum der Landschaft.

Seit Anfang 2017 waren wir aktiv in der Bewegung, um Portugal vor den Plänen der Erdölindustrie zu schützen. Wir übernahmen eine leitende Rolle in der Initiative “Alentejo Litoral pelo Ambiente”, einem regionalen Naturschützer-Netzwerk, und arbeiten mit vielen anderen Partnern zusammen. Wir wollten das Nein dieser Bewegung zur geplanten Ölbohrung im ganzen Land hörbar machen – und gleichzeitig unser Ja zu einer regenerativen Zukunft mit dezentraler Solarenergie und ökologischer Restaurierung.

Anschauen

Während des Treffens von internationalen AktivistInnen “Defend the Sacred” führten wir eine weitere künstlerisch-meditative Widerstandsaktion “Parar o furo” (“Stoppt die Bohrung”) am 4. August 2018 in der Nähe von Lissabon durch. Damit wollten wir die Ölbohrung verhindern, deren Beginn für den 15. September 15 vor der Küste Aljezur geplant war.

Hier sehen Sie ein kurzes Video darüber:

 

Sehen Sie diesen kurzen Beitrag über Tamera vom Regionalsender Diário do Alentejo:

Studienfonds für PortugiesInnen

Wir haben einen Studienfonds, der bis zu 50% aller Kosten – Unterbringung und Seminarkosten – aller portugiesischen TeilnehmerInnen deckt, die es beantragen. Das ist unser Weg, unsere Dankbarkeit für die Gastfreundschaft auszudrücken, die wir in Portugal erfahren haben; er soll möglichst vielen Menschen erlauben, unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten an unseren Angeboten teilzunehmen.

Schreiben Sie uns – office(at)tamera(dot)org

www.tamera.org