Sabine Lichtenfels

Theologin, Friedensbotschafterin, Autorin und Mitbegründerin des Projekts, Leiterin der Globalen Liebesschule und der Abteilung für spirituelle Ökologie, Terra Deva

Hintergrund

Ich bin 1954 in Münster geboren. Schon mit 16 hatte ich den Traum, einmal ein Friedensdorf ins Leben zu rufen. 1978 trafen mein Freund Charly Rainer Ehrenpreis und ich Dieter Duhm. Gemeinsam gründeten wir das Projekt “Bauhütte” in Süddeutschland.

1981 initiierte ich zusammen mit anderen das soziale Experiment. Wir wollten herausfinden, wodurch sich Gemeinschaft bildet, wie Heilung funktioniert, wie wir die Liebe von der Verlustangst befreien können. Ich studierte an mir selbst die inneren Prozesse im Bereich der Liebe. So lernte ich mehr und mehr darüber, wie wir den historischen Geschlechterkrieg zwischen Mann und Frau beenden und dauerhaft Treue in der Liebe aufbauen können. Durch diese Arbeit an mir selbst wurde ich zunehmend zu einer Autorität für Menschen innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft in Fragen der Gemeinschaftsbildung und der Liebe. In den frühen 90er Jahren habe ich die „Erotische Akademie“ des Projekts geleitet, eine frühe Version von dem, was wir jetzt Liebesschule nennen.

Seit dieser Zeit habe ich auch meine Gabe als Medium vertieft. Ich habe mich viel mit  matriarchalen Urkulturen und frühen Tempelkulturen in Portugal, Malta, Kreta und anderen Orten beschäftigt. Dadurch habe ich faszinierende Einblicke in eine vorgeschichtliche – und gleichzeitig übergeschichtliche – Vision der menschlichen Kultur gewonnen, in der alle Wesen und Kräfte des Lebens friedlich zusammenleben. Ich nenne sie die „urgeschichtliche Utopie“.

1992 habe ich das wandernde Wüstencamp initiiert. Ich wollte den richtigen Ort finden, um ein erstes Heilungsbiotop aufzubauen. Wir haben das Wüstencamp an verschiedenen Orten weltweit durchgeführt, um herauszufinden, welches Land uns ruft. 1995 kamen wir auf das Gebiet im südlichen Portugal und wussten sofort, dass hier der richtige Platz ist. Ich empfing in einer Meditation den Namen “Tamera“. Bald darauf gründete ich zusammen mit Dieter Duhm und anderen hier die neue Gemeinschaft. Seit 2000 engagiere ich mich verstärkt für die Friedensarbeit im Äußeren, vor allem in Israel-Palästina und Kolumbien. 2004 habe ich in Zusammenarbeit mit Marko Pogačnik und Peter Frank begonnen, den Steinkreis im Herzen von Tamera aufzubauen – ein geomantisches Kunstwerk und ein Ort für Rituale.

Die Nachricht eines drohenden Krieges gegen den Iran im Jahr 2005 erschütterte mich so tief, dass ich eine existenzielle Entscheidung treffen musste. Ich beschloss, mich allein und ohne Geld auf eine mehrmonatige Friedenspilgerschaft von Portugal in den Nahen Osten zu begeben. Diese Pilgerschaft mündete in der ersten „Grace-Pilgerschaft“, die ich mit Menschen aus verschiedenen Nationen und Religionen durchführte. Viele Teilnehmer konnten dabei Gemeinschaft und radikale Versöhnung erfahren. Auf der Pilgerschaft initiierte ich auch den “Global Grace Day” am geschichtsträchtigen 9. November. Ich wurde von einer Schweizer Initiative als eine der „1000 Friedensfrauen weltweit“ benannt, einer Aktion, die sich 2005 für den Friedensnobelpreis bewarb.

Ich bin Mutter zweier erwachsener Töchter, eine davon ist in der jungen Leitungsgeneration von Tamera aktiv.

Was mich motiviert

Schon als junge Frau hat mich die Frage beschäftigt, wie die Liebe von Angst und Eifersucht befreit werden kann. Mein Traum war der Aufbau einer Gemeinschaft, mit der wir zeigen konnten, dass ein anderes Leben möglich ist. Bis heute kann ich sagen, dass die Liebe uns in den tiefsten Systemwechsel hinein leitet. Wenn ich in die Welt schaue, sehe ich, dass Krieg und Zerstörung nur beendet werden können, wenn es der Menschheit gelingt, vom System der Angst zum System der Liebe überzuwechseln. Hinter aller Grausamkeit gibt es das Heilige, das heile Bild des Lebens, das wiedererkannt werden will. Indem wir Gemeinschaften des Vertrauens aufbauen, können wir die Menschheit wieder mit dieser heiligen Quelle verbinden.

Meine Rolle in Tamera

In den letzten Jahren habe ich Menschen darin ausgebildet, wie sie friedliche Lösungen von Konflikten finden, wie sie Gemeinschaften aufbauen und Friedensarbeit in Krisengebieten leisten können. Das hat mich zusammen mit Benjamin von Mendelssohn zur Gründung der Globalen Liebesschule geführt. Ich habe begonnen, in Tamera den Landschaftspark Marisis zu gestalten. Ich leite das Projekt Terra Deva, wo wir die Kooperation mit allen Wesen erforschen.

Mehr Informationen auf meiner Website und Facebook-Seite.

www.tamera.org